Aktion Mensch-Umfrage Barrierefreiheit zum Protesttag 5. Mai

03.05.2017, Aktion Mensch-Organisation:

Aktion Mensch-Umfrage Barrierefreiheit zum Protesttag 5. Mai

Unter fünf deutschen Metropolen ist Frankfurt erneut auf Platz zwei, München wieder Spitzenreiter


Frankfurt ist laut einer Bürgerumfrage zum Thema Barrierefreiheit erneut auf Platz zwei unter den fünf einwohnerstärksten Metropolen Deutschlands. Spitzenreiter ist wie im Vorjahr München. Die Plätze drei bis fünf gehen an Berlin, Hamburg und Köln. Das ergibt eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact AG im Auftrag der Aktion Mensch. Wie bereits in 2012 und 2016 wurden Bewohner der fünf Städte sowie aus ganz Deutschland aufgefordert, die Barrierefreiheit ihrer Stadt zu bewerten. Frankfurt konnte in der Gesamtbewertung erneut den zweiten Platz verteidigen. So nehmen inzwischen über die Hälfte der Bewohner (53 Prozent) Menschen mit Behinderung als sichtbaren Teil des gesellschaftlichen Lebens wahr – damit liegt Frankfurt vor allen anderen Städten.

Insbesondere die Barrierefreiheit von Einrichtungen in ihrer Stadt bewerten die Frankfurter häufig positiver als der Bundesdurchschnitt. Dazu zählen zum Beispiel Behörden oder der öffentliche Nahverkehr. Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen ist zentrale Voraussetzung für Begegnung und ein inklusives Miteinander. Entsprechend ist sie für 72 Prozent der Frankfurter für alle Menschen wichtig und nicht nur für Menschen mit Behinderung. Dennoch geben nur 38 Prozent der Befragten an, dass es in ihrer Stadt zahlreiche inklusive Angebote gibt. So sehen auch nur 24 Prozent Frankfurt als Vorbild für Barrierefreiheit.

Positiv erscheint ganz allgemein das Verhältnis der Mainmetropole zu Inklusion sowie die Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung: Über die Hälfte aller Befragten (56 Prozent) meint, dass Menschen mit und ohne Behinderung in Frankfurt ganz selbstverständlich zusammenleben. Seit der ersten Befragung hat sich dieser Wert stetig verbessert: in 2012 waren es 44 Prozent, im Vorjahr 50 Prozent. Entsprechend bestätigen 63 Prozent der Frankfurter, im täglichen Leben Kontakt zu Menschen mit Behinderung zu haben.

"Diese Entwicklung macht Mut", so Armin von Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch. "Sie zeigt, dass Barrieren auch in den Köpfen fallen und Themen wie Inklusion, Begegnung und Barrierefreiheit immer selbstverständlicher werden." So sind 60 Prozent der Frankfurter der Meinung, dass ihnen das Thema Barrierefreiheit heute im Alltag öfter begegnet als in den letzten Jahren.

Anlass der repräsentativen Umfrage ist der 5. Mai, der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, den die Aktion Mensch seit 19 Jahren finanziell unterstützt: Vom 29. April bis 14. Mai können Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe öffentlichkeitswirksame Aktionen durchführen. Ziel ist es, Menschen zu ermutigen, aufeinander zuzugehen und sich zu begegnen. Die Erlebnisse rund um den Aktionstag können unter dem Hashtag #wirgestaltenhier in den sozialen Medien geteilt werden. Unter dem Motto "Wir gestalten unsere Stadt" sind zudem Menschen jeden Alters aufgerufen, Ideen für ein besseres Zusammenleben zu entwickeln und online einzureichen – mit der Chance auf eine Umsetzung vor Ort.

Über die Umfrage
Für die Studie zum Thema „Barrierefreiheit in deutschen Städten“ hat die Aktion Mensch gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Innofact AG online 2.044 Personen zwischen 18 und 65 Jahren in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main sowie rund 1.009 Bundesbürger zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Jede Stichprobe entspricht einer repräsentativen Verteilung von Alter und Geschlecht sowie Regionen (bundesweite Befragung). Aus der bundesweiten Stichprobe ergibt sich auch ein repräsentativer Anteil (14,2 Prozent) von Menschen mit Behinderungen. Zur Vergleichbarkeit der Bewertung der Barrierefreiheit in deutschen Städten wurden in der Studie unter anderem die Zugänglichkeit von verschiedenen Orten und Einrichtungen, das städtische Engagement für Barrierefreiheit sowie die Einbindung von Menschen mit Behinderung in den Städten abgefragt. Die Ergebnisse dieser Fragen wurden im „Barriere-Barometer“ zusammengefasst. Die unabhängige Online-Erhebung wurde im April 2017 durchgeführt (erste Messung April 2012, zweite Messung April 2016)


Über die Aktion Mensch

Die Aktion Mensch e.V. ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 hat sie mehr als 3,9 Milliarden Euro an soziale Projekte weitergegeben. Ziel der Aktion Mensch ist, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung, Kindern und Jugendlichen zu verbessern und das selbstverständliche Miteinander in der Gesellschaft zu fördern. Mit den Einnahmen aus ihrer Lotterie unterstützt die Aktion Mensch jeden Monat bis zu 1.000 Projekte. Möglich machen dies rund vier Millionen Lotterieteilnehmer. Zu den Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Paritätischer Gesamtverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Seit Anfang 2014 ist Rudi Cerne ehrenamtlicher Botschafter der Aktion Mensch.


Dokumente zum Herunterladen:

Faktenblatt Barriere-Barometer_Frankfurt (PDF, 268 KB)