Inklusive Flüge durch die Manege

Es war schon lange der Traum der 60 Moskito-Kinder und ihrer Trainer: Die Ergebnisse ihres Trainings-Jahres in einem richtigen Zirkuszelt zeigen zu können. Nun ging er in Erfüllung. Denn das Projekt war einer der drei Gewinner beim Ideenwettbewerb zum 5. Mai 2017.

Kurz vor der großen Aufführung ist die Aufregung der kleinen Artisten mit Händen zu greifen. Lena Stecker, die das Projekt organisiert und durchführt, ruft alle noch mal zu einer kurzen Besprechung hinter das große Zirkuszelt. „Sind alle Bäume da? Die Elfenkinder? Und die Trapez-Gruppe?“ Aus verschiedenen Ecken kommen die Rückmeldungen. Jeder nimmt noch ein Stück Melone, dann geht’s los. Denn das ganze Zelt ist schon voll besetzt mit Eltern, Großeltern und Freunden der Kinder.

Spiderman bildet den Auftakt. Ganz allein. Das Publikum ist verwundert … und still. Genau so war es auch geplant, denn nun springt der Spiderman-Junge auf und räumt seinen Platz für die Bäume, die auf Stelzen hereinkommen. Jede Nummer der Kinder wird mit schwungvoller Musik untermalt. Thema der gut anderthalb-stündigen Show ist „Geheimnisse im Wald“. Elfen und Bäume auf Stelzen sind hier also etwas ganz Normales. Mäuse klettern an Vertikaltüchern bis unter die Kuppel des Zirkuszelts. Sie wickeln Hände und Füße ein, um dann plötzlich nach unten zu stürzen. Dem Publikum stockt der Atem. Aber die akrobatischen Mäuse haben alles im Griff.

Viel Spaß und großartige kleine Artisten

Ein Mädchen kommt als Rotkäppchen auf die Bühne, um zu fegen. Was so harmlos anfängt, endet in einer Verfolgungsszene: Denn ein Junge mit Rollstuhl und Wolfskostüm verfolgt sie, so entsteht eine rasante Jagd. Sehr schön: die Einlagen der Clowns-Mädchen. Schlicht, aber gerade dadurch poetisch, und mit einer Menge Spaß und Elan vorgetragen. Phantastisch einstudiert sind die Jonglage-Einlagen einer inklusiven Gruppe von Jungen. Sie wirbeln Bälle, Keulen und Diabolos herum.

 

Gute Zusammenarbeit

Inklusiv ist die Zirkusschule Moskito vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit der Stiftung KBZO . In vier Gruppen, die das ganze Jahr über in Ravensburg trainiert haben, sind insgesamt mehr als zehn Kinder mit den verschiedensten Behinderungen. Alle Kinder profitieren vom gemeinsamen Training. Denn schon nach wenigen Monaten meistern sie Kunststücke, die sie vorher nicht für möglich gehalten hätten. Dazu kommt natürlich am Ende des Trainings-Jahres der Applaus des Publikums.

Lena Stecker leitet das Projekt nun im dritten Jahr. Und sie gesteht, dass es nicht immer einfach war: „Am Anfang war das Miteinander noch nicht so selbstverständlich. Die Kinder haben sich manchmal gegenseitig geärgert. Darunter haben vor allem die Kinder mit Behinderung gelitten“, sagt sie. Mit der Zeit sei es aber besser geworden. „Wahrscheinlich, weil alle gemerkt haben, dass wir Trainer auch alle gleich behandeln. Und dass jedes der Kinder seine Stärken und Schwächen hat.

Jeden Sommer neue Kurse

Mitmachen kann in der Zirkusschule eigentlich jeder. Immer im Sommer beginnen die neuen Gruppen, zu denen sich die Kinder für ein Jahr anmelden, bis zur großen Show. Jetzt zum ersten Mal im echten Zirkuszelt. Das konnte Lena Stecker von dem Geld mieten, dass sie mit ihrem Projekt bei der Aktion Mensch gewonnen hat. „Wir gestalten unsere Stadt“ war das Motto, und von dem Preisgeld von insgesamt 5.000 Euro ging die Hälfte an das Ravensburger Zirkusprojekt. „Dafür möchte ich der Aktion Mensch ganz herzlich danken“, sagte die Organisatorin nach der Aufführung, glücklich und den Tränen nahe. Ihr nächstes Ziel? Ganz klar: Sie möchte ihr Moskito-Projekt so groß machen, dass die Zirkusschule irgendwann ein eigenes Zelt anschaffen kann. Denn auch für die Kinder war es ein großartiges Erlebnis.


Gemeinsam aktiv

Gemeinsam töpfern, kochen, Sport treiben: In vielen Vereinen im Landkreis Harburg wird Inklusion bereits gelebt. Ein Projekt der Lebenshilfe gab den Anstoß dafür, dass heute immer mehr Menschen mit und ohne Behinderung ihre Freizeit zusammen gestalten.

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Die deutschlandweit erste Jugendherberge, die als geprüfter Integrationsbetrieb eröffnete, gibt es in Leer. Ihrem Beispiel folgte die Jugendherberge im nahe gelegenen Aurich und nun entsteht auch in Bayreuth ein solcher Betrieb. Die Geschichte eines Erfolgskonzepts.

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Unsichtbarer Freund

Schüler der sechsten Klassen in Frankfurt am Main können zurzeit viel darüber erfahren, wie blinde Menschen im Alltag leben. Jungen und Mädchen, die am Begegnungs-Projekt im "DialogMuseum" teilnehmen, können sich zum "Unsichtbaren Freund" ausbilden lassen – und viele neue Erfahrungen machen.

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