Die Qual der Wahl

Wahllokal-Test sensibilisierte für Barrierefreiheit

Am Wahltag seine Stimme abgeben – das ist eines unserer grundlegenden demokratischen Rechte. Doch was, wenn die Bedingungen derart erschwert sind, dass der Gang zur Wahlurne nicht problemlos möglich ist? Genau zu diesem Thema war die Aktion Mensch mit einem bunten Team im Wahljahr 2013 unterwegs. Petra Groß, Expertin für Leichte Sprache, Raúl Krauthausen, Mitbegründer des Vereins Sozialhelden e.V., und Michael Wahl, Journalist und Blindenfußballer, tourten in fünf Tagen durch Berlin, Hamburg, Kassel, Köln und München und testeten Wahllokale auf ihre Barrierefreiheit. Komplettiert wurde das Team durch Entertainer Guildo Horn, der die Experten als Busfahrer durch die Bundesrepublik chauffierte.
Anlass des Wahllokal-Tests war die Tatsache, dass viele Menschen mit Behinderung aufgrund zahlreicher Barrieren nicht an der Wahl teilnehmen können. Im Gespräch mit anwesenden Politikern und Wahllokalleitern gaben die Tester vor Ort Empfehlungen für mögliche Verbesserungen: Neben einem barrierefreien Zugang sollte auf ausreichende und deutliche Beschilderung der Wahllokale sowie Markierungen von Hindernissen geachtet werden. Für Menschen mit Sehbehinderung sollten Schablonen für die Wahl­unterlagen vor Ort vorhanden sein, Informationen in Leichter Sprache helfen Menschen mit Lernschwierigkeiten vor und während der Stimm­abgabe. Das Fazit nach einer Woche: Mobilitätseinschränkungen wurden größtenteils mitgedacht, Menschen mit Lern- und Sehbehinderung allerdings kaum berücksichtigt.

On Tour: Viel Medienresonanz gab es für das Team der Wahllokal-Tester.

„Mit dem Wahllokal-Test haben wir unsere Gesellschaft und Politik für das Thema barrierefreie Wahlen sensibilisiert“, sagt Aktion Mensch-Vorstand Armin v. Buttlar. Genau das war dem Team wichtig: nicht anklagen, sondern das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen. Das scheint gelungen zu sein: In Berlin und Hamburg wollten sich die Landeswahlleiter kurzerhand mit zuständigen Kollegen zusammensetzen, in Kassel gab es bei der Bundestagswahl Schülerlotsen, die allen Wählern halfen, und in Köln wurden am Wahltag Piktogramme aufgehängt sowie Wahlschablonen ausgelegt. In München brachten die beim Wahllokal-Test anwesenden Politiker das Thema in ihrer Fraktion auf die Agenda. Und auch die breite Öffentlichkeit wurde durch zahlreiche Medienberichte auf das Thema aufmerksam.
Am Ende der Woche waren sich alle Beteiligten einig: Das war eine sehr intensive Zeit – sowohl inhaltlich als auch auf persönlicher Ebene. Entertainer Guildo Horn, der ehrenamtlich dabei war: „Jenseits der Wahllokal-Tests haben wir selten über das Thema Behinderung geredet, sondern unglaublich viel Spaß gehabt.“

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