Neue Doppelspitze führt die Aktion Mensch

Neue Doppelspitze bei der Aktion Mensch: Armin von Buttlar (48) und Martin Georgi (51) führen ab dem 1. Mai Deutschlands größte private Förderorganisation in einer Doppelspitze als geschäftsführende Vorstände. Geschäftsführer Dieter Gutschick (65) geht zum 30. April in den Ruhestand. Mit dem Führungswechsel tritt auch die neue Struktur der Aktion Mensch in Kraft. "Die Aktion Mensch ist nicht nur eine moderne soziale Marke mit einer klaren Aussage, sondern hat seit heute auch eine zukunftsweisende Struktur", resümierte der Vorstandsvorsitzende der Aktion Mensch, ZDF-Intendant Markus Schächter, in Bonn.

20 Jahre und vier Monate stand der in Olmütz geborene Jurist Dieter Gutschick an der Spitze der Bonner Geschäftsstelle. In dieser Zeit entwickelte sich die "Deutsche Behindertenhilfe - Aktion Mensch e.V." zur größten privaten Förderorganisation für Menschen mit Behinderungen sowie Kinder und Jugendliche in Deutschland und leitete einen Paradigmenwechsel in der Förderung ein - weg von Großeinrichtungen und Heimen hin zu einem selbstbestimmteren Leben in Wohngemeinschaften oder zu Hause. Durch ihre Aufklärungsmaßnahmen wurde die Aktion Mensch ein wichtiger Partner in gesellschaftspolitischen Diskussionen. Grundlage dieser Entwicklungen ist die Aktion Mensch-Lotterie, die heute die größte Soziallotterie in Deutschland ist. Für seine Verdienste erhielt Gutschick im Jahr 2000 das Bundesverdienstkreuz.

Seinen größten Erfolg sieht Gutschick in der Namensänderung von Aktion Sorgenkind zu Aktion Mensch im Jahr 2000, die "gegen massive Widerstände" durchgesetzt werden musste. "Der Name Sorgenkind war nicht zukunftsfähig." Bei jungen Menschen sei er zunehmend nicht verstanden worden, Menschen mit Behinderungen hätten sich stigmatisiert gefühlt. "Sie wollten weder als Kinder gesehen werden noch als Menschen, die anderen angeblich nur Sorgen bereiten."

Für die Zukunft wünscht Gutschick der Aktion Mensch, "über die behindertenpolitischen Aspekte hinaus noch stärker als Plattform der Auseinandersetzung und Vermittlung auch für das Thema Menschenrechte" zu dienen und "ihre förderpolitischen Visionen, die ein breites Spektrum der sozialen Arbeit einschließen", zu realisieren. Dazu gehöre, Menschen mit Behinderungen stärker an der Gesellschaft teilhaben zu lassen. "Vor allem bei Sondereinrichtungen wie Kindergarten und Schule ist es noch ein weiter Weg, bis die Vorgaben der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in unserem Land voll erfüllt sind."

Neue Strukturen bei der Aktion Mensch

Auf Dieter Gutschick folgen zwei geschäftsführende Vorstände: Armin von Buttlar (48) ist für die Bereiche Finanzen, Lotterieverwaltung, Personalwesen und IT zuständig. Der gelernte Bankkaufmann und Wirtschaftswissenschaftler war in Vorstands- und Geschäftsführerpositionen unter anderem bei Maxdata AG, Leybold Vacuum GmbH und der Merz-Gruppe tätig. "Auf meinem Berufsweg bin ich das Gefühl nie losgeworden, dass es eine Lücke gab zwischen meiner Karriere in Industrie- und Handelsunternehmen und der Lebendigkeit und dem Idealismus, die ich früher einmal kennengelernt hatte", erklärte von Buttlar. Mit seinem Engagement bei der Aktion Mensch "habe ich die Antwort gefunden".

Martin Georgi (51) verantwortet die Bereiche Lotteriemarketing, Förderung sowie Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung. Der Altphilologe, Historiker, Romanist und Dolmetscher kommt von der Christoffel-Blindenmission, wo er Direktor für Kommunikation und Fundraising war, und arbeitete zuvor unter anderem als Geschäftsführender Direktor der deutschen Sektion von "amnesty international". "In Zukunft wird es noch stärker als bisher darauf ankommen, das Thema Behinderung als politisches und soziales Querschnittsthema zu begreifen", so Georgi. "Dabei gibt es natürliche Anknüpfungspunkte zu anderen Bereichen, in denen Menschen sich für ihre Rechte und insgesamt für eine bessere Lebensqualität einsetzen. Der wesentliche Veränderungsbedarf liegt dabei in der Gesellschaft und nicht bei den Betroffenen."

Mit dem Führungswechsel tritt auch die neue Struktur der Aktion Mensch in Kraft. Der 1964 vom ZDF zusammen mit den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege gegründete eingetragene Verein hatte bis jetzt einen ehrenamtlichen Vorstand und einen hauptamtlichen Geschäftsführer für den laufenden Betrieb. Ab 1. Mai führt ein aus zwei Personen bestehender hauptamtlicher Vorstand das operative Geschäft der Aktion Mensch. Den Vorstand kontrolliert ein sechsköpfiger Aufsichtsrat, dessen Vorsitzender der ZDF-Intendant ist.

175 Millionen Euro für 7.500 Förderprojekte in 2008

Die Aktion Mensch-Lotterie erwirtschaftete 2008 einen Jahresumsatz von rund 451 Millionen Euro. Dadurch konnte Deutschlands größte private Förderorganisation im sozialen Bereich allein im vergangenen Jahr rund 175 Millionen Euro für 7.500 Projekte der Behindertenhilfe und -selbsthilfe sowie für Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung stellen. Für den Vorsitzenden der Aktion Mensch, ZDF-Intendant Markus Schächter, zeigt das, "dass viele Menschen in Deutschland nicht nur für sich selbst gewinnen, sondern auch andere unterstützen wollen."


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