Die Aktion Mensch entwickelt Förderpolitik im Geist der UN-Konvention weiter

Bonn. Die Aktion Mensch entwickelt ihre Förderpolitik im Geist der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen weiter. Seit Jahresbeginn stehen zum Beispiel der Abbau von Groß- und Komplexeinrichtungen, die Öffnung von Bildungseinrichtungen und die Stärkung ambulanter gemeindeintegrierter Angebote noch stärker im Fokus. „Diese Weiterentwicklung entspricht den Bedürfnissen der Antragsteller“, erläutert Aktion Mensch-Vorstand Martin Georgi, „weil sie Menschen mit Behinderungen mehr Wahlfreiheit bringt – zum Beispiel in Form kleinerer Wohngruppen, inklusiver Schulen und Kindergärten sowie einer besseren Verknüpfung mit der Nachbarschaft.“ Mit der Weiterentwicklung ihrer Förderpolitik zeige die Aktion Mensch, dass sie den Geist der UN-Konvention ernst nehme. Das Gesamtvolumen der Aktion Mensch-Förderung bleibt unverändert.

Angestoßen wurde die Weiterentwicklung auch durch eine andere gesellschaftliche Entwicklung: „In dem Umfang, in dem sich die öffentliche Hand aus der Finanzierung von Investitionen in der Behindertenhilfe zurückzog, wuchs das Antragsvolumen bei der Aktion Mensch“, erklärt Martin Georgi. Trotz einer kontinuierlichen Steigerung des Umsatzes der Aktion Mensch-Lotterie, die die Förderung möglich macht, ging das vorliegende Antragsvolumen mit rund 350 Mio. € weit über das jährliche Fördervolumen von rund 150 Mio. € hinaus. „Es ist nicht Aufgabe der Aktion Mensch, staatliche Aufgaben zu kompensieren“, so der Vorstand. „Förderangebot und Fördernachfrage mussten wieder in Einklang gebracht werden, insbesondere im Bereich des Bauens.“ Für die Antragsteller wären sonst künftig lange, projektgefährdende Wartezeiten nicht zu vermeiden gewesen. Und die Aktion Mensch hätte sich auf Dauer ihrer Freiräume für die Modernisierung der Förderpolitik beraubt.

UN-Konvention gibt Behindertenhilfe Impulse

Seit März 2009 ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Deutschland in Kraft. Zentrale Punkte der UN-Konvention sind das Recht auf Arbeit, die Festschreibung eines integrativen Bildungssystems, die Forderung nach einem selbstbestimmten Leben und die Verpflichtung zur Barrierefreiheit. Darüber hinaus enthält das Übereinkommen wichtige Impulse zur Entwicklung der Behindertenhilfe in Deutschland.

Die Wohlfahrtsverbände informiert die Aktion Mensch am Donnerstag, 28.1.2010, in Bonn über ihre neue Förderpolitik und die entsprechenden Richtlinien. Angesprochen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Bundes- und Landesebene.


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Christian Schmitz

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