Durch Inklusion vom Job zur Berufung - Aktion Mensch

Session 1: Vom Beruf zum Job. Was ist Arbeit? Wer arbeitet zukünftig wo was wie?

Sessionteilnehmende

Referent:
Josef Hargrave, Trendforscher, Mitglied des Foresight Innovation Research-Teams bei arup, London

Moderator:
Stefan Burkhardt, freier Berater und Projektleiter, SozialManagementBeratung

Trends und gesellschaftlicher Wandel

Trendforscher Josef Hargrave betrachtet zunächst die Faktoren, die zu einem rasanten gesellschaftlichen Wandel führen und auch die Zukunft von Arbeitswelten bestimmen werden. Entwicklungen wie Digitalisierung, Urbanisierung, demografischer Wandel oder Klimawandel werden unsere Umgebung und unser Verhalten fundamental verändern. Die Gesellschaft wird vielfältiger, gleichzeitig mobiler und flexibler. Unternehmen müssen in Zukunft bei der Gestaltung von Arbeitswelten auf vielfältige Bedürfnisse der Belegschaft eingehen, um den Anforderungen gerecht werden zu können. Technologische, kulturelle und gesundheitliche Aspekte werden dabei eine große Rolle spielen.

Schöne neue digitale Arbeitswelt

Eine der größten Veränderungen der Arbeitswelt bringt der digitale Wandel mit sich. Wir werden in Zukunft immer öfter selber entscheiden können, wo und wann wir arbeiten. Die Grenzen zwischen realem und virtuellem Raum, zwischen privatem Leben und Arbeitsleben verschwimmen.
Hieraus ergeben sich für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber Potenziale und Risiken. Die ständige Erreichbarkeit wird dann zum Problem der Überforderung, wenn man nicht mehr abschalten und sich erholen kann. Unternehmen müssen sich Gedanken machen, wie dies zu verhindern ist (zum Beispiel durch Begrenzung der Erreichbarkeit des Mail-Accounts). Viele Menschen werden in Zukunft gar nicht mehr in ein Büro gehen, sondern von zu Hause in virtuellen Netzwerken arbeiten, wie es etwa bei einigen Rechtsberatern in den USA schon der Fall ist. Virtuelle Arbeitsnetzwerke werden dementsprechend einen gleichen oder sogar größeren Stellenwert einnehmen als die Kolleginnen und Kollegen im Büro. Physische Anwesenheit im Büro kann jetzt schon durch Avatare übernommen werden.

Virtuelle Wahrnehmung von Räumen

Die Digitalisierung wirkt sich auch in einem neuen Verständnis von Innenräumen aus: In Zukunft werden digitale Steuerungssysteme für Orientierung sorgen und das Raumklima kontrollieren. Sie machen jedoch auch eine bessere Kontrolle der Belegschaft möglich. Viele Unternehmen versuchen schon jetzt, durch intelligente und flexible Raumkonzepte auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Angestellten einzugehen. Das im Moment bevorzugte Open-Plain-Office-Design muss in diesem Zusammenhang allerdings hinterfragt werden, da es in Bezug auf die Raumnutzung vielfach weder effizient ist noch individuelle Bedürfnisse nach Ruhe und
Konzentration erfüllt.

Für Menschen mit Behinderung eröffnet der technologische Fortschritt zunächst ein hohes Potenzial, wenn zum Beispiel brandgeschützte Aufzüge oder individuelle Lösungen für virtuelle oder reale Arbeitsplätze entwickelt werden können.

Treiber für die inklusive Zukunft der Arbeitswelt

Im zweiten Teil der Session führt Hargrave mit den Teilnehmenden einen Workshop durch. Anhand von 15 Trendkarten aus den Bereichen Gesellschaft, Technologie, Umwelt, Wirtschaft und Politik (driversofchange.com) ermittelten die Teilnehmenden in Kleingruppen die drei Trends, die aus ihrer Sicht den größten Einfluss auf die Zukunft inklusiver Arbeitsplätze haben.

Ergebnis: Folgende Trends erscheinen den Teilnehmenden als besonders relevant:

  • demografischer Wandel,
  • Individualisierung,
  • Digitalisierung.