Aktuelle Evaluation bescheinigt dem Förderprogramm Inklusion gute Noten für Vernetzung

Malen im inklusiven Jugendtreff. Die Inklusionsförderung der Aktion Mensch stärkt die Vernetzung von Akteuren auf lokaler und regionaler Ebene.

Die Bilanz von bonnfairbindet kann sich sehen lassen: Das Projekt für berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderung hat innerhalb von zwei Jahren ein Netzwerk aus mehr als 60 einflussreichen lokalen Organisationen gebildet. Es hat gefragte Informationsdienste für Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgebaut. Es hat die Stadtverwaltung als Geldgeber mit ins Boot geholt und obendrein durch gute Öffentlichkeitsarbeit mehr Problembewusstsein geschaffen. Kurzum: Die Initiative bereitete den Boden dafür, dass Bonner Unternehmen heute mehr inklusive Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen. Menschen mit Behinderung können in der ehemaligen Bundeshauptstadt leichter einen Job finden.

Wichtigste Grundlage für den Start von bonnfairbindet bildete ein Zuschuss in Höhe von 224.898 Euro aus dem Förderprogramm Inklusion der Aktion Mensch. „Das Projekt hat es in vorbildlicher Weise geschafft, Kammern, Arbeitgeber, Verbände, Arbeitsagentur, Jobcenter, die Stadt Bonn und ein breites Netz von beteiligten Unternehmen zusammenzubringen“, lobt Uwe Blumenreich, Leiter der Projekt- und Inklusionsförderung der Aktion Mensch.

Vernetzung organisieren, um Inklusion zu fördern
Genau solche Initiativen will das Förderprogramm Inklusion unterstützen. Einen Zuschuss erhalten Projekte, die für eine breite regionale oder lokale Vernetzung sorgen, durch die Inklusion vor Ort vorankommt. „Bei diesem Programm geht es uns auch darum, die unterschiedlichen Akteure zusammen zu bringen, die das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung in ihrer Stadt oder Gemeinde vorantreiben wollen“, sagt Blumenreich. Dabei befassen sich die geförderten Projekte nicht nur mit Inklusion in der Arbeitswelt, sondern finden auch in den Bereichen Wohnen, Bildung oder Freizeit statt. „Vor allem im Breitensport gibt es viele Initiativen, die Inklusion sehr konkret umsetzen können“, berichtet Uwe Blumenreich. „Wir erhalten besonders oft Anträge aus dem Freizeitbereich.“

Ein solcher Antrag kam auch vom Verein INVEMA aus Kreuztal. Die Aktion Mensch förderte sein Inklusionsprojekt über drei Jahre hinweg mit 200.776 Euro. In dieser Zeit gelang es dem Träger, im Landkreis Siegen-Wittgenstein ein stabiles Netzwerk aufzubauen, um mehr inklusive Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Dazu brachten die Initiatoren wichtige Akteure der Kinder- und Jugendhilfe aus dem Kreisgebiet zusammen. Sie berieten und begleiteten die Kooperationspartner dabei, ihre Freizeitangebote zu überprüfen und inklusiver zu machen. 13 junge Menschen mit Behinderung bezog INVEMA als „Experten in eigener Sache“ in die Projektorganisation ein.

Viele Erfolgsstorys begründet
Erfolgsgeschichten wie diese hat das Förderprogramm Inklusion schon viele hervorgebracht. Das zeigt eine aktuelle Evaluation des Programms durch ein externes Institut. „Wir haben gute Noten zur Wirkung der einzelnen Projekte vor Ort bekommen“, sagt Uwe Blumenreich. „In den meisten Fällen gelang eine nachhaltige, lebendige Vernetzung zwischen Akteuren der Behinderten- oder der Kinder- und Jugendhilfe und den Akteuren aus öffentlichen Institutionen und Einrichtungen.“ Mit der Begleitung durch die Aktion Mensch während des Projekts zeigten sich die befragten Antragssteller zufrieden. Sie fanden es besonders gut, auch einen Zuschuss für die Vorbereitungsphase ihrer Projekte zu erhalten.

Zweistufige Bezuschussung kommt gut an
Zuschüsse aus dem Förderprogramm Inklusion gibt es auf zwei Projektstufen: Während einer einjährigen Vorbereitungsphase können Träger Personal-, Honorar- und Sachkosten bis zu 15.000 Euro beantragen. Das eigentliche Vernetzungsprojekt unterstützt die Aktion Mensch dann über drei Jahre mit 250.000 Euro. Seit 2016 erhalten Träger weitere 50.000 Euro, wenn sie besondere Maßnahmen zur Barrierefreiheit schaffen. Uwe Blumenreich findet es sinnvoll, vor einer breit angelegten Inklusionsinitiative ein Planungsprojekt zu initiieren: „Vernetzung unterschiedlicher Akteure ist ein komplexes Thema“, sagt er. „Es braucht eine gewisse Vorlaufphase, um auf die potenziellen Partner zuzugehen. Sie müssen ein gemeinsames Verständnis von Inklusion erarbeiten und einen Kooperationsvertrag als Basis der Zusammenarbeit entwerfen.“

Es kann durchaus passieren, dass auf die Planung kein Hauptprojekt folgt. „Die Förderung der Vorlaufphase ist ergebnisoffen. Es kommt vor, dass ein Träger nicht weitermacht, weil er mit den gewünschten Kooperationspartnern nicht auf einen Nenner kommt", sagt Blumenreich. Niemand muss deshalb Zuschüsse zurückzahlen. Umgekehrt ist es nicht zwingend nötig, ein separates Planungsprojekt machen. „Es gibt durchaus Partner, die mit einem fertigen Konzept kommen und sofort in ein Vernetzungsprojekt starten können.“ Die Aktion Mensch bewertet beide Anträge unabhängig voneinander.

Uwe Blumenreich freut sich über die positiven Ergebnisse der Evaluation des Förderprogramms Inklusion. An einigen Punkten feilt die Aktion Mensch bereits, um sie weiter zu verbessern. Das soll unter anderem dazu führen, dass mehr Menschen mit Behinderung bald eine aktivere Rolle in den Vernetzungsprojekten spielen als bisher.

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