Mediennutzungs-Studie 2016

"Ich würde ja gucken... " – Wie Menschen mit Behinderung Medien nutzen

Fernsehen gucken, oder kleine Filme im Internet: Die meisten von uns machen das täglich. Um sich zu informieren, oder auch um Spaß zu haben oder zu entspannen. Menschen mit Behinderung sind jedoch bisher von vielen Medien-Angeboten ausgeschlossen. Eine repräsentative Umfrage der Aktion Mensch und der Medienanstalten zeigt nun erstmals, wie Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen in Deutschland Medien nutzen und wo sie auf Grenzen stoßen.

Im Auftrag der Aktion Mensch und den Medienanstalten haben die Technische Universität Dortmund und das Hans-Bredow-Institut aus Hamburg eine repräsentative Studie zur Mediennutzung von Menschen mit Behinderung durchgeführt. Ziel war herauszufinden, wie Menschen mit Behinderung Medien nutzen, was sie motiviert sie zu nutzen und auf welche Barrieren sie dabei stoßen. Dazu befragt wurden bundesweit 610 Männer und Frauen aus den Gruppen der Seh-, Hör-, körperlich-motorischen Beeinträchtigten sowie Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Es ist für mich nicht möglich einfach mal reinzuzappen. Ich muss mich der Fernsehzeitung anpassen, die mir sagt, wann etwas mit Untertiteln läuft.

Teilnehmer Gruppendiskussion in Gebärdensprache


Die wichtigsten Ergebnisse der Studie
Alle vier Gruppen nutzen das Fernsehen mindestens so stark wie die Gesamtbevölkerung. Sie kritisieren aber, dass es noch zu viele Barrieren gibt.

  • 61 % der Gehörlosen sagen, dass es zu wenige Sendungen mit Untertiteln gibt.
  • Menschen mit Sehbehinderung und Blinde wünschen sich mehr so genannte "Audiodeskriptionen". Darin wird beschrieben, was gerade im Bild zu sehen ist.
  • 86 Prozent der Gehörlosen und 48 Prozent der Blinden sagen, dass sie den Inhalten im Fernsehen "gelegentlich" bis "sehr oft" nicht folgen können.
  • Viele der Befragten fordern eine bessere Übersicht dazu, welche Sendungen barrierefrei angeboten werden.
  • Jeder sechste Mediennutzer mit motorischen Einschränkungen hat Schwierigkeiten mit der Bedienung von Fernseh-Geräten. Größere Tasten auf den Fernbedienungen und mehr Zeit, um zweistellige Programm-Nummern einzugeben, wären hier von Vorteil.
  • Das Internet nutzen Menschen mit Behinderung insgesamt seltener als die Gesamtbevölkerung. Das gilt vor allem für die Teilgruppe mit Lernschwierigkeiten.

 

Impressionen von den Medientagen München 2016

Ich will teilhaben! Ich möchte auch mal einen Film im Fernsehen, so normal wie möglich, erleben! Dann werde ich von Freunden gefragt: "Hast du das gestern gesehen?" Und ich muss dann sagen: Nein, habe ich nicht, konnte ich nicht. Ich möchte aber auch mitreden können.

Teilnehmer Gruppendiskussion Hör- und Sehbeeinträchtigungen

Das muss jetzt passieren

Ziel muss sein, gleiche Chancen für alle zu schaffen. Denn bei der Nutzung von Medien geht es nicht nur um Spaß und Entspannung, sondern auch darum, sich zu informieren und mitreden zu können. Daher sollten die Fernseh-Macher und auch die Anbieter von Inhalten im Netz ihre Filme und Sendungen barrierefrei machen. Durch die Digitalisierung ist das kein großes Problem. Denn Untertitel und Audiodeskriptionen kann man einfach zu- oder abschalten. Ob Inklusion gelingt, entscheidet sich auch dadurch, ob Menschen mit Behinderung einen selbstverständlichen Zugang zu allen Medien bekommen. Es darf niemand ausgeschlossen werden. Und am Ende ist Barrierefreiheit, auch in Fernsehen und Internet, für alle gut: Für zehn Prozent ist sie notwendig, für 30 Prozent hilfreich und für 100 Prozent angenehm.

 

Kennst du schon unseren Film?

Die Welt aus Kinderaugen: Jede neue Idee kann die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlicher machen.

Was ist eigentlich Inklusion?

Jeder kann in seinem Umfeld zu Inklusion beitragen. Und je mehr wir über Inklusion wissen, desto weniger Berührungsängste gibt es.

Gutes tun und gewinnen

Mit jedem Los tust du etwas Gutes. Denn mit den Einnahmen aus der Lotterie unterstützt die Aktion Mensch bis zu 1.000 soziale Projekte im Monat.

In Vorfreude Gutes tun

Dein perfektes
Weihnachtsgeschenk

Ein Jahreslos der
Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

Noch kein
Geschenk?