Ihr wolltet wissen...

Über 1,5 Millionen YouTube-Aufrufe zählt unser Film "Die neue Nähe" bislang. Ihr habt das Video oft geteilt und kommentiert. Und ihr habt Fragen gestellt. Wir haben die Fragen, die euch besonders beschäftigt haben, ausgewählt. Die Menschen aus dem Film haben geantwortet.

"Sind die Menschen im Film professionelle Schauspieler?"

Regisseur Jan Hinrik:

Nein. Wir haben im Vorfeld Menschen mit Behinderung und Kinder gesucht, die Lust auf das Projekt haben. Unter denen, die sich gemeldet haben, haben wir Paarungen gewählt, die unserer Ansicht nach besonders gut zueinander passen. Jeder hatte zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit, aus dem Projekt auszusteigen. Es waren aber alle mit Begeisterung dabei.


Es fragte Patrick aus Halle.

"Zahlt die Krankenkasse für die Hilfsmittel, die man im Film sieht?"

André:

Einige Exoskelette, mit denen Rollstuhlfahrer wieder laufen können, wurden schon von Krankenkassen bezahlt. Und auch die bionische Hand, wie sie in unserem Film zu sehen ist, haben schon mehrere Kassen übernommen. Die Kosten dafür liegen bei rund 70.000 Euro (Exoskelett) beziehungsweise 40.000 Euro (bionische Hand).

Es fragte Simone aus Plauen.

"Wie lernt man, mit dem Exoskelett zu laufen?"

André:

Das Exoskelett ist eine motorisierte Prothese. Mit einer Art Armbanduhr kann ich verschiedene Programme auswählen. Zum Beispiel Aufstehen oder Losgehen. Wenn ich mich dann in einem bestimmten Winkel nach vorne beuge läuft das System los. Am Anfang ist das Laufen sehr anstrengend. Aber wenn man erst mal verstanden hat, wie das Ganze funktioniert, will man immer weiter laufen.

Es fragte Christopher aus Wuppertal.

"Welche Behinderung hast du eigentlich?"

Julia:

Ich habe eine Cerebralparese. Das ist eine Lähmung von Teilen des Gehirns. Ich kann zwar alles bewegen, nur nicht immer dahin, wo ich es will. Ich kann meine Bewegungen also nicht so gut steuern. Fahrrad fahren geht trotzdem sehr gut. Meine Physiotherapeutin staunt immer darüber. Im Wasser kann ich sogar laufen, denn das Wasser bremst meine überstarken Bewegungen und gibt mir Halt.

Es fragte Sema aus Mannheim.

"Wie funktioniert die bionische Hand?"

Bertolt:

Die bionische Hand wird durch zwei Elektroden angesteuert, die auf dem Unterarm liegen. Sie messen das elektrische Signal des Muskels, der eigentlich dafür da ist, das Handgelenk anzuwinkeln. Wenn man aber keine Hand hat, braucht man diesen Muskel nicht. Bei mir wird er dazu benutzt die Prothese, also die bionische Hand, zu steuern. Die Hand hat sechs Elektromotoren. Jeder Finger wird von einem angetrieben und der Daumen sogar von zwei Motoren.

Es fragte Stefanie aus Bremerhaven.

"Wie bist du Leistungssportlerin geworden?"

Denise:

Im Film tanze ich Capoeira. Im richtigen Leben fahre ich seit 2011 beruflich Fahrrad. Als Kind und Jugendliche war ich gar nicht sportlich. Aber kurz nach dem Abi habe ich in einem Fitness-Studio das Spinning-Rad entdeckt. Danach bin ich auf einem richtigen Rad viel durch die Wälder gefahren. Freunde haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich ziemlich schnell unterwegs bin. Und darauf, dass es auch Leistungssport für Menschen mit Behinderung gibt.

Es fragte Leon aus Berlin.

Die Antwortgeber:

Portrait des Regisseurs

Jan Hinrik Drevs ist 48 Jahre alt. Er ist der Regisseur des Films "Neue Nähe". Seit 1998 arbeitet er als Autor und Regisseur vor allem für Fernsehen und Kino. Seine Dokumentationen, Werbe- und Spielfilme wurden national und international mehrfach ausgezeichnet.

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Denise Schindler

Denise Schindler ist 30 Jahre alt und lebt in München. Sie trägt eine Sportprothese – besitzt aber eine ganze Sammlung von Prothesen für die unterschiedlichsten Zwecke. Denise nimmt an den Paralympischen Spielen in Rio teil. Denn sie ist Leistungssportlerin im Radrennen und hat schon viele große Erfolge gefeiert.

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Julia Nickel

Julia Nickel ist 10 Jahre alt und lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in Böblingen in Baden-Württemberg. Julia sitzt im Rollstuhl und nutzt einen Talker, um sich zu verständigen. Sie geht in eine Regelschule. In ihrer Freizeit fährt sie gerne mit einem Spezialfahrrad, das genau auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

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Andre van Rüschen

André van Rüschen ist 44 Jahre alt und lebt in Uplengen in Niedersachsen. Seit einem Unfall ist er querschnittsgelähmt. Er nutzt ein Exoskelett zum Gehen. André ist verheiratet, hat einen Sohn und arbeitet bei einem Hersteller für Orthopädiebedarf.

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Bertolt Meyer

Prof. Dr. Bertolt Meyer ist 39 Jahre alt und lebt in Leipzig. Er trägt eine Handprothese. Bertholt ist Professor für Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der TU Chemniz. Dort forscht er unter anderem zu den Themen Vielfalt, Anderssein und Inklusion.

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