Einfach für alle: Design, Sprache und Kommunikation

Session 4: Einfach für alle: Design, Sprache und Kommunikation

Sessionteilnehmende

Referierende:
Ralf Beekveldt, Geschäftsführer Spaß am Lesen Verlag
Dagmar Lautsch Wunderlich, Architektin, stellv. Vorstandsvorsitzende Europäisches Institut für Design für alle e.V. EDAD
Dr. Katja de Braganca, Herausgeberin der Zeitschrift „Ohrenkuss“
Mathias Knigge, Geschäftsführer grauwert

Moderatorin:
Katja Nellissen, freie Journalistin und Moderatorin

Design für alle

Eine Annäherung an Inklusion lässt sich auch durch Produkte erzielen, wenn diese eine Lösung für alle oder zumindest viele Menschen darstellen. Das Konzept des „universellen Designs“ ist dabei eng verknüpft mit dem Abbau von Barrieren und somit auch für die Inklusion relevant. Beim „universellen Design“ oder auch „Design für alle“ werden Produkte, Umgebungen, Dienstleistungen und Informationen so gestaltet, dass sie einen Nutzen für eine größtmögliche Zielgruppe und keine an Defiziten orientierte Sonderlösung darstellen.

Hierbei werden fünf Kriterien genannt:

  • Gebrauchsfreundlichkeit: Die Produkte müssen so gestaltet werden, dass sie einfach und sicher nutzbar sind.
  • Anpassbarkeit: Die Produkte müssen so entwickelt werden, dass die Personen, die sie benutzen, sie an ihre individuellen Anforderungen anpassen können.
  • Nutzerorientierung: Die Nutzer und deren Perspektiven müssen frühzeitig im Entwicklungsprozess berücksichtigt werden. Menschen mit Behinderung könnten hier zum Beispiel als Experten in eigener Sache unterstützen.
  • Ästhetische Qualität: Die ästhetische Qualität ist bei der Inklusion ebenfalls von großer Bedeutung, da nur solche Produkte alle Menschen erreichen können, die auch attraktiv sind.
  • Marktorientierung: Erst wenn eine relevante Masse Menschen ein Produkt nutzt, gilt es als „normal“. Produkte müssen breit positioniert werden, um das gesamte Marktpotenzial optimal auszuschöpfen. Menschen müssen früh von Produkten überzeugt werden, auch wenn sie keine Hilfsmittel benötigen.

Das Thema „Design für alle“ sollte schon in Lehre und Ausbildung thematisiert und umgesetzt werden. Kenntnisse zu diesem Themenfeld sind im Umfeld von Architektur und Handwerk nicht immer vorhanden. Auch das Design sollte sich diesem Thema zukünftig noch mehr öffnen. Und letztendlich auch die Wirtschaft, damit keine Sonderlösungen mehr geschaffen werden, sondern Produkte produziert werden, die alle möchten und die auch allen nutzen.

Design für alle bedeutet: Nutzerorientierung und Ästhetische Qualität bieten einen Mehrwert #panel4 #zki2025

Sascha Decker ‏@saschdeck

Mathias Knigge

Barrierefrei kommunizieren

Kommunikation ist ebenfalls ein wesentlicher Baustein für Inklusion. Leichte Sprache und Einfache Sprache helfen dabei, dass alle an der Kommunikation teilhaben können. Der Verlag „Spaß am Lesen“ veröffentlicht seit fünf Jahren Bücher in Einfacher Sprache. Anfangs war die Reaktion der Menschen ohne Leseprobleme sehr kritisch. Darf echte Literatur vereinfacht werden? Für Menschen mit einer Leseschwäche bieten Bücher in Einfacher Sprache den „Schlüssel zur literarischen Welt“ – und schaffen damit manchmal auch ein Sprungbrett zum Originalbuch.

Auch in der täglichen Kommunikation werden Menschen ausgeschlossen, weil Sätze zu schwierig sind, generell zu schnell gesprochen wird oder Fremdwörter benutzt werden, ohne diese zu erklären. Die Herausforderung liegt darin, herauszufinden, wie man sich mit jemandem verständigen kann.

Aus dem #Panel4 heißt's: "halt! #leichte_sprache!" #zki2025

Aktion Mensch e.V. ‏@aktion_mensch