Inklusionsbarometer 2016

Das vierte Inklusionsbarometer Arbeit bringt gute Nachrichten: In der Arbeitswelt wird Inklusion immer alltäglicher. Zum ersten Mal sind die Arbeitgeber optimistischer als die Mitarbeiter mit Behinderung. Allerdings gibt es weiter großen Verbesserungsbedarf.

Der Gesamtwert des "Barometers" von 106,7 ist der beste, den es bisher gab (im vergangenen Jahr lag er bei 101,2). Grund für die Verbesserung ist, dass die Unternehmen das Thema Inklusion positiver einschätzen (von 27,8 auf 35,5). Das gefühlte Inklusions-Klima bei den Menschen mit Behinderung selbst ist hingegen leicht gesunken (von 40,4 auf 38,7). Gut zu wissen: Von einem positiven Inklusionsklima kann man erst ab dem Schwellenwert von 50 sprechen.

Unternehmer optimistisch

31 Prozent der Unternehmen haben jetzt schriftliche Grundsätze zur Integration von Menschen mit Behinderung festgelegt. Das sind fast doppelt so viele wie noch im vergangenen Jahr (17 Prozent).  Und auch die Barrierefreiheit nimmt weiter zu: Nur noch acht Prozent der großen Unternehmen sind überhaupt nicht barrierefrei. Bei den kleineren gilt das allerdings noch fast für die Hälfte. Ähnliche Unterschiede gibt es bei den Infos zu Fördermöglichkeiten: 96 Prozent der großen Unternehmen kennen sie, 92 Prozent nutzen sie auch. Bei den kleinen Unternehmen wissen nur 62 Prozent, dass es staatliche Förderung für Mitarbeiter mit Behinderung gibt. Und nur 53 Prozent nehmen sie auch in Anspruch.

Alle reden über Fachkräftemangel. Aber die wenigsten Mittelständler beziehen Menschen mit Behinderung in ihre Suche mit ein. Das kann ich nicht nachvollziehen.

Jessica Müller
Meisterin im Malerbetrieb Karl Müller, Pulheim-Brauweiler

Kritik an fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten

Bei den Arbeitnehmern mit Behinderung ist von acht abgefragten Werten nur einer positiv: Zum ersten Mal sehen nämlich 23 Prozent der Befragten eine Verbesserung, was die Situation auf dem Arbeitsmarkt betrifft. Im vergangenen Jahr waren das nur 13 Prozent.
Negativ fällt auf, dass 13 Prozent der Arbeitnehmer mit Behinderung sich nicht ihren Qualifikationen gemäß eingesetzt fühlen. Nur 19 Prozent schätzen darüber hinaus ihre Entwicklungsmöglichkeiten im Betrieb positiv ein. 28 Prozent meinen, sie seien "sehr schlecht" oder "eher schlecht".


Langzeitarbeitslosigkeit steigt

Die Inklusions-Lage, also die Situation auf dem Arbeitsmarkt, hat sich nur leicht verbessert, von 102,3 auf jetzt 103,0. Die Arbeitslosenquote ist von 13,9 Prozent auf jetzt 13,4 Prozent gesunken. Allerdings wesentlich langsamer als die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, die nun bei 6,4 Prozent liegt. Die Schere zwischen Arbeitslosen mit und ohne Behinderung geht weiter auseinander. Auch die Dauer der Arbeitslosigkeit steigt weiter. So suchen Menschen mit Behinderung im Durchschnitt mehr als 100 Tage länger nach einem Job als Menschen ohne Behinderung (367 Tage im Vergleich zu 266 Tagen).

Für die Studie, die die Aktion Mensch zusammen mit dem Handelsblatt Research Institut herausgibt, sind 500 Unternehmen und 804 Arbeitnehmer mit Behinderung befragt worden. Die komplette Studie steht Ihnen auf dieser Seite zum Download bereit.

Inklusion im Malerbetrieb Karl Müller - Video anschauen

Inklusion: Viel Arbeit

Hier gelangen Sie zur Handelsblatt Infografik (externer Link).

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