In Zukunft gut leben: Der Kongress der Aktion Mensch

Session 5: Was ist ein gutes Leben? Zufriedenheitskriterien für alle

Referierende:
Cinderella Glücklich, Bloggerin und Aktivistin
Prof. Dr. Anton Bucher, Glücksforscher am Fachbereich Praktische Theologie, Universität Salzburg

Moderatorin:
Anke Bruns, freiberufliche Fernsehautorin und Moderatorin aus Köln

Selbstbestimmung macht glücklich

Wichtig für ein zufriedenes Lebensgefühl sind eine offene Kommunikation mit der sozialen Umwelt und ein Netzwerk von Unterstützern und Sozialkontakten. Oft machen kleine spontane Dinge, wie die Resonanz auf einen Blogbeitrag, glücklich. Etwas selbst zu gestalten oder sich für etwas zu engagieren, lässt Menschen ihre Selbstwirksamkeit spüren – im Gegensatz zu dem Gefühl, benachteiligt und nicht Handelnder im eigenen Leben zu sein. Auch die Reflexion des eigenen Verhaltens – was will ich, was brauche ich? – ist relevant für ein zufriedenes Leben. Dazu gehören auch Selbstverantwortung und Selbstbelohnung.

„Alle wollen Inklusion, aber keiner glaubt dran.“ (Glücksatlas Deutsche Post 2014)

Eine gewisse Unzufriedenheit setzt auch Kräfte frei und macht kreativ, innovativ und rebellisch. Es muss nicht immer gleich die große Revolution oder eine Demonstrationsteilnahme sein, auch Handeln im Kleinen kann glücklich machen. Das Warten und Schauen auf andere – Finanzierung, Staat – sollte deshalb nicht vom eigenen Denken und Handeln abhalten. Auch ein konstruktiver Umgang mit Kritik kann identitätsstärkend wirken.

"Glück ist eine Sehnsucht, die nicht altert." Hier spricht ein Glücksforscher, der mich glücklich macht. #panel3 #zki2025

mareicares ‏@Mareicares

Eine das eigene Verhalten antreibende Sehnsucht oder Vision sind wichtige Motoren. Nicht unbedingt eine konkrete Umsetzungsvorstellung, sondern das „Zielfoto“. Auch gefordert zu werden, kann Erfolgserlebnisse schaffen. Man sollte Menschen mit und ohne Behinderung, Kindern und Erwachsenen etwas „zumuten“ im Sinne von Forderung, Zutrauen, Risiko, aber auch Lob und Anerkennung gehören dazu.

Wenn Menschen sich nicht verbal oder per Gebärden zu ihren Wünschen und Ideen äußern können, kann emotionale Intelligenz den gleichen Zweck in der Kommunikation erfüllen. Im Zentrum des Erlebens muss ein Gefühl der Wahlfreiheit und Selbstbestimmung stehen.

Bei Inklusion geht es nicht um Rampen und Haltegriffe, sondern um die Wahrnehmung. Respekt, einander Anschauen, das möge uns im Alltag gelingen.

Prof. Dr. Anton Bucher