Neben „Arbeit", „Wohnen" und „Freizeit" gehört die „Bildung und Persönlichkeitsentwicklung" zu den vier Handlungsfeldern der Aktion Mensch. Gleich drei Förderbereiche ermöglichen hier Zuschüsse für mögliche Projekte: die Kinder- und Jugendhilfe, die Projektförderung und die Förderaktion.

Das Münchener Projekt "Die besten Gipfelstürmer" fördert die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Wer es an einem Berg oder an der Kletterwand ganz nach oben schafft, zieht daraus viel Selbstvertrauen. Denn ist der Gipfel erreicht, lässt dies nicht nur die Muskeln, sondern auch die eigene Persönlichkeit wachsen. Das erfahren auch die Kinder und Jugendlichen mit und ohne Behinderung des mit 236.400 Euro geförderten Projekts „Bayerns beste Gipfelstürmer“. Bei diesem inklusiven Freizeit-Projekt der Interessengemeinschaft Klettern München und Südbayern e.V. geht es nicht nur um sportliche Leistung. Hier geht es vor allem um Spaß, das gemeinsame Miteinander, das Überwinden von Barrieren und der eigenen Grenzen.

 „Nach solchen inklusiven Projekten suchen wir, denn sie fördern die Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen auf ganz spielerische Weise", sagt Detlef Kaenders, Leiter der Kinder- und Jugendhilfe/Starthilfe bei der Aktion Mensch. „Junge Menschen sollen in einem gesellschaftlichen Umfeld aufwachsen, in dem sie eigene Erfahrungen machen, mit bestimmen und mitwirken können. Mit unserer Förderung unterstützen wir genau dies: Kinder und Jugendliche machen selbststärkende Erfahrungen und wir begleiten sie dabei.“

Mitgestalten, mitbestimmen -  Verantwortung übernehmen lernen

Gefördert werden auch Maßnahmen, die die Mitbestimmung und Mitwirkung von jungen Menschen in der Kommune stärken. Ziel ist dabei, junge Menschen für die Gestaltung ihres Sozialraumes zu gewinnen und zu begeistern. „Zum Beispiel dafür, im eigenen Kiez eine kindgerechte Lebenswelt mitzugestalten“, erklärt Detlef Kaenders.

Gefördert werden auch inklusive Projekte, die Begegnungen auf Augenhöhe zwischen Menschen mit und ohne Behinderung fördern und bestehende Barrieren abbauen.

Darüber hinaus wünscht sich die Aktion Mensch mehr Projektanträge, die eine Begegnung unterschiedlicher Menschen auf Augenhöhe ermöglichen. „Der Austausch mit anderen gehört zu den Grundvoraussetzungen dafür, wenn es darum geht, die eigene Persönlichkeit zu stärken und weiterzuentwickeln“, erläutert Kaenders. „Man lernt die Stärken, Schwächen und Probleme der anderen kennen und übt den normalen Umgang miteinander.“ Ein Beispiel dafür ist das Kreativprojekt des Vereins aus:sicht e.V. in Esslingen, bei dem junge Menschen mit und ohne Sehbehinderung gemeinsam Theater spielen und andere musische Kunstformen ausprobieren. Bis zu zehn Theaterworkshops im Jahr stellt das Projekt auf die Beine: Dabei erarbeiten, proben und inszenieren die Teilnehmer die Stücke alle gemeinsam. Die Aktion Mensch fördert die Workshops mit insgesamt 182.124 Euro.

Die Förderkriterien für Projekte zur „Bildung und Persönlichkeitsentwicklung" sind in der Kinder- und Jugendhilfe (Teilnehmende bis 27 Jahre) und in der Projektförderung (Teilnehmende jeden Alters) ähnlich: Alle Projekte sollen auf bis zu drei Jahre angelegt sein. Und: Sie können einen Zuschuss von bis zu 250.000 Euro erhalten. Für die Herstellung von Barrierefreiheit bei den Projekten gibt es 50.000 Euro zusätzlich. Die Antragssteller müssen 30 Prozent der Kosten des Projekts selber tragen.

Ob klein oder groß – auch Veranstaltungen sind Bildungsmaßnahmen

Kurse, Fachtage, Seminare und Bildungsmaßnahmen können durch die Mikroförderung Zuschüsse erhalten. Dafür ist der Einsatz von Eigenmitteln nicht nötig. Hier gilt es allerdings, eine Besonderheit zu beachten: „Im Bereich Bildung bezuschussen wir in Pauschalen“, erklärt Helen Eickmeier, Mitarbeiterin in der Antragsberatung der Aktion Mensch. „Da bekommt der Antragsteller pro Teilnehmer, Betreuer und Referent pro Tag 40 Euro. Zusätzlich bezuschusst die Aktion Mensch das Barrierefreimachen von Veranstaltungen mit 70 Prozent. Wenn zum Beispiel ein Gebärdensprachdolmetscher benötigt wird, finanziert diesen die Aktion Mensch mit 70 Prozent seiner Kosten. Gut zu wissen: Die Projekte müssen überregional ausgeschrieben sein. Sie können sich an unterschiedliche Zielgruppen, also Betroffene, Angehörige und Ehrenamtliche richten. Die Ausbildung bzw. Qualifizierung von Fachpersonal wird nicht gefördert.

Möglich sind aber auch kleine Bildungsangebote, wie der Krimiworkshop der Lebenshilfe NRW in Ruppichteroth zum Beispiel, der 2.292 Euro Zuschuss erhielt: Dabei lernten zehn Menschen mit geistiger Behinderung, wie man Verhöre führt, Spuren deutet und was Detektive tun.

Bildung kann also auch sehr unterhaltsam sein. Jetzt hofft die Aktion Mensch, dass die Spürnasen unter den Antragstellern sich auf die Suche nach ähnlich interessanten Ideen für neue Anträge machen.

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