Umfrage zur Barrierefreiheit: Hamburg auf dem 3. Platz, München an der Spitze der Metropolen

(Hamburg/Bonn, 3. Mai) Aus Sicht der Hamburger belegt die Hansestadt beim Thema Barrierefreiheit den dritten Platz unter den fünf einwohnerstärksten Metropolen Deutschlands. Das ergibt eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact AG im Auftrag der Aktion Mensch. Spitzenreiter ist demnach München, gefolgt von Frankfurt. Hinter Hamburg reihen sich Berlin und Köln. Wie bereits 2012 wurden Bewohner der fünf Metropolen sowie aus ganz Deutschland aufgefordert, die Barrierefreiheit ihrer Stadt zu bewerten. Demnach konnte sich Hamburg seit der ersten Messung von Platz fünf auf Platz drei verbessern. Auch in der Gesamtwertung liegt Hamburg über dem Bundesdurchschnitt. So bestätigen zum Beispiel 39 Prozent der Hamburger, dass ihre Stadt viel für Menschen mit Behinderung macht. Zum Vergleich: Bundesweit stimmen dieser Aussage nur 28 Prozent zu, beim Spitzenreiter München sind es 41 Prozent.

Menschen mit Behinderungen scheinen heute besser in das gesellschaftliche Leben der Hansestadt eingebunden zu sein als noch vor vier Jahren: 50 Prozent der Mitbürger meinen, in Hamburg hat sich diesbezüglich viel bewegt, 2012 waren es nur 29 Prozent. So bestätigen heute 53 Prozent der Befragten die Aussage, dass Menschen mit und ohne Behinderung in Hamburg ganz selbstverständlich zusammenleben. Handlungsbedarf sehen 81 Prozent der Bewohner im öffentlichen Nahverkehr, in Zügen und Flugzeugen. Darauf folgt der Wunsch nach Verbesserungen beim privaten Wohnen, hinsichtlich der Nutzbarkeit der öffentlichen Infrastruktur und bei der Zugänglichkeit von Gebäuden und Plätzen. Hinzu kommt: 75 Prozent der Hamburger sind der Ansicht, dass Vorurteile abgebaut werden müssen.

Dabei ist der Begriff „Barrierefreiheit“ bereits deutlich präsenter in den Köpfen der Deutschen als noch vor vier Jahren. „Die Umfrage zeigt, dass die Deutschen bei Barrierefreiheit nicht mehr nur an Rampen denken, sondern zum Beispiel auch technische und digitale Hilfen oder Informationen in Leichter Sprache damit verbinden", so Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch. "Die Aktion Mensch weist 2016 daher mit vielen Aktionen darauf hin, wie Barrieren auch über Technologien überwunden werden.“

Anlass der repräsentativen Umfrage ist der 5. Mai, der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Vom 30. April bis 15. Mai können Menschen in ganz Deutschland bei Aktionen zum Protesttag noch einmal selbst die Barrierefreiheit ihrer Stadt testen und bewerten. Auch online sind User eingeladen, an einem Städtetest teilzunehmen. Unter den Teilnehmern der Online-Aktion wird eine Städtereise verlost. Mit dem Hashtag #5Maibarrierefrei können zudem Erlebnisse rund um den Aktionstag auf Facebook und Twitter geteilt werden.

Den Städtetest sowie einen Aktionsfinder finden Interessierte auf www.aktion-mensch.de/5mai.

Über die Umfrage
Für die Umfrage zum Thema „Barrierefreiheit in deutschen Städten“ hat die Aktion Mensch gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Innofact AG online 1.295 Personen zwischen 18 und 65 Jahren in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main sowie rund 1.000 Bundesbürger zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Jede Stichprobe entspricht einer repräsentativen Verteilung von Alter und Geschlecht sowie Regionen (bundesweite Befragung). Aus der bundesweiten Stichprobe ergibt sich auch ein repräsentativer Anteil (14 Prozent) von Menschen mit Behinderungen. Zur Vergleichbarkeit der Bewertung der Barrierefreiheit in deutschen Städten wurden in der Studie unter anderem die Zugänglichkeit von verschiedenen Orten und Einrichtungen, das städtische Engagement für Barrierefreiheit sowie die Einbindung von Menschen mit Behinderung in den Städten abgefragt. Die Ergebnisse dieser Fragen wurden im „Barriereindex“ zusammengefasst. Die unabhängige Online-Erhebung wurde im April 2016 durchgeführt (erste Messung April 2012).


Über die Aktion Mensch

Die Aktion Mensch e.V. ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 hat sie mehr als 3,9 Milliarden Euro an soziale Projekte weitergegeben. Ziel der Aktion Mensch ist, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung, Kindern und Jugendlichen zu verbessern und das selbstverständliche Miteinander in der Gesellschaft zu fördern. Mit den Einnahmen aus ihrer Lotterie unterstützt die Aktion Mensch jeden Monat bis zu 1.000 Projekte. Möglich machen dies rund vier Millionen Lotterieteilnehmer. Zu den Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Paritätischer Gesamtverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Seit Anfang 2014 ist Rudi Cerne ehrenamtlicher Botschafter der Aktion Mensch.


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