Barrierefreiheit ist eine Grundvoraussetzung für Inklusion. Die Aktion Mensch setzt sich seit Jahren für Inklusion ein und will diesen Prozess nun beschleunigen. Deshalb vergibt sie seit dem 1. Januar 2016 zusätzliche Fördermittel für noch mehr Barrierefreiheit. Damit alle Menschen überall dabei sein können, sollen Träger und Anbieter von Projekten und Einrichtungen künftig Barrierefreiheit schon in der Planung mitdenken und umfassend umsetzen. Was bedeutet umfassende Barrierefreiheit? Umfassende Barrierefreiheit meint, dass alle öffentlichen und nicht öffentlichen Räume einer Einrichtung barrierefrei sind.

Erstmals fördert die Aktion Mensch auch barrierefreie Baumaßnahmen in der Kinder und Jugendhilfe. Das heißt, wir fördern den barrierefreien Bau oder Umbau von Gebäuden, damit diese für junge Menschen mit und ohne Behinderung zugänglich werden. Damit erreichen wir Zielgruppen, die bisher nicht oder kaum mit Menschen mit Behinderung zu tun hatten. Detlef Kaenders, Leiter Kinder- und Jugendhilfe/ Starthilfe, erklärt, welche Zuschüsse es wofür gibt.

 

Das freut die lieben Kleinen: In der Kinder- und Jugendhilfe wird Barrierefreiheit künftig noch mehr gefördert.

Herr Kaenders, was möchte die Aktion Mensch mit der neuen Förderung im Kinder und Jugendbereich bewirken?
Manchmal scheitert im Kinder- und Jugendbereich die Barrierefreiheit schon an der Finanzierung einer kleinen Rampe. Wir möchten aber, dass Inklusion bereits im Kinder- und Jugendalter gelebt wird. Das kann nur funktionieren, wenn alle einen Zugang zu den Angeboten haben – auch zu größeren Projekten und Einrichtungen. Mit der neuen Förderung unterstützen wir Handelnde, die das ändern wollen.

Die Aktion Mensch hat auch bisher schon Barrierefreiheit in der Kinder- und Jugendhilfe bezuschusst. Wie sieht die zusätzliche Förderung aus?
Zum ersten Mal gibt es in der Kinder- und Jugendhilfe Fördergelder für barrierefreie Um- und Ausbauten, wenn es sich dabei um ambulante Einrichtungen handelt. Unter einer ambulanten Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe verstehen wir zum Beispiel ein Jugendzentrum. Stationäre Einrichtungen fördern wir weiterhin nicht.

Auch für Projekte wie zum Beispiel Rockkonzerte oder Theateraufführungen gibt es neuerdings erhöhte Zuschüsse, wenn sie sicherstellen, dass alle Menschen an ihnen teilnehmen können. Hier sind bis zu 50.000 Euro zusätzlich möglich.

Barrierefreiheit spielt jetzt eine noch größere Rolle bei der Förderung. Sie unterscheiden zwischen "Barrierefreiheit" und "umfassender Barrierefreiheit". Wo liegt der Unterschied?
Unter Barrierefreiheit verstehen wir, dass Menschen mit Behinderung selbständig zumindest die wichtigsten Räume einer ambulanten Einrichtung erreichen. Meist sind das die Eingangsbereiche sowie Beratungs- und Veranstaltungsräume, die klassischerweise den DIN-Anforderungen zur Barrierefreiheit entsprechen und über Rampen und Aufzüge barrierefrei zu erreichen sind. „Umfassende“ Barrierefreiheit bedeutet, dass auch alle weiteren Räume der Einrichtung für Menschen mit Behinderung zugänglich sind. Damit wird die gesamte Einrichtung für alle nutzbar. Menschen mit Behinderung könnten so potenziell auch dort arbeiten. Antragsteller, die umfassende Barrierefreiheit umsetzen wollen, können ab sofort zusätzliche Gelder erhalten.

Wie hoch der jeweilige Zuschuss ist, hängt davon ab, ob es um eine Investition oder um ein Projekt geht. Um welche Beträge geht es dabei?
Bei Bauten und Umbauten zur Barrierefreiheit fördern wir zum Beispiel mit 110.000 Euro die Barrierefreiheit eines Jugendzentrums, damit es  für junge Menschen mit und ohne Behinderung nutzbar wird. Wenn jetzt der Träger Maßnahmen zur umfassenden Barrierefreiheit schafft, gibt es dafür zusätzliche 30.000 Euro. Der Antragsteller kann also insgesamt 140.000 Euro erhalten.

Mehr Geld gibt es auch bei Projekten, wenn der Antragsteller zusätzlich zu den eigentlichen Projektkosten Maßnahmen zur Barrierefreiheit plant. Dafür kann es bis zu 50.000 Euro zusätzlich geben. Diese Maßnahmen haben wir zwar früher auch schon gefördert. Aber seit dem 1. Januar 2016 stellen wir für ein Projekt bis zu 50.000 Euro zusätzlich zur Verfügung.

Zum Beispiel?
Nehmen wir eine inklusive Theateraufführung oder ein Rockkonzert, das wir fördern. Unabhängig von dieser Fördersumme kann der Träger jetzt bis zu 50.000 Euro zusätzlich erhalten für Programme in Leichter Sprache zum Beispiel, oder Gebärdensprachdolmetscher, Leitsysteme, Induktionsschleifen etc.

Was müssen Antragsteller beachten, die eine zusätzliche Förderung erhalten wollen?
Antragsteller sollten uns konkret darüber informieren, was sie für die Barrierefreiheit tun wollen und wie diese mit ihren Vorhaben zusammenhängt. Sie müssen früh und besonders umfassend darüber nachdenken, wie möglichst viele Menschen an ihrem Vorhaben teilnehmen können. Und sie sollten auch bedenken, was sie genau dafür brauchen.

 

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