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Para­lympics

Leistungs­sport und Motor für Inklusion

Nach Olympia ist vor den Para­lympics. Die Para­lympics sind zwar keine inklusiven Wett­kämpfe, doch sie treiben Inklusion voran: Die Spiele, indem sie das Thema Barriere­freiheit in den Austragungs­orten fördern. Die Sportler*innen, indem sie durch Leistung und Präsenz in den Medien dabei helfen, Vor­urteile und Berührungs­ängste beim Publikum abzubauen. Die Para­lympionik*innen werden zu Vor­bildern und Mut­machern und inspirieren Menschen auf der ganzen Welt. Drei Expert*innen erklären, warum die Para­lympische Spiele ein Motor für Inklusion sind.

13. Juli 2026|3 Minuten Lesedauer|Aktion Mensch Redaktion
Deutsches Staffelteam und Goldmedaillenteam in Rio 2016 4x100 Meter der Männer: Markus Rehm, David Behre, Felix Streng und Johannes Floors.

Para-Schwimmerin Maike Schwarz

Maike Schwarz Silbermedaillengewinnerin in Rio über 50 Meter Freistil

Maike Schwarz ist Silbermedaillengewinnerin in Rio über 50 Meter Freistil und gehört zum Kader des deutschen Para-Schwimm-Teams.

„Die Bedeutung der Paralympics für Inklusion ist nicht zu unterschätzen. Seit einigen Jahren gibt es ein großes Medien­interesse. Die Spiele finden auf einem sehr hohen, professionellen Niveau statt. Eigentlich gibt es keinen wesentlichen Unter­schied zwischen dem olympischen und dem para­lympischen Sport. Beide Seiten haben den gleichen Ehrgeiz, sie trainieren genauso viel und genauso hart. Nur die Voraus­setzungen sind etwas anders. Dadurch nehmen die Menschen den Para-Sport ernster, der Respekt in der Öffentlichkeit nimmt zu und Berührungs­ängste verschwinden. Wichtig ist auch die Bedeutung von sportlichen Vor­bildern. Wenn man als junger Mensch diese Vor­bilder sieht, will man ihnen nacheifern.“

Sport­wissenschaftler Thomas Abel

Portrait von Prof. Dr. Thomas Abel

Thomas Abel hat eine Paralympics-Professur an der Deutschen Sporthochschule Köln.

„Ich sehe die Para­lympics als wichtiges Ereignis für den inklusiven Sport, weil sie Lust auf Begegnung machen. Sie tragen dazu bei, die mitleidige Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung abzubauen und die Dynamik zu verändern: Man redet von Faszination, Respekt, Spannung, von allen Emotionen des Sports. Kinder und Jugendliche sehen die Para­lympics im Fern­sehen und fühlen sich inspiriert, wollen mit dem Sport beginnen oder fangen an, sich dem Thema zu öffnen. Ob Inklusion gelingt oder nicht, ist für mich nicht davon abhängig, ob Athlet*innen mit und ohne Behinderung im Rahmen der Olympischen Spiele bei gemeinsamen Wettkämpfen gegeneinander antreten, sondern davon, ob ein Kind mit Behinderung, das gerne Tisch­tennis spielen möchte, beim Tischtennis­verein um die Ecke willkommen geheißen wird.“

Sozial­wissenschaftlerin Sina Eghbalpour

Sina Eghbalpour im Portrait

Sina Eghbalpour lehrt Theorien, Konzepte, Methoden Sozialer Arbeit an der Katholischen Hochschule NRW.

„In einer Studie zur Wahr­nehmung der Para­lympics, die ich im Vorfeld der Spiele 2024 in Paris durch­geführt habe, zeigt sich: Die Para­lympics haben einen signifikanten Einfluss auf die gesellschaftliche Wahr­nehmung und Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung. Über 60 Prozent der Befragten Bevölkerung mit und ohne Behinderung sind der Meinung, dass die Para­lympischen Spiele die Inklusion in der Gesellschaft fördern. Zudem sehen mehr als 70 Prozent der Befragten die Spiele als wichtigen Beitrag gegen Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigung. Dabei trägt die erhöhte Sicht­barkeit von Para-Sportler*innen laut den Befragten dazu bei, Diskriminierung und stereo­type Gesellschafts­bilder abzubauen. Die befragten Para­lympionik*innen selbst fühlen sich dagegen noch nicht ausreichend wahr­genommen. Nach wie vor sehen sie eine klare Hierarchisierung zwischen den Olympischen Spielen und den Para­lympics. Da es logistisch kaum möglich ist, die Olympischen und die Paralympischen Spiele zusammenzulegen, würde ich mir zumindest eine gemeinsame Eröffnungs- und Abschluss­feier wünschen. Das würde beide Veranstaltungen anders rahmen und den Inklusions­gedanken stärken.“

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