Pressemitteilung: Erfolg inklusive: Potenziale von Menschen mit Behinderung

77 Prozent der Unternehmer geben in der Studie "Inklusionsbarometer Arbeit" der Aktion Mensch an, dass sie keine Leistungsunterschiede zwischen ihren Mitarbeitern mit und ohne Behinderung sehen. "Mit etwas mehr Information seitens der Arbeitsberater und etwas mehr Vorschuss-Vertrauen der Unternehmer kann schon viel in Bewegung kommen", sagt Christina Marx, Leiterin des Bereichs Aufklärung bei der Aktion Mensch.

Wer im Osten als Arbeitssuchender mit Behinderung noch keinen Job hat, hat es allerdings wesentlich schwerer als seine Mitbewerber: Mit rund 17,8 Prozent ist die Arbeitslosenquote mehr als doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Behinderung. In diesem Bereich ist Ostdeutschland Schlusslicht im regionalen Vergleich. "Der allgemeine Aufschwung am Arbeitsmarkt geht hier an den Bewerbern mit Behinderung vorbei", so Marx weiter. Dabei ist die Qualifikation der Arbeitssuchenden mit Behinderung hoch: Mehr als 80 Prozent der schwerbehinderten Arbeitslosen in Sachsen zum Beispiel haben ein abgeschlossenes Studium oder eine Berufsausbildung.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Handwerkskammer in Chemnitz streben daherein starkes Bündnis an: Zusammen mit der Aktion Mensch und der Agentur für Arbeit wollen sie Unternehmer zum Thema Inklusion am Arbeitsplatz informieren. Wenn diese sich entscheiden, die Synergien gezielt zu nutzen, kann das ein starker Motor für die gesamte Region sein. "Erfolg inklusive. Potenziale von Menschen mit Behinderung" hieß daher eine Veranstaltung mit Erfahrungsaustausch und Information, die am 21. April in Chemnitz stattfand. Die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer Chemnitz haben dazu gemeinsam mit der Aktion Mensch eingeladen. Erfolgreiche Unternehmer der Sachsen Guss GmbH und der Orthopädie Schuhtechnik Schwarzenberg berichteten von ihren Erfahrungen. Die Agentur für Arbeit beriet zum Thema Fördermöglichkeiten.

"Viele Unternehmen und Betriebe wissen gar nicht, welche Unterstützung sie bekommen, wenn sie einen Menschen mit Behinderung einstellen", betont Dr. h. c. Franz Voigt, Präsident der IHK Chemnitz. „Es gibt sehr unterschiedliche Förderungsmöglichkeiten, angefangen bei der Ausstattung des Arbeitsplatzes, der Unterstützung bei den Gehältern für eine gewisse Zeit bis hin zu einer Assistenz, die manche Menschen mit Behinderung benötigen, und die nicht vom Arbeitgeber bezahlt werden muss. Hierbei leistet seit 2013 unser Projekt Inklusion viel Aufklärungsarbeit. Die Inklusionsberaterin informiert und begleitet Unternehmen bei allen Fragen zur Beschäftigung von Menschen mit einer Behinderung.“

Von der Qualität der Mitarbeiter mit Behinderung ist Dietmar Mothes, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz, überzeugt: „Die Umfragen zeigen, dass Betriebe, die Menschen mit Behinderung einstellen, mit dieser Mitarbeiterwahl sehr zufrieden sind. Es muss klar vermittelt werden, dass hinter der Vielfalt von Behinderungen eine Vielfalt von Qualifikationsprofilen steht. Sprich, Arbeitgeber können einen Teil ihres Fachkräftebedarfs decken, indem sie gezielt schauen, mit welch vielfältigen beruflichen Fähigkeiten und Ausbildungen Menschen mit Behinderung ausgestattet sind.“

Bei der Sachsen Guss GmbH aus Chemnitz ist Inklusion ein selbstverständlicher Teil der Unternehmensphilosophie. 36 Mitarbeiter mit unterschiedlich starken Einschränkungen arbeiten unter anderem als Bauschlosser, Diplomingenieur oder im kaufmännischen Bereich. Auch bei der Orthopädie Schuhtechnik Schwarzenberg GmbH sind Menschen mit Behinderung Teil des Teams: Zum Beispiel eine Fußpflegerin, eine Bürokraft und der Chef. Sie alle haben diesen Job bekommen, weil ihre Mitarbeit Vorteile für die Unternehmen mitbringt: sowohl im Hinblick auf das soziale Miteinander als auch auf die betriebswirtschaftlichen Bilanzen.


Über die Aktion Mensch

Die Aktion Mensch e.V. ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 hat sie mehr als 3,9 Milliarden Euro an soziale Projekte weitergegeben. Ziel der Aktion Mensch ist, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung, Kindern und Jugendlichen zu verbessern und das selbstverständliche Miteinander in der Gesellschaft zu fördern. Mit den Einnahmen aus ihrer Lotterie unterstützt die Aktion Mensch jeden Monat bis zu 1.000 Projekte. Möglich machen dies rund vier Millionen Lotterieteilnehmer. Zu den Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Paritätischer Gesamtverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Seit Anfang 2014 ist Rudi Cerne ehrenamtlicher Botschafter der Aktion Mensch.


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