Mit der "Förderaktion Barrierefreiheit" bezuschusst die Aktion Mensch kleinere, lokale Projekte mit bis zu 5.000 Euro.

Mehr Bewegung und Teilnahme für alle. Die Förderaktion Barrierefreiheit unterstützt unter anderem Sport-, Musik- und Kultur-Angebote.

Wenn es um originelle Anträge der Förderaktion Barrierefreiheit geht, fallen Erol Celik sofort die barrierefreien, mobilen Toiletten ein. „Ein Veranstalter hatte im vergangenen Jahr zehn davon für eine inklusive Sport- und Musikveranstaltung im städtischen Stadion von Pirmasens beschafft“, erzählt der Leiter der Mikroförderung der Aktion Mensch. „Er erwartete für das Open-Air-Event 1.500 Besucherinnen und Besucher, davon rund 600 Menschen mit Gehbehinderung.“ Die geräumigen, rollstuhlgerechten Mobiltoiletten machten es möglich, dass alle Gäste selbstbestimmt an dem Festival teilnehmen konnten.

Die Aktion Mensch bezuschusste diese pfiffige Idee mit 5.000 Euro aus einem speziellen Fördertopf für Barrierefreiheit, der bis Ende 2017 befristeten „Förderaktion Barrierefreiheit“. Vor allem für kleine, örtliche Vorhaben ist sie wie maßgeschneidert: Bis zu einer Gesamtkostenhöhe von 15.000 Euro können Antragssteller eine maximale Unterstützung von 5.000 Euro erhalten.

Schon mit kleineren Beträgen Großes bewirken – die Förderaktion eignet sich insbesondere für kleine, lokale Sport- und Kulturvereine und Jugendinitiativen, die vor Ort für mehr Barrierefreiheit sorgen möchten. „Wir haben zum Beispiel Jugendzentren mit dabei, Sportstätten, Pfarr- und Gemeindehäuser“, listet Erol Celik auf. „Ein Verein aus dem Breitensport oder ein Kunst- und Kulturverein kommt vielleicht nicht so schnell auf die Idee, bei der Aktion Mensch nach Fördermöglichkeiten zu schauen. Dabei ist die Förderaktion gerade für solche Gruppen geschaffen worden. Die Anträge sind leicht zu stellen und auch von jenen gut zu bewältigen, die bei uns vorher noch nie einen Förderantrag gestellt haben.“

Wer einen Antrag stellen möchte, sollte darin die Einrichtung oder Veranstaltung beschreiben und die Barrieren, die es abzubauen gilt. Sofern die Gesamtkosten 5.000 Euro nicht übersteigen, muss der Antragsteller keine Eigenmittel mitbringen.

Die Nachfrage nach den Fördermitteln ist hoch: Seit dem Beginn dieses Förderprogramms bewilligte die Aktion Mensch bereits knapp 400 Anträge und schüttete über 1,8 Millionen. Euro für die Projektideen aus. „Aktuell liegen bei uns noch weitere 170 Anträge zur Bearbeitung vor“, erzählt Erol Celik. Mit einer Bearbeitungsdauer von drei bis vier Monaten müssen Antragssteller deshalb rechnen.

Celik wünscht sich noch mehr originelle Einfälle zum Abbau von Barrieren, wie die rollstuhlgerechten, mobilen Toiletten für ein Festival oder "sprechende Speisekarten" für Kantinen. Ganz häufig geht es den Antragsstellern bislang noch um Zuschüsse für die sprichwörtliche Rampe am Eingang oder den Einbau behindertengerechter Sanitäranlagen. Auch die Finanzierungen von automatisch öffnenden Türen, Gebärdensprachdolmetschern auf Veranstaltungen, Treppenliften oder bestimmten Leitsystemen sind gefragt. „Beispielsweise hatte ein Frauenhaus für gewaltbedrohte Frauen ein Alarm- und Leitsystem beantragt, durch das Bewohnerinnen mit Hörbehinderung im Brandfall alarmiert werden können, die einen Alarmton nicht hören würden“, so Celik.

Auch Religionsgemeinschaften können Zuschüsse für barrierefreie Umbauten der Eingangsbereiche ihrer Gemeindehäuser beantragen – allerdings nicht für sakrale Räume wie den Gebetsraum in Kirche, Moschee oder Synagoge. Wichtig ist, dass der jeweilige Antrag vor Beginn der Bauarbeiten oder der Veranstaltung beantragt wird.

Erol Celik hat noch einen guten Tipp für alle, die aus diesem Fördertopf das erste Mal einen Zuschuss beantragen: „Auf unseren Förderseiten im Internet haben wir viele Informationen zur Förderaktion zusammengestellt. Außerdem kann man auf der Aktion Mensch-Karte bereits bewilligte Projekte anschauen und mit diesen Kontakt aufnehmen."

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Wie gute Ideen umgesetzt werden: Weitere Informationen zur Förderaktion Barrierefreiheit.

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