Pressemitteilung: Engagement für eine gerechte Weltordnung

Zum fünften Mal verleihen die Stadt Marburg und die Humanistische Union (HU) das "Marburger Leuchtfeuer für Soziale Bürgerrechte". In diesem Jahr geht die Auszeichnung an Sabriye Tenberken, Tibetologin und Gründerin der Organisation "Braille Ohne Grenzen". Die Preisverleihung findet am 26. April um 11 Uhr im Historischen Saal des Marburger Rathauses statt. In seiner Laudatio betont Dieter Gutschick, Geschäftführer der Aktion Mensch: "Sabriye Tenberken ließ bereits als junge Frau ein Leuchtfeuer von Frieden um sich entstehen und hat damit eine Kraft entwickelt, die beispielhaft weiterwirkt. Dabei orientiert sich Tenberken an einem humanistischen Menschenbild, bei dem sich Vertrauen von Gutgläubigkeit deutlich unterscheidet. Ihre Blindheit macht sie stark."
Mit dieser Preisverleihung gehe es der Humanistischen Union auch um die Forderung nach politischer Partizipation der Bürger, so Gutschick weiter. Die stärkere Beteiligung könne und solle durch ein höheres Engagement der Menschen in der Gesellschaft und für die Gesellschaft realisiert werden. In diese Richtung ziele auch die Aktion Mensch mit ihrer Initiative dieGesellschafter.de. Ausgehend von der Frage "In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" lenke die Sozialorganisation ihren Blick auf das Gemeinwesen und die sozialen Rahmenbedingungen. Außerdem fördert die Aktion Mensch ehrenamtliches Engagement finanziell.

Sich in die Gesellschaft einbringen

Sabriye Tenberken, 1970 in Köln geboren, begann ab ihrem neunten Lebensjahr durch eine Netzhauterkrankung zu erblinden. Bis zu ihrer Erblindung besuchte sie eine Waldorfschule, dann die Deutsche Blindenstudienanstalt in Marburg. Es folgte ein Studium der Tibetologie, Soziologie und Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Tenberken entwickelte eine spezielle Brailleschrift für die tibetische Schriftsprache, die inzwischen offizielle Blindenschrift für Tibetisch ist. 1998 gründete sie in Lhasa die erste Blindenschule Tibets und hat mittlerweile im indischen Kerala ein Ausbildungszentrum für behinderte Sozial-Manager aufgebaut.
Den Preis überreicht der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel: "Mit der diesjährigen Auszeichnung möchte die Jury Menschen mit Behinderung ermutigen, sich mit all ihren Fähigkeiten und Erfahrungen in die Gesellschaft einzubringen."

Weitere Informationen unter www.leuchtfeuer.hu-marburg.de.


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Aktion Mensch

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