Der Traum vom Fußballtrainer

Stefan Zeidan, 30, sitzt seit seiner Kindheit im Rollstuhl – und ist leidenschaftlicher Fußballfan. Er hat einen Spielerpass, managt einen Verein in der 1.400-Einwohner-Gemeinde Bell bei Koblenz und macht gerade seinen Trainerschein. Hier erzählt er, wie er dazu gekommen ist.
 

Schon mit zehn Jahren hat mich das Fußballfieber gepackt. Ein Bekannter nahm mich mit ins Stadion zum 1. FC Kaiserslautern. Seitdem habe ich eine Dauerkarte. Während der Saison bin ich selten zu Hause, sondern im Stadion oder auf den Fußballplätzen der Region.

Früher habe ich mir oft vorgestellt, selbst dort zu stehen und gegen den Ball zu treten. Für mich unmöglich. Ich kam zwei Monate zu früh auf die Welt und litt bei der Geburt an Sauerstoffmangel. Seitdem kämpfe ich mit einer spastischen Lähmung der Beine.

Ich habe oft gehadert. Bis ich beschloss, das Beste aus der Situation zu machen. Der damalige Trainer meines Heimatvereins, des SG 2000 Mülheim-Kärlich, hatte mich eingeladen, mal vorbeizukommen und die Jungs aus meinem Dorf besser kennenzulernen. So kam ich 2005 zum Amateurfußball und wurde Fanbeauftragter.

Ich gehöre offiziell zum Kader, habe ein eigenes Trikot und einen Spielerpass. Die Leute im Ort merkten schnell, wie viel Spaß mir Fußball macht und dass ich Ahnung habe. Das hat viel zu meiner Anerkennung beigetragen.

Der Weg zum Manager

Mein großer Traum war es immer, Trainer zu werden. Der Fußballverband lehnte zunächst ab, weil ich nicht am praktