Inklusion leben: Am Arbeitsplatz

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Über Frust und Glück

Jessica Hüffner ist Diplom-Sozialpädagogin und blind. Ihr beruflicher Traum ist eine Tätigkeit in der Integrationsberatung. Zurzeit allerdings hält ihr neun Monate alter Sohn Henrik sie in der Elternzeit auf Trab. Die Berlinerin hat schon in einem Dunkelrestaurant und als "Blind Guide" für die Aufführung einer zeit-genössischen Oper im Dunkeln gearbeitet. Außerdem engagiert sie sich ehrenamtlich im Blinden- und Sehbehindertenverband.

Inklusion heißt: Zusammen Pause machen

Das finale Motiv mit Jessica Hüffner.

Jessica Hüffner

Welche Berufsausbildung haben Sie und wo haben Sie gearbeitet, bevor Ihr Sohn geboren wurde?

Ich bin Diplom-Sozialpädagogin. Gearbeitet habe ich als Kellnerin im Dunkelrestaurant Nocti vagus, und ich habe ein Praktikum im evangelischen Johannisstift Berlin Spandau im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement gemacht.

Wie sind Ihre Erfahrungen bei der Suche nach einer Arbeitsstelle gewesen?

Sehr frustrierend! Das lag vor allem an der Unerfahrenheit der Arbeitgeber mit blinden Menschen. Einmal wurde mir sogar unterstellt, ich könne keine Treppen hoch laufen und könne deshalb den Job nicht bekommen.


Wie sind Ihre Erfahrungen als Mutter? Wie war das erste Mal "Windeln wechseln", wie gehen Sie mit der nach und nach wachsenden Eigenständigkeit von Henrik um?

Das erste Mal Windeln wechseln war sehr aufregend, aber auch spannend. Ich denke, nicht viel anders als bei anderen Eltern. Heute ist es für mich Routine. Manchmal erlebe ich, dass ich nicht als verantwortungsvolle eigenständige Person wahrgenommen werde und mir die Leute ständig helfen wollen. In der Krabbelgruppe sind meine Erfahrungen sehr positiv. Ich versuche, Henrik viel eigenständig agieren zu lassen. Wenn ich nicht möchte, dass meine Hände ihn ständig kontrollieren, leihe ich mir auch gern mal ein paar Augen und lasse mir beschreiben, was er gerade tut. Ansonsten höre ich, was er tut und wo er gerade ist.

Wie würden Sie den Satz vervollständigen: „Inklusion heißt für mich...

...ein barrierefreier Raum für alle!“

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