Karate ohne Grenzen

Die eigene Stadt positiv zu verändern und Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen – das war der Gedanke des Ideenwettbewerbs #wirgestaltenhier anlässlich des europäischen Protesttags am 5. Mai. Das Sommerfest des Hayashi Karatecenters in Schiffweiler hatte genau dieses Ziel. Ob groß oder klein, jung oder alt, mit Behinderung oder ohne: Auf dem Fest hatten alle Besucher jede Menge Spaß.

Ivonne und Dirk Dohm leiten das Hayashi Karatecenter. Als Dirk Dohm in den achtziger Jahren mit Karate anfing, merkte er, wie schwierig sich für Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Sport gestaltete: „In meinem Team war damals ein Mann mit Behinderung. Er hat mit Abstand am fleißigsten trainiert und wurde trotzdem überhaupt nicht ernst genommen. Er durfte zum Beispiel keine Gürtel-Prüfung ablegen. Da war für mich klar: Wenn ich irgendwann einmal etwas verändern kann, verändere ich etwas. Und das haben meine Frau und ich getan.“

Ikkaido oder Kampfkunst für alle

Vor einigen Jahren entschied das Ehepaar spontan beim Fernsehen, einen Karate-Verein zu gründen, bei dem alle willkommen sind. Das Motto des Hayashi Karatecenters lautet deshalb „Karate ohne Grenzen“. Hier trainieren Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam. Egal ob sie eine körperliche, geistige oder seelische Behinderung haben.

Zudem muss sich niemand an die Kampfkunst anpassen. Vielmehr wird der Sport an die Menschen angepasst. Diese Philosophie steht auch hinter dem Sport Ikkaido. Ikkaido ist eine inklusive Kampfkunst, die alle bestehenden asiatischen Kampfkünste verbindet. Dazu gehören außer Karate zum Beispiel noch Judo, Aikido oder Jiu Jitsu.

Regeln nach und nach entwickelt

„Bruce Lee verglich die Kampfkunst mit fließendem Wasser. Das heißt, sie soll flexibel sein und sich je nach Bedarf verändern“, erklärt Dirk Dohm. „Genau das ermöglicht Ikkaido. Jeder kann mitmachen und die für sich passende Trainingsform finden.“ Gemeinsam mit dem Briten Ray Sweeney gründete Dirk Dohm im Jahr 2013 den internationalen Ikkaido-Verband. Das Regelwerk haben sie nach und nach entwickelt.

In den Prüfungen gibt es zum Beispiel immer einen inklusiven Teil. Menschen mit Behinderung müssen Übungen erklären, die sie selbst nicht umsetzen können. Trotzdem sollen sie in der Lage sein, anderen die Technik zu erklären. Menschen ohne Behinderung versetzen sich zeitweise in die Lage eines Menschen mit Behinderung und legen die Prüfung dann mit verbundenen Augen oder im Rollstuhl ab.

Karate im Rollstuhl

Dass Kampfkunst im Rollstuhl gut funktioniert, führte Karateka Marcus Weiß den Besuchern auf dem Sommerfest vor. Marcus hat dieses Jahr Abitur gemacht, möchte Jura studieren und ist schon seit vielen Jahren im Verein aktiv. Bald steht die Prüfung für den schwarzen Gürtel an. Seine Gehbehinderung spielt dabei keine Rolle. Er kann zwar keine Fußtritte machen – dafür nutzt er seinen Oberkörper sehr intensiv.

Der Abiturient trainiert sogar im Stehen und braucht den Rollstuhl meistens gar nicht. Trotzdem hat er gelernt, ihn als Waffe oder zur Selbstverteidigung zu nutzen. Insgesamt habe ihn der Sport sehr verändert: „Er hat mir viel mehr Selbstbewusstsein gegeben. Ich habe gelernt zu zeigen, wer ich bin. Und natürlich bin ich inzwischen körperlich einfach viel fitter. Heute kann ich weitere Strecken laufen und nutze den Rollstuhl weniger als früher.“

Ähnliche Erfahrungen hat Philipp Henrikus gemacht: „Ich habe meinen Trainer Dirk bei uns an der Schule kennengelernt. Er war da, um uns Karate vorzuführen. Das hat mir total gut gefallen. Nach der Vorführung habe ich mich direkt im Verein angemeldet. Seitdem habe ich mich sehr verändert. Ich traue mich viel mehr. Außerdem bin ich höflicher geworden. Hier zu trainieren macht mir eine Menge Spaß.“


Jeder kann tanzen!

Ob Walzer, Samba oder Cha Cha Cha: Den Mitgliedern des Vereins “Tanzen Inklusiv in Nordrhein-Westfalen” in Hemer geht es um den Rhythmus, den sportlichen Anspruch und nicht zuletzt um den Spaß am Hobby Tanz. Rollstuhlfahrer und Fußgänger trainieren hier gemeinsam.

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Schneller, höher, inklusiver

Spitzensportler sammeln Medaillen, sie erhalten Sportförderung, sie sind präsent in den Medien, sie sind Vorbilder. Gilt das auch für behinderte Spitzensportler? Strahlt der Spitzensport auf den Breitensport aus? Schlaglichter auf eine der schönsten Nebensachen des Lebens.

Fünf Perspektiven

Inklusiv zum Sportabzeichen

Einen wichtigen Schritt in Richtung inklusiver Breitensport geht der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit Unterstützung der Aktion Mensch. Wenn Menschen gemeinsam trainieren und miteinander die Prüfung ablegen, dann baut das Berührungsängste ab und hilft, die Barrieren in den Köpfen zu überwinden.

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