Heide Adam-Blaneck, 54, ist seit 1991 beim Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) in Düsseldorf beschäftigt. Seither berät die gelernte Sozialpädagogin und Betriebswirtin rund 270 Mitgliedsorganisationen des bvkm über Zuschussmöglichkeiten für ihre Vorhaben in allen Förderbereichen der Aktion Mensch. Sie begleitet die Antragstellung bis zur Entscheidungsreife. Wie sie selbst sagt, „eine abwechslungsreiche, interessante und nie langweilige Aufgabe, die zudem durch die enge Zusammenarbeit mit den Menschen im Verband sehr viel Spaß bereitet.“

Heide Adam-Blaneck arbeitet seit fast 25 Jahren hauptamtlich mit Menschen mit Behinderung zusammen.

Nachteule oder Frühaufsteherin?
Weder noch. Ich bin eine typische Tagesarbeiterin. Früh aufstehen funktioniert, aber nur mit Wecker.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?
Auf meinem Nachttisch liegt kein Buch. Wenn ich zum Lesen komme, dann auf der täglichen Zugfahrt ins Büro beziehungsweise wieder nach Hause. Derzeit steckt das Buch „Un solo essere“, ein italienischer Roman, in meinem Arbeitsrucksack.

Ihr letzter wunderbarer Augenblick?
Der erste Blick auf die Nordsee, das Krähen der Möwen und der Geruch von Meeresluft nach zehn Tagen Fahrradtour kreuz und quer durch Holland. Das war kürzlich ein wunderbarer Augenblick.

Ihr letztes Urlaubsziel?
Siehe oben.

Wenn die Aktion Mensch ein Obst oder Gemüse wäre, welches und weshalb?
Ziemlich schwierige Frage für jemanden, der allergisch gegen viele Sorten von Obst und Gemüse ist… Am ehesten fällt mir dazu die Paprika ein. Paprikaschoten gibt es in vielen Formen und Farben, in Groß und in Klein, in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Und mit ihnen lassen sich wunderbare Gerichte gestalten. Sie spiegelt damit die bunte Vielfalt der Fördermöglichkeiten der Aktion Mensch wider, die zum Beispiel unsere Mitgliedsorganisationen dabei unterstützt, ihre Vorhaben für Menschen mit Behinderung umzusetzen.

Beschreiben Sie Ihr ganz persönliches Schlüsselerlebnis in Sachen Inklusion…
Ich arbeite hauptamtlich seit fast 25 Jahren mit Menschen mit Behinderung zusammen, habe schon während meines Studiums Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung mitgestaltet und hatte in den ersten beiden Jahren auf dem Gymnasium einen Mitschüler mit einer Körperbehinderung: Daher habe ich kein „Schlüsselerlebnis“. Ich gebe zu, dass der Umgang mit einem Mitschüler im Rollstuhl zunächst eine Herausforderung war, da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen unmittelbaren Kontakt zu Menschen mit Behinderung hatte. Anfang der 1970er Jahre war das Schulsystem ja noch sehr strikt in Regel- und Sonderschule getrennt, an inklusive Kindertagesstätten und Schulen war noch nicht zu denken. Der Umgang mit dem betreffenden Mitschüler war daher zunächst von Unsicherheit und Unwissenheit geprägt. Seine offene Art hat uns allen aber schnell über diese Unsicherheit hinweggeholfen.
Kleine Randnotiz: Der Mitschüler von damals ist heute mein Kollege beim bvkm. Man begegnet sich ja bekanntlich mindestens zweimal im Leben…

Welche Barrieren ärgern Sie besonders?
Mich ärgern besonders Barrieren, die in der heutigen Zeit noch neu errichtet werden. Wie etwa auf der S-Bahn-Strecke, die ich täglich befahre. Zwei Bahnhöfe sind barrierefrei umgebaut worden, so dass die Bahnsteige jetzt über Rampen erreicht werden können. Eigentlich eine gute Aktion, zumal die Aufzüge meist defekt sind. Allerdings sind die neuen Bahnsteige circa 30 Zentimeter niedriger als die Bahnsteige auf den übrigen Stationen der Strecke. Die neu eingesetzten S-Bahn-Züge sind von der Einstiegshöhe zwar an die neuen Bahnsteige angepasst, auf allen übrigen Stationen müssen die Fahrgäste aber nun beim Ein- und Aussteigen 30 Zentimeter Höhenunterschied überwinden. Eine Anpassung der alten Bahnsteige ist nicht geplant.
  

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