Realitätscheck: Barrierefreiheit

Norm trifft Realität

An Flughäfen, Bahnhöfen und Messen sind Orientierungssysteme üblich: Schilder in diversen Farben machen unterschiedliche Bereiche erkennbar, Bodenleitsysteme geben den schnellsten und einfachsten Weg vor, Piktogramme lotsen zu Infopunkten oder Toiletten, Ansagen über Lautsprecher ergänzen die Informationen.

Nicht immer sind diese Hilfen für allerdings Reisende und Besucher bis ins Detail durchdacht – und für Menschen mit Behinderung "mitgedacht". Im Sinne der Barrierefreiheit müssten nämlich auch Fragen wie diese gestellt werden: Sind die Farben klar unterscheidbar, ist für Kontraste gesorgt, ist die Schrift gut lesbar? Ist die Beschilderung leicht und eindeutig verständlich? Gibt es Tastpläne und Beschilderungen in Braille-Schrift?
Wer auf ein Konzert oder zu einem Vortrag geht, kann ebenso wenig absolute Barrierefreiheit erwarten. Zwar unterliegen öffentliche Veranstaltungsräume der DIN-Norm und den gesetzlichen Bestimmungen für barrierefreies Bauen – aber gerade bei älteren Bauten gibt es häufig keine rollstuhlgerechten Toiletten, stufenfreie Eingänge oder Aufzüge. Und wie häufig kommt es vor, dass bei einem Vortrag die Inhalte von einem Gebärdensprachdolmetscher übersetzt werden?

Technik und ihre Tücken

Neue Technologien haben für Menschen mit Behinderung schon großen Nutzen gebracht – man denke nur an Kommunikationsgeräte mit bebilderten Buttons für nichtsprechende Menschen. Der PC wiederum ermöglicht es vielen zu arbeiten, Freunde zu "treffen" oder zu spielen. Für Menschen mit Sehbehinderung gibt es Vergrößerungssoftware; Blinde können sich dank Texterkennungs- und Vorlese-Software Websites vorlesen oder in Braille-Schrift ausgeben lassen. Doch es gibt auch einige Beispiele dafür, dass die Welt des Computers noch längst nicht barrierefrei ist:

  • Mit Tastatur, Maus oder Joystick zu hantieren, erfordert eine Auffassungsgabe und Feinmotorik, die Menschen mit Behinderung nicht immer haben.
  • Menschen mit Spastiken oder anderen motorischen Störungen können häufig eine Maus gar nicht greifen und navigieren mit der Tastatur. Allerdings sind viele Websites nicht so aufgebaut, dass die einzelnen Elemente per Tab-Taste gezielt angesteuert werden können und erkennbar ist, welches Element gerade im Vordergrund ist.
  • Für Gehörlose und Menschen mit geistigen Behinderungen besteht die Hürde häufig weniger in der Technik als in den Inhalten der Websites: Die Schriftsprache ist für viele von ihnen schwer verständlich, gleichzeitig werden nur wenige Inhalte in leichter Sprache oder als Gebärdenvideo bereit gestellt.
  • Wenn Sehbehinderte den Kontrastmodus nutzen, um weiße Schrift auf schwarzen Hintergrund zu erzeugen, sind Elemente der Website womöglich nicht mehr sichtbar.
  • Der Trend, Menschen im Servicebereich durch Automaten zu ersetzen, stellt für Menschen mit geistigen Behinderungen eine weitere Herausforderung dar: Sie müssen selbständig mit einer ihnen unbekannten Technik klar kommen.
  • Tragbare Geräte wie Mobiltelefone oder iPods und MP3-Player werden immer kleiner und kompakter. Das erschwert das Lesen auf den Oberflächen sowie die Handhabung der Bedienelemente – weil die Designer bei der Produktentwicklung an das technische Machbare dachten, aber eben nicht an ein "Design für alle" im Sinne von Inklusion.

 

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