Zahlen & Fakten

Unterschiedliche Hilfsangebote

Helfer im Haus: Wohnheim oder Wohnhaus

Heime waren bis in die 70er Jahre die übliche Wohnform für Menschen mit Behinderung. Anfangs waren diese Einrichtungen in der Regel sehr groß, die Bewohner mussten sich mit vielen anderen Menschen einen Schlafsaal teilen. Heute sind Wohneinheiten von vier bis zwölf Personen die Regel. Es soll eine familienähnliche Atmosphäre entstehen. Träger vieler Wohnheime oder Wohnhäuser sind Wohlfahrtsverbände, wie der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche oder gemeinnützige Vereine wie die Lebenshilfe und der Sozialverband VdK.

Hilfe von außen: Ambulant unterstütztes Wohnen

Das ambulant unterstützte Wohnen ermöglicht es Menschen mit Behinderung, ein weitgehend eigenständiges Leben zu führen. Sie organisieren ihren Alltag selbst, bekommen dabei aber Unterstützung von Sozialpädagogen und Hauswirtschaftskräften – zum Beispiel im Umgang mit Geld, bei Arztbesuchen oder der Haushaltsführung. Auch hier machen vor allem die Wohlfahrtsverbände und Vereine die meisten Angebote.

  • Betreute Wohngemeinschaften sind häufig in Mietshäusern untergebracht. So sollen Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Behinderung erleichtert und damit selbstverständlich werden. In der Regel leben hier bis zu acht Personen mit geistiger, körperlicher oder Mehrfach-Behinderung zusammen, die keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigen und einer Arbeit nachgehen.
  • Für Menschen mit Behinderung, die lieber alleine oder mit ihrem Partner leben möchten, gibt es die Möglichkeit des betreuten Einzelwohnens oder des Paarwohnens. Auch hier kommen Betreuer nur ein paar Stunden pro Woche vorbei, beispielsweise um Bewohner zu Behörden oder auf die Bank zu begleiten und um ihre sonstigen Anliegen zu besprechen,.
  • Die Familienpflege ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche mit Behinderung, deren Eltern sich nicht um sie kümmern können, etwa weil sie schwer erkrankt sind, psychische Probleme haben oder ihr Kind vernachlässigen. Familienpflege kann auch das Wohnen bei einer Einzelperson oder einem kinderlosen Paar bedeuten. Pflegefamilien bzw. -kinder vermittelt das Jugendamt.

Wohnung gesucht: Welche Unterstützung gibt es?

Für Menschen mit Behinderung ist es nicht immer leicht ist, Wohnraum zu finden, der ihren Bedürfnissen entspricht, etwa nach Barrierefreiheit und einer guten Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Außerdem suchen die meisten Menschen günstigen Wohnraum, da sie kein hohes Einkommen haben. Bund und Länder versuchen diese Nachteile durch Geldleistungen und gesetzliche Regelungen, so genannte Nachteilsausgleiche, zu kompensieren.

  • Das Sozialgesetzbuch sieht für Menschen mit Behinderung Eingliederungshilfen vor. Der Gedanke ist, ihnen durch stationäre und noch bessere ambulante Wohnformen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und die Teilhabe an der Gesellschaft zu erleichtern.
  • Um eine Wohnung nach individuellen Bedürfnissen einzurichten oder umzugestalten, können Menschen mit Behinderung bei Rehabilitationsträgern, Integrationsämtern und Pflegekassen Wohnungshilfen beantragen.
  • Recht auf Barrierefreiheit nach §554a BGB: Mieter mit Behinderung können vom Vermieter die Zustimmung zu baulichen Veränderungen verlangen, die für behindertengerechte Nutzung oder Zugang erforderlich sind.
  • Wenn Bauherren vom Staat Zuschüsse oder günstige Darlehen für barrierefreies Bauen oder den Umbau von Mietwohnungen erhalten, müssen sie sich im Gegenzug verpflichten, nur an Personen zu vermieten, die einen Wohnberechtigungsschein haben. Dieser steht Haushalten zu, die nachweislich über ein geringes Einkommen verfügen.
  • Wenn Menschen mit Behinderung selbst entscheiden möchten, wo und wie sie leben, können sie das persönliche Budget beantragen. Es ist keine neue, zusätzliche Unterstützung, die Hilfe wird nur in anderer Form geleistet: Statt der Übernahme der Kosten durch den ambulanten Unterstützungsdienst, das Wohnheim oder die Werkstatt für Unterkunft und Betreuung, können Menschen mit Behinderung das Geld für entsprechende Leistungen selbst verwalten und einsetzen.

Tipps

  • Der Familienratgeber der Aktion Mensch vermittelt einen Überblick über Wohnangebote in der Umgebung sowie über Rechtsgrundlagen und Fördermöglichkeiten.
  • Menschen mit Behinderung beschreiben in einer neuen Broschüre des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) sehr anschaulich und persönlich die Vorteile und Herausforderungen des selbstbestimmten Wohnens in WGs oder alleine. Die Broschüre kann kostenlos bestellt werden.

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