Inklusion ist keine Einbahnstraße

Joachim Fries ist zusammen mit Dunja Fuhrmann ein Protagonist der aktuellen Kampagne der Aktion Mensch. Gemeinsam hatten sie die Idee, einen inklusiven Kletterworkshop in ihrer Heimat im Saarland anzubieten. In kürzester Zeit haben sie die Stimmen dafür zusammenbekommen - und ihre Idee umgesetzt. Im Interview erzählt Joachim, wie es zu der Idee kam und was ihm wichtig ist.

Wie ist eure Idee zu den inklusiven Kletter-Workshops entstanden?

Dunja und ich klettern ja schon seit einigen Jahren zusammen. Und weil uns das so viel Spaß macht, dachten wir, dass sollten wir auch an andere weitergeben. Vor allem Leute mit Behinderung sollen die Möglichkeit bekommen, mal reinzuschnuppern und auszuprobieren, ob das Klettern etwas für sie ist.

Ihr habt in der Kletterhalle sieben Routen vorbereitet? Was hat es damit auf sich?

Die sieben Routen unterscheiden sich in Länge und Schwierigkeitsgrad. Es gibt zum Beispiel einige mit großen Griffen und Tritten. Die haben wir für Rollstuhlfahrer angelegt, die zum ersten Mal in die Wand gehen. Sie brauchen am Anfang mehr Stabilität. Jede Route wird von erfahrenen Kletter-Trainern und Assistenten begleitet.

Man kann auch erfahren, wie es ist, mit einer Behinderung zu klettern?

Ja genau, es gibt heute die Möglichkeit, sich in einer oder mehreren Behinderungen auszuprobieren. Zum Beispiel klettern mit einer einseitigen Lähmung oder mit einer Sehbehinderung. Die Behinderungen werden simuliert, etwa über Blei-Gewichte oder Brillen, durch die man wenig oder gar nichts sieht. Das Interesse der Besucher ist groß. Ich habe gerade mit zwei Ergo-Therapeuten gesprochen. Die beiden sind extra gekommen, um das Angebot auszuprobieren.

Inklusion beim Klettern ist für dich kein Neuland. Wann hast du damit angefangen?

Seit zehn Jahren bieten wir in unserem Verein „Miteinander Leben Lernen“ inklusives Klettern an. Menschen mit ganz verschiedenen Behinderungen machen da mit. Inzwischen sichern bei uns auch die Kletterer mit Behinderung, auch diejenigen mit einer geistigen Behinderung. Gerade dieses Wechselspiel ist wichtig. Der eine klettert, der andere sichert, und umgekehrt. Genau das ist Inklusion, keine Einbahnstraße eben!

Joachim Fries

Das passiert noch:

Ein Trainingsplan für alle!

Alex und Jan haben zusammen mit Fitness-Trainer Thomas Losch einen Plan entwickelt, nach dem Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen trainieren können. Hier könnt ihr euch den Trainins-Plan herunterladen und euch einzelne Übungen im Video ansehen:

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Während die Vorbereitungen für die Umsetzung der Projekt-Idee von Filiz und Frank auf Hochtouren laufen, kannst du dir schon jetzt eine Tastbox sichern! Schicke uns einfach eine E-Mail und verrate uns, wofür du sie einsetzen möchtest. Unter allen Teilnehmenden verlosen wir 30 Stück:

Ein Wochenende im Zirkus

60 Kinder mit und ohne Behinderung sollen miteinander trainieren, Kunststücke einüben und sie dann in einem richtigen Zirkuszelt zur Aufführung bringen. Das ist die Idee von Ehrenamtlichen aus Ravensburg, die die Aktion Mensch unterstützt.

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