Das Förderprogramm "Wohnen im Sozialraum" macht zusätzliches Personal und neue Konzepte für Inklusion im Quartier finanzierbar.  

Das Förderprogramm "Wohnen im Sozialraum" ermöglicht Menschen mit Behinderung, selbstbestimmt zu leben. Wie dieser Mutter in einem Wohnprojekt in Erfurt.

Gut, wenn es für manche Aufgaben einen "Ermöglicher" gibt. So wie den Sozialarbeiter aus einem neu eröffneten Wohnprojekt der Gemeinnützigen Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit mbH in der Homburger City. Er sorgt dafür, dass die acht Bewohnerinnen und Bewohner mit schwerstmehrfacher Behinderung die für sie interessanten Angebote im Stadtteil kennenlernen und nutzen können. Die Fachkraft erleichtert ihnen das Einleben, knüpft für sie erste Kontakte zu Vereinen, Kirchengemeinden, Kultur- und Bildungseinrichtungen oder Sportgruppen im Viertel. Sie bereitet den Boden für Inklusion im Quartier. Finanziert wird die Personalstelle mit 118.000 Euro aus dem Förderprogramm "Wohnen im Sozialraum" der Aktion Mensch.

Viele Menschen mit Behinderung wollen nicht nur schön und gut wohnen wie alle anderen auch. Ihr größter Wunsch ist es, mit Menschen ohne Behinderung zusammen zu kommen - und zwar in allen Bereichen des Lebens. Um dies zu ermöglichen, stellt die Soziallotterie seit 2014 zusätzliche Fördergelder für diese Aufgabe bereit. Bis zu 120.000 Euro kann erhalten, wer eine neue Personalstelle zur Erschließung des Sozialraumes schafft. Bereits bestehende Wohneinrichtungen können bis zu 15.000 Euro erhalten, wenn sie ein Konzept für Sozialraumangebote erstellen.

Chancen auf eine Förderung in Höhe von 120.000 Euro haben Antragsteller, die kleine Wohnprojekte mit bis zu acht Plätzen an einem neuen Standort eröffnen. "Wir finanzieren zu maximal 70 Prozent eine zusätzliche Stelle für die Erschließung des neuen Sozialraumes", erklärt Ivonne Jerzyk. "Die Fachkraft soll sich ausschließlich damit beschäftigen, was es für Angebote im Sozialraum gibt und welche Bedürfnisse und Bedarfe die entsprechende Wohngruppe hat. Sie muss sich damit auseinanderzusetzen, was die Menschen wollen."

Die neue Personalstelle kann schon drei Monate vor Erstbezug des Wohnprojekts eingerichtet werden, sagt Ivonne Jerzyk. Der Antragsteller kann sie aber auch erst mit dem Einzug oder bis drei Monate nach Betriebsbeginn installieren. Die Aktion Mensch finanziert die Stelle maximal drei Jahre lang. "Danach sollten alle Kontakte geknüpft und das Ganze ein Selbstläufer sein", erklärt Jerzyk. Eine bestimmte Qualifikation ist für die Fachkraft nicht vorgeschrieben. "Die Person kann auch aus einem bestehenden Team kommen", so Jerzyk. "Wir wollen aber, dass es eine neu geschaffene Personalstelle ist. Wenn die Person aus dem Team kommt, muss ihre bisherige Stelle nachbesetzt werden."

Auch für Wohneinrichtungen, die schon einige Jahre bestehen, bietet die Aktion Mensch einen attraktiven Anschub. "Wir wollen da helfen, wo es bisher mit der Anbindung der Bewohner in einen Sozialraum noch nicht geklappt hat", erklärt Ivonne Jerzyk. Bis zu 15.000 Euro Zuschuss erhält, wer ein neues Konzept für diese Aufgabe entwickelt oder extern entwickeln lässt. So finanziert die Aktion Mensch beispielsweise für die Caritas in Lastrup bei Cloppenburg für acht Monate die halbe Stelle einer Sozialarbeiterin. Sie erarbeitet ein Konzept, wie Bewohner mit psychischer Erkrankung aus verschiedenen Wohngruppen den Kontakt zu den anderen Einwohnern des Ortes intensivieren können.

Die beiden Säulen des Förderprogramms lassen sich nicht verbinden: Wer einen Zuschuss für ein Erschließungskonzept erhält, kann nicht danach noch eine dreijährige Förderung für eine Personalstelle bekommen.

Rund 30 Anträge sind seit dem Beginn des Förderprogramms 2014 genehmigt worden. Ivonne Jerzyk hofft, dass bald noch mehr Träger diese Chance nutzen. Wer Fragen hat, kann sich direkt an seinen Spitzenverband wenden. Nähere Informationen gibt es hier.

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