Arbeitsleben und Unternehmensentwicklung

Arbeitsleben und Unternehmensentwicklung

Arbeit ist notwendig für die Lebenssicherung. Sie ist sinngebend und trägt zu einem selbstbestimmten Leben bei. Dabei ist die Arbeitswelt einem stetigen Wandel unterworfen: sich ändernde Arbeitsprozesse und Beziehungen zwischen Arbeitgeberinnen und -gebern und Arbeitnehmerinnen und -nehmer, die Rolle unternehmerischer Verantwortung, die Entwicklung von Chancengerechtigkeit am Arbeitsmarkt. Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse bergen Chancen aber auch Risiken für Menschen mit Behinderung. Wie also verändert sich die Arbeitswelt und was bedeutet das für die Inklusion?

Folgende Themenaspekte vertieft der Kongress in einzelnen Workshops:

Vom Beruf zum Job. Was ist Arbeit? Wer arbeitet zukünftig was wo wie?

Wovon reden wir eigentlich, wenn wir über Arbeit reden: Über den lebenslang ausgeübten Beruf – oder über schnell wechselnde Jobs? Können – und sollen – sich die Beschäftigten überhaupt noch mit ihren Tätigkeiten identifizieren oder sich lieber auf schnellen Wandel einlassen? Wir laden zum Nachdenken darüber ein, was in Zukunft wichtig ist, damit Arbeit sinnvoll und erfüllend ist. Und wir schauen uns an, auf welche Weise der Wandel der Arbeitswelt die Menschen mit Behinderung mitnimmt.

Arbeit geben, Arbeit nehmen - das Verhältnis von Unternehmerinnen und Unternehmern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Wandel

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Perspektivwechsel erleben und entdecken, dass sie es sind, die den Betrieben und Unternehmen ihre Arbeit geben und damit auch eine andere Verhandlungsposition erhalten. Führt dies zu einem neuen Selbstbewusstsein? Im Gegenzug erwarten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber lern- und veränderungswillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mobilen und flexiblen Strukturen folgen können. Wie profitieren Menschen mit verschiedenen Behinderungen von diesem Wandel? Welche neuen Arbeitskulturen können möglicherweise entstehen?

Wer ist Leistungsträgerin und Leistungsträger? Gewinner und Verlierer der Arbeitswelt von morgen

Der Begriff Leistung wird gerne benutzt, um unsere Gesellschaft zu beschreiben – doch was ist damit gemeint? Woran will unsere Gesellschaft "Leistung" messen und wie steht Leistung mit Status und Einkommen in Beziehung? Und was ist mit denen, die nicht als sogenannte Leistungsträgerinnen und Leistungsträger gelten oder Leistungsstandards nicht erfüllen können bzw. wollen?

Inklusion braucht ein starkes Fundament: Grundeinkommen als Zukunftsentwurf?

Wird Inklusion als gesellschaftliche Teilhabe verstanden, die über Einzelbereiche wie Schule und Arbeitsplatz hinausgeht, stellt sich die Frage nach der sozialpolitischen Grundlage für ein Leben inmitten der Gesellschaft. Denn sozialstaatliche Rahmenbedingungen und sozialpolitische Entscheidungen prägen nicht nur Lebens- und Arbeitsbedingungen aller Bürgerinnen und Bürger mit und ohne Behinderungen, sondern sie bestimmen auch normative Muster der Anerkennung. Mit einem sozialpolitischen Zukunftsentwurf wird daher zweierlei entschieden: Wer kann sich in welcher Weise einbringen und welche Art von Lebensführung und Beiträgen zum Gemeinwohl werden wertgeschätzt?
In diesem Workshop wird die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens vorgestellt und daraufhin diskutiert, ob es eine geeignete Grundlage für ein alternatives Sozialsystem sein könnte. Dabei interessiert vor allem, welche Chancen es für ein selbstbestimmtes, erfülltes und wertgeschätztes Leben eröffnet und wie sich die Vorstellung von Leistung und Anerkennung dabei verändert. Prof. Bert Rürup ist der kritische Widerpart in einem Streitgespräch zum Thema.

Wertschätzung und Motivation - sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr als eine Ressource?

In sozialen und spirituellen Berufen, aber auch in den ‚grünen‘ Arbeitsfeldern, ist der Wunsch nach einer sinnerfüllten Tätigkeit, die im Einklang mit persönlichen Entwicklungszielen steht und eine hohe innere Motivation ermöglicht, immer schon ausgeprägt. Mitarbeiter empfinden hier ihre Tätigkeit oft als motivierend, persönlich sinnvoll und gesellschaftlich relevant – und gleichzeitig wächst mit der wahrgenommenen Bedeutsamkeit und der Identifikation in der Aufgabe die Gefahr, dass man Mehrarbeit leistet, Überstunden einschiebt, auf Erholungsphasen verzichtet. Menschen in ‚Sinn-Berufen‘ fühlen sich einerseits oft hoch motiviert und andererseits häufig überlastet, vielleicht sogar ausgebeutet.
Daraus ergibt sich die doppelte Fragestellung, der wir uns in diesem Workshop widmen: Wie können wir die Arbeitsverhältnisse für ‚berufene‘, hoch-motivierte Mitarbeiter so gestalten, dass sie ihrem Engagement auch Grenzen setzen – wenn sie an ihre persönlichen Grenzen geraten? Und wie können wir Mitarbeitern, die in ihrem gegenwärtigen Job keine Identifikations-Potenziale erkennen, Ansatzpunkte erschließen helfen, die ihnen innere Befriedigung im Arbeitsverhältnis ermöglichen – statt gleich zu kündigen. Wir wollen dabei erkunden, was wir selbst tun können, um die eigene Arbeitssituation dauerhaft sinnerfüllend und zugleich belastungsarm zu gestalten – ohne jedoch aus dem Blick zu lassen, wie wir gemeinsam in und mit Unternehmen an Strukturen arbeiten müssen, die Berufung und Sinnerfüllung auch zulassen.

Zu allem fähig: Wie sich Inklusion und Unternehmensziele verbinden lassen

Sollen die Möglichkeiten und Befähigungen der verschiedenartigsten Arbeitskräfte, also auch Arbeitskräfte mit Behinderung, vielfaltsgerecht genutzt werden, so ist auf der Ebene des Individuums die Arbeitsorganisation nach „structure follows person“ zu flexibilisieren: flexible Aufgabenbündelungen statt zwangsjackenähnlich starre Stellenprofile; flexible Leistungserbringungsgrade statt starre Anstellungsgrade; aufgabenerfüllungsbezogene Honorierung statt funktionsorientierte Honorierung; flexibler Arbeitsort und natürlich flexible Arbeitszeit.

Über alle Workshops und Referentinnen und Referenten informieren wir Sie sukzessive in der Rubrik „Programm“.