Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung: Aktion Mensch zeigt Defizite bei Umsetzung von Inklusion auf

02.12.2012, Aktion Mensch-Organisation:

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung: Aktion Mensch zeigt Defizite bei Umsetzung von Inklusion auf

Aktion Mensch fordert Durchsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention / Lesung und Gespräch mit Philippe Pozzo di Borgo über Wege in eine inklusive Gesellschaft


Noch immer kämpfen Menschen mit Behinderung mit Vorurteilen und Barrieren im täglichen Leben. Anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung macht die Aktion Mensch auf Defizite im gesellschaftlichen Miteinander aufmerksam. So werden die Rechte von Menschen mit Behinderung in der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) zwar festgehalten, die Realität sieht jedoch anders aus: Zum Beispiel besucht nur jedes vierte Kind mit besonderem Förderbedarf eine Regelschule. Die Zahl der Arbeitslosen ist unter Menschen mit Behinderung seit 2009 um 5,6 Prozent gestiegen, in der Gesamtbevölkerung hingegen um 14,9 Prozent gesunken. Und in einer Befragung der Aktion Mensch in Sachen Barrierefreiheit (April 2012) wiesen 80 Prozent der Befragten auf Defizite in ihrer Stadt hin.

Inklusion fördern und fordern

„Menschen mit Behinderung sind in vielen Bereichen immer noch nicht selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft. Ob im Bildungsystem oder auf dem Arbeitsmarkt, Sonderwelten und Barrieren schließen Menschen mit Behinderung von der gesellschaftlichen Teilhabe aus“, erklärt Aktion Mensch-Vorstand Martin Georgi. „Unser Engagement und die Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion beschränkt sich nicht nur auf den heutigen Tag: Inklusion muss jeden Tag gelebt werden.“ Die Aktion Mensch setzt sich für Inklusion, die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung an allen gesellschaftlichen Prozessen, ein. Zur Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft trägt sie seit fast 50 Jahren durch die Förderung von Projekten und Aufklärungskampagnen bei. Seit ihrer Gründung hat sie Projekte und gemeinnützige Vorhaben mit mehr als drei Milliarden Euro unterstützt.

Lesung und Gespräch mit Philippe Pozzo di Borgo und Abdel Sellou

Anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung veranstalten Hanser Berlin und die Aktion Mensch einen inklusiven Lese- und Gesprächsabend mit Philippe Pozzo di Borgo und seinem ehemaligen Pfleger Abdel Sellou. Ihre Geschichte bildete die Vorlage für den weltweiten Kinoerfolg „Ziemlich beste Freunde“. Erstmals treten die beiden Autoren gemeinsam live in Deutschland auf und diskutieren am Abend des 3. Dezembers zusammen mit ZDF-Moderatorin und Dressurreiterin Bettina Eistel und dem blinden Bergsteiger Andy Holzer in der Berliner Columbiahalle über gesellschaftliche Barrieren und zwischenmenschliche Begegnungen. Durch den Abend führt ZDF-Moderatorin Barbara Hahlweg.

Über den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung

1993 wurde der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung von den Vereinten Nationen zum ersten Mal ausgerufen. Weltweit machen Menschen in zahlreichen Aktionen und Veranstaltung an diesem Tag auf die Rechte von Menschen mit Behinderung sowie auf ihre Situation in der Gesellschaft aufmerksam. Jedes Jahr findet der Aktionstag unter einem anderen Motto statt: Im Jahr 2012 rufen die Vereinten Nationen dazu auf Barrieren abzubauen, um eine offene und inklusive Gesellschaft für alle zu ermöglichen.


Über die Aktion Mensch

Die Aktion Mensch e.V. ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 hat sie mehr als 3,9 Milliarden Euro an soziale Projekte weitergegeben. Ziel der Aktion Mensch ist, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung, Kindern und Jugendlichen zu verbessern und das selbstverständliche Miteinander in der Gesellschaft zu fördern. Mit den Einnahmen aus ihrer Lotterie unterstützt die Aktion Mensch jeden Monat bis zu 1.000 Projekte. Möglich machen dies rund vier Millionen Lotterieteilnehmer. Zu den Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Paritätischer Gesamtverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Seit Anfang 2014 ist Rudi Cerne ehrenamtlicher Botschafter der Aktion Mensch.


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