Teilhabe-Community: Panel zur Befragung von Menschen mit Beeinträchtigung
Umfragen zu Meinungen oder Produkterfahrungen gibt es viele. Doch häufig werden Menschen mit Beeinträchtigungen dabei nicht gefragt. Viele Unternehmen wissen nicht, wie sie diese Zielgruppe gezielt einbinden können. Gemeinsam mit der Aktion Mensch hat das Umfrage-Institut Ipsos deshalb die Teilhabe-Community gegründet: das erste Panel zur Befragung von Menschen mit Beeinträchtigungen.

Das Wichtigste zur Teilhabe-Community
Die Teilhabe-Community bietet einen einfachen Weg, die Wünsche und Bedarfe von Menschen mit Beeinträchtigungen abzufragen. Viele Produkte, Dienstleistungen oder Konzepte können so von Anfang an barrierefrei gedacht werden. Das stärkt die Partizipation von Menschen mit Beeinträchtigung und eröffnet Unternehmen neue Zielgruppen.
Die Teilnehmenden
In der Teilhabe-Community machen Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigungen mit. Sie sind mindestens 16 Jahre alt und haben eine angeborene oder erworbene Beeinträchtigung. Auch Personen mit chronischen Erkrankungen gehören dazu. Die aktuell über 2.100 Mitglieder kommen aus ganz Deutschland.
Die Auftraggeber
Unternehmen oder Forschende können die Teilhabe-Community für ihre Fragen buchen. Das Befragungs-Panel kann helfen bei Fragen aus der Sozialforschung, bei der Produktentwicklung, bei der Meinungsforschung oder um Hinweise zu den Bedarfen von Menschen mit Beeinträchtigung zu sammeln.
Die Befragungen
Befragungen können auf ganz unterschiedliche Weisen durchgeführt werden. Einige Beispiele sind: Umfragen, Interviews, Gruppendiskussionen und Produkttests. Die Fragen können alle Bereiche des Lebens betreffen. Dazu gehören persönliche Alltagserfahrungen, Mobilität, Wohnen, Arbeit und vieles mehr.
Zusammensetzung des Umfrage-Panels
Mittlerweile besteht die Teilhabe-Community aus über 1.200 Teilnehmer*innen ab 16 Jahren aus ganz Deutschland. Die Mitglieder bringen persönliche Erfahrungen mit zu vielen verschiedenen Formen an dauerhaften Beeinträchtigungen.
Beeinträchtigungen der Teilnehmenden
- Sehen (21 %)
- Hören (11 %)
- Sprechen (5 %)
- Bewegen (48 %)
- Lernen, Denken, Erinnern (11 %)
- schwere seelische Probleme (34 %)
- chronische Erkrankung (59 %)
- Suchterkrankung (5 %)
- Schmerzen (50 %)
- sonstige dauerhafte Beeinträchtigung (38 %)
Altersstruktur der Community
- 16-19 Jahre (7 %)
- 30-39 Jahre (14 %)
- 40-49 Jahre (22 %)
- 50-59 Jahre (32 %)
- 60+ Jahre (25 %)
Podcast zur Teilhabe-Community
Lea Thönnes von der Aktion Mensch hat mit Sascha Lang vom Podcast „IGEL - Inklusion Ganz Einfach Leben“ gesprochen. Im Podcast erklärt sie, warum es so wichtig ist, dass Menschen mit Beeinträchtigung in Umfragen mitgedacht werden. Und warum die Teilhabe-Community nur auf den ersten Blick exklusiv erscheint.
Teilhabe-Community: Von der Idee zur Umsetzung
Menschen mit Beeinträchtigung sollten stärker in Forschungsvorhaben berücksichtigt werden! Dieser Gedanke der Aktion Mensch hat alles ins Rollen gebracht. Doch zunächst wollten wir herausfinden, ob Menschen mit Beeinträchtigung das auch so sehen. Und ob es Unternehmen gibt, die ein solches Befragungs-Panel für ihre Projekte nutzen würden.
In einem partizipativen Vorprojekt haben wir Menschen mit Beeinträchtigung gefragt, ob sie Lust hätten, an unterschiedlichen Befragungen teilzunehmen. Die Idee kam gut an, ebenso wie der Plan für eine zusätzliche Austauschmöglichkeit neben den Befragungen. Und auch die Unternehmen, denen wir die Idee vorstellten, konnten sich gut vorstellen, mit einem Panel aus Mensch mit Beeinträchtigungen zusammenzuarbeiten.
