„Gemeinsam erleben“

Philipp Cierpka ist als Rollstuhlskater im Kampagnen-Film zu sehen. Im Interview erzählt er von sich, seinem Sport und darüber, was für ihn Inklusion bedeutet.

Welche Rolle spielt das Chairskating für Sie?

Chairskating ist im Mai 2013 in mein persönliches Leben getreten. Ein Kumpel von mir machte mich darauf aufmerksam, dass in Hamburg ein Workshop für Chairskating angeboten wird. Also machten meine Eltern und ich uns auf den Weg nach Hamburg, wo ich David Lebuser kennen lernen durfte, dem ich sehr viel zu verdanken habe. Und so begann alles. Mittlerweile ist das Chairskating das Allerwichtigste in meinem Leben geworden.
 

Wie war es für Sie, bei der Kampagne der Aktion Mensch mitzuwirken?

Das war für mich eine ganz große Ehre und ein riesiges Erlebnis. Ich habe so viele Menschen kennengelernt. Menschen mit Handicap, Menschen ohne Einschränkungen, die sehr offen auf mich zu kamen – Respekt vor mir und dem was ich mache hatten. Das bedeutet mir sehr viel.

Was bedeutet für Sie Inklusion?

Inklusion ist etwas sehr wichtiges in meinem Leben. So war es z.B. in meinem Heimatort schwierig  bis unmöglich ohne Hilfe von „A“ nach „B“ zu gelangen. Außerdem ist Sport mein Leben – und ich musste lange Fahrstrecken auf mich nehmen, um mich sportlich betätigen zu können, da es in meinem Heimatort keine sportlichen Angebote für Rollstuhlfahrer gab. Deshalb bin ich letztendlich umgezogen.


David Lebuser: Chairskaten in den USA

„Robust, nicht zu leicht und gefedert“, so beschreibt David Lebuser den perfekten Rollstuhl fürs Skaten. Der 27-jährige weiß, wovon er spricht – denn er arbeitet nicht nur bei einem Hersteller für Rollstühle, sondern ist auch Deutschlands erster Rollstuhl-Skater. Seit einem Unfall sitzt der Dortmunder im Rollstuhl. Am Anfang war er eher skeptisch und befürchtete, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Mittlerweile hat er diese Sorgen hinter sich gelassen – und skatet mit seinem Rollstuhl lässig durch die Welt. So hat er im Juli dieses Jahres die Chairskate-Weltmeisterschaft in Los Angeles gewonnen.

Was bedeutet Chairskating für Sie?

Das Skaten zeigt mir immer wieder, dass die persönlichen Grenzen nicht fest sind, sondern man sie immer wieder verschieben kann. Durch das Skaten habe ich gelernt, meinen Rollstuhl so gut zu beherrschen, dass im Alltag viele Barrieren für mich nichtig sind. So konnte ich mir mehr Freiheit und Selbstständigkeit schaffen.

Was kann die Aktion Mensch dabei tun?

Ich hoffe, dass die Aktion Mensch da weiter macht, wo sie niemals aufgehört hat. Da meine Workshops von der Aktion Mensch gefördert werden, freue ich mich darauf, auch weiterhin zusammen mit ihr an einem ‚Gemeinsamen Miteinander Aller’ arbeiten zu können.

Haben Sie nicht Angst, dass Sie sich beim Skaten verletzen?

Klar, Angst gehört dazu, denn das bewahrt uns davor, etwas Dummes zu tun. Aber wenn man in kleinen Schritten vorangeht, kann man schnell Dinge schaffen, die man vorher nicht für möglich gehalten hat. Die Tricks, bei denen bisher was passiert ist, stehen nach der Genesung eben wieder auf der To Do-Liste, nur etwas langsamer – erstmal. (lacht) Außerdem lerne ich beim Sport auch einen sichereren Umgang mit meinem Rollstuhl. Ich komme beispielsweise in Ausnahmesituationen besser zurecht und stoße seltener an meine Grenzen, z. B. durch Barrieren, wie steile Rampen oder Treppen.

Seine Begeisterung für die sogenannte Bowl mit ihren Bodenwellen, Rampen und Hügeln gibt David Lebuser in speziellen Workshops weiter. Bei diesen können sich Teilnehmer mit und ohne Behinderung im Skatepark mit einem Rollstuhl ausprobieren. Die Termine für die nächsten Workshops sind unter www.drs.org zu finden.

Weitere Informationen im Video.

Erfahren Sie mehr über David Lebuser im Bericht „Wie geil ist das denn!" in MENSCHEN.das magazin.

 

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