Gesellschaftliche Entwicklung und soziale Verantwortung

Gesellschaftliche Entwicklung und soziale Verantwortung

Umstrukturierung sozialer Systeme, wachsender Leistungsdruck in der Gesellschaft, demografischer Wandel und Mittelknappheit der öffentlichen Hand: Das alles droht die soziale Ungleichheit in der Gesellschaft zu verschärfen. Die Eigenverantwortung des Einzelnen wird wichtiger – auch als Vertreterin und Vertreter des Gemeinwohls innerhalb einer solidarischen Gesellschaft. Bürgerschaftliches Engagement und Partizipation und der Einsatz für Projekte und situative Interessen bekommen Auftrieb und lassen sich durch digitale und mobile Kommunikation leichter organisieren. Wer aber hat im gesellschaftlichen Diskurs zukünftig eine Stimme? Und welches Risiko stellen wachsende soziale Ungleichheiten für das "Gesellschaftsmodell Inklusion" dar?

Folgende Themenaspekte vertieft der Kongress in einzelnen Workshops:

Neue Formen gesellschaftlicher Partizipation und Mitgestaltung

Formen des Engagements und Möglichkeiten der Mitgestaltung ändern sich. Welche neuen Angebote stellt digitale Technik zur Verfügung - insbesondere für Menschen mit Behinderung? Kann E-Partizipation Politik und gesellschaftliche Entwicklungen nachhaltig beeinflussen, und wer hat künftig im gesellschaftlichen Diskurs eine Stimme, die gehört wird?

Deutschland verändert sich – mit Risiken und Nebenwirkungen

Die gesellschaftliche Zusammensetzung verändert sich durch Zuwanderung, demografische Verschiebungen und infrastrukturelle Änderungen (Urbanisierung): Wie entwickeln sich inklusive Orte, vor allem auch außerhalb großer Städte? Die gesellschaftlich ausgeschlossene Unterschicht wächst, soziale Ungleichheiten nehmen zu: Stellen wachsende soziale Ungleichheiten eine Gefahr für die Realisierung von Inklusion dar? Die Zahl der älteren Menschen steigt an, damit steigt der Bedarf an Barrierefreiheit sowie auch an zielgruppenorientierten Service- und Produktangeboten. Wir wollen uns anschauen, wie sich Gesellschaft, Politik und Wirtschaft mit der neuen Zusammensetzung der Bevölkerung auseinandersetzen müssen.

Transformation sozialer Sicherung und sozialer Arbeit

Die Gesellschaft entwickelt sich weg von einem fürsorglichen Staat und der sozialen Marktwirtschaft hin zu einem merkantil geprägten Sozialsystem mit höherer Eigenverantwortung. Beinhaltet mehr Eigenverantwortung auch eine Pflicht des Einzelnen zu Eigenständigkeit und Selbstoptimierung? Neue Akteure und Geschäftsfelder entwickeln sich, die Sozialwirtschaft ist ein Wachstumsmarkt: Wie verändert sich zukünftig die Rolle von Freier Wohlfahrtspflege und Förderorganisationen?

Utopie inklusive Gesellschaft - Was wollen wir, wenn alles möglich ist?

Wenn alle Menschen gleichen Zugang zu allen Ressourcen einer Gesellschaft haben und Chancengerechtigkeit Realität ist, ist jeder zufriedener und die gesamte Gesellschaft solidarischer und lebenswerter? Wie gelingt eine gesamtgesellschaftliche Verankerung des Idealbildes von Inklusion und welche Institutionen müssen sich reformieren? Wie wird Inklusion zu einem gesellschaftspolitischen Prinzip in einer demokratischen Gesellschaft? Wie wichtig ist zukünftig die Demokratie?

Was ist ein gutes Leben? Zufriedenheitskriterien für alle

Die persönliche Disposition und der soziale Kontext sind entscheidend für die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben. Gute soziale Beziehungen, Anerkennung oder auch der Glaube können Beeinträchtigungen und Schicksalsschläge abfedern. Was ist das gute Leben, was ist Glück? Wie stark beeinflussen uns sozialer Kontext, Milieu und Behinderung bei der Lebensgestaltung? Sind zufriedene Menschen noch veränderungsbereit und engagiert?

Über alle Workshops und Referentinnen und Referenten informieren wir Sie sukzessive in der Rubrik „Programm“.