Arbeit, Bildung, Wohnen, Zugänglichkeit

Gehörlose Menschen informieren in München über ihre Probleme im Alltag, Berliner mit und ohne Behinderung demonstrieren für Chancengleichheit und Teilhabe, die Zukunftswerkstatt Zivilcourage tagt in Uelzen, Leipziger Aktivisten organisieren eine Kundgebung zur UN-Konvention: Rund 300 solcher Veranstaltungen planen die Verbände der Behindertenhilfe und -selbsthilfe mit Unterstützung der Aktion Mensch für die Zeit rund um den 5. Mai. Im Mittelpunkt der Aktivitäten zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen stehen in diesem Jahr die Themen Arbeit, Bildung, Wohnen und Zugänglichkeit. Unter dem Motto "Teilhabe jetzt - Eine Gesellschaft für alle" finden bundesweit vor Rathäusern, in Fußgängerzonen und auf zentralen Plätzen verschiedene Veranstaltungen statt (alle Termine und Orte unter http://diegesellschafter.de/aktion/5mai/aktionsfinder.php). In diesem Jahr hat die Aktion Mensch einen Gesellschafter-Fragebogen mit behinderten- und sozialpolitischen Fragen entworfen. Werden diese richtig beantwortet, erhalten die Mitspieler einen "Gesellschafter-Führerschein". Die Sozialorganisation unterstützt den Protesttag seit 1998 und setzt sich damit für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen ein. Über eine Million Menschen waren seitdem am 5. Mai auf den Straßen, um ihrer Forderung nach Teilhabe in der Gesellschaft Gehör zu verschaffen.

Impulse und Anregungen zur Entwicklung der Behindertenhilfe

Am 26. März 2009, fast auf den Tag genau zwei Jahre nach der Unterzeichnung, trat die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Deutschland in Kraft. Zentrale Punkte der UN-Konvention sind das Recht auf Arbeit, die Festschreibung eines integrativen Bildungssystems, die Forderung nach einem selbstbestimmten Leben und die Verpflichtung zur Barrierefreiheit. Diesem Anspruch möchten die Aktion Mensch und die Verbände der Behindertenhilfe und -selbsthilfe am 5. Mai weiter Nachdruck verleihen. Ziel ist, die UN-Konvention bekannt zu machen und mitzubestimmen, wie sie umgesetzt wird, so die Veranstalter. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Lebenswirklichkeit von Menschen mit Behinderungen nicht hinter den Zielen und Vorgaben der Vereinbarung zurückbleibt. Darüber hinaus enthalte das Übereinkommen wichtige Impulse und Anregungen zur Entwicklung der Behindertenhilfe in Deutschland.

Weitere Informationen rund um den 5. Mai und die Gesellschafter-Initiative der Aktion Mensch finden Sie unter: http://diegesellschafter.de/5mai

dieGesellschafter.de

"In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?". Mit dieser Frage ist dieGesellschafter.de im März 2006 an die Bevölkerung herangetreten. Mittlerweile hat sich die Internetplattform dieGesellschafter.de mit rund 2,2 Millionen Besucherinnen und Besuchern und mehr als 200.000 Beiträgen zu einem wichtigen politischen Diskussionsforum in Deutschland entwickelt. Die Aktion Mensch sucht gemeinsam mit 90 Partnerorganisationen auch praktische Antworten: Mehr als 8.500 Förderanträge für neue Initiativen sind bisher eingegangen. Außerdem steht im Internet eine kostenlose Freiwilligendatenbank bereit, die den Kontakt zwischen interessierten Ehrenamtlichen und gemeinnützigen Organisationen herstellt. Bis Ende 2009 ist die Gesellschafter-Initiative mit dem Filmfestival "ueber Macht" in über 120 Städten unterwegs. Weitere Infos auf der Projektplattform dieGesellschafter.de.