Auf gutem Weg?

Nach einer Inspektionsreise im Frühjahr 2007 las der damalige UN-Sonderberichterstatter für Bildung, Vernor Munoz Villalobos, den Deutschen heftig die Leviten: Das dreigliedrige Schulsystem hindere viele Kinder daran, ihr Potential zu entfalten. Die Infrastruktur für Schüler mit Behinderungen sei unzulänglich. "Ich habe das Gefühl", sagte Villalobos damals, "dass sich das deutsche Bildungssystem nicht darauf konzentriert alle einzubeziehen, sondern eher Trennungen schafft."

Die Kritik hat gefruchtet. Seit Villalobos Besuch haben Bund, Länder und Kommunen die Frühförderung von sozial benachteiligten Kindern in Kitas vorangetrieben.
Außerdem wandeln sich immer mehr Schulen in Ganztagsschulen um, was ebenfalls schwächeren und sozial benachteiligten Kindern zugutekommt. Mehr als die Hälfte der Bundesländer hat zudem die Hauptschulen mit den Realschulen zu einer neuen Schulform verschmolzen. Dadurch soll unter anderem verhindert werden, dass man auf schwächere Schüler herab guckt und sie ausgrenzt.

Kluft zwischen Theorie und Praxis

Nicht so erfreulich sieht die Lage der Schüler mit Behinderungen aus. Zwar hat die Bundesregierung im März 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert, die das Recht auf ein gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung in den Stand eines Menschenrechts erhebt – in der Praxis werden die Kinder und Jugendlichen dennoch weiterhin aussortiert. Mehr als 34 Prozent hatten im Schuljahr 2014/2015 einen Platz in einer Regelschule, alle anderen wurden in Sondereinrichtungen unterrichtet. Auch unter den Studierenden ist der Anteil von Menschen mit Behinderung verschwindend gering.

Ganz weit hinten

Im europäischen Vergleich belegt Deutschland in Sachen Inklusion einen der letzten Plätze. Spitzenreiter ist Island mit einer Inklusionsrate von 96 Prozent, gefolgt von Ländern wie Malta (94 Prozent) oder Norwegen (85 Prozent). Dabei stehen in Deutschland vor allem die konservativ geführten Bundesländer auf der Bremse. Zwar haben die meisten Länderparlamente die Inklusion inzwischen ins Schulgesetz geschrieben, gleichzeitig haben sie sich eine Menge Hintertüren offen gelassen, um die Förderschulen weiterhin zu erhalten.
Ähnlich verhält es sich mit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz zur Inklusion. Auch der Staatenbericht, den die Bundesregierung als Unterzeichner der Behindertenrechtskonvention bei der UN abliefern musste, überzeugt die Experten nicht. Im Gegenteil: Sie gehen davon aus, dass das die Bundesregierung erneut von der internationalen Staatengemeinschaft gerügt werden wird.

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