Im nächsten Schritt starteten die Aktion Mensch und Ipsos ein Kooperationsprojekt. Ipsos baute die Plattform auf und erste Forschungsprojekte wurden durchgeführt.
Nach erfolgreichen Pilot-Durchläufen, betreibt Ipsos die Teilhabe-Community nun dauerhaft und freut sich über eine stetig wachsende Zahl an aktiven Mitgliedern.
Endlich mal ein Marktforschungsunternehmen, das speziell zum Thema Behinderungen gestaltet wurde. Die Umfragen sind leicht, interessant und werden wirklich anständig belohnt. Ich freue mich immer, wenn eine neue Einladungs-Mail ankommt.
Community-Mitglied mit einer Beeinträchtigung beim Bewegen
Befragungsergebnisse aus der Teilhabe-Community
Die Teilhabe-Community gibt Unternehmen, Verbänden und anderen Interessierten die Möglichkeit, die Meinungen und Erfahrungen von Menschen mit Beeinträchtigung kennenzulernen. Die Aktion Mensch führt in der Community regelmäßig Umfragen zu verschiedenen Themen rund um Teilhabe und Inklusion durch. Die Ergebnisse dieser Befragungen sind eine wichtige Grundlage für Studien, Forschungsberichte oder Pressemitteilungen. Sie helfen dabei, die Lebenswirklichkeit von Menschen mit Beeinträchtigung sichtbar zu machen.
So werden die Umfrage-Ergebnisse beispielsweise genutzt
Studie zu Diskriminierung als Alltagserfahrung
Diskriminierung gehört für viele Menschen mit Beeinträchtigung zum Alltag. Sie erleben Benachteiligung in vielen Lebensbereichen, etwa bei der Arbeit, auf dem Wohnungsmarkt, im Kontakt mit Behörden oder im Internet. Die Studie „Diskriminierung als Alltagserfahrung“ untersucht, wie häufig Menschen mit Beeinträchtigung von Diskriminierung und Mobbing betroffen sind und welche Auswirkungen diese Erfahrungen auf ihr Leben haben.
Befragt wurden Menschen mit Beeinträchtigung aus der Teilhabe-Community sowie Menschen aus der Gesamtbevölkerung. Die Studie vergleicht die Erfahrungen beider Gruppen und zeigt, in welchen Bereichen Menschen mit Beeinträchtigung besonders häufig Benachteiligungen erleben.
Studie zur Umsetzung des Teilhabeplanverfahrens
Das Teilhabeplanverfahren soll Menschen mit Beeinträchtigung dabei unterstützen, passende Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe zu erhalten. Die Studie „Teilhabeplanverfahren in der Praxis“ untersucht erstmals, wie Menschen mit Beeinträchtigung das Verfahren erleben, welche Vorteile es bietet und welche Hürden bei der Nutzung bestehen.
Befragt wurden Menschen mit Beeinträchtigung aus der Teilhabe-Community. Ergänzend fanden vertiefende Interviews mit Personen statt, die bereits ein Teilhabeplanverfahren durchlaufen haben. Die Studie zeigt, warum das Verfahren bislang nur selten genutzt wird und welche Verbesserungen nötig sind, damit mehr Menschen davon profitieren können.
Studie zu den Paralympics und Inklusion
Die Paralympischen Spiele sind mehr als ein Sportereignis. Die Studie „Paralympische Spiele und Inklusion“ untersucht, ob und wie die Paralympics Paris 2024 die gesellschaftliche Wahrnehmung von Menschen mit Beeinträchtigung beeinflussen.
Befragt wurden Paralympics-Athlet*innen, Menschen aus der Bevölkerung sowie Menschen mit Beeinträchtigung aus der Teilhabe-Community. Die Studie zeigt, welche Bedeutung die Paralympics für gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion haben und wie Menschen mit Beeinträchtigung in den Medien dargestellt werden.
Informationen zum Download
Die wichtigsten Informationen zur Teilhabe-Community haben wir jeweils in PDF-Form zusammengefasst. Zum Weitergeben, Auslegen und Im-Kopf-Behalten:
Bei Fragen helfen wir gern!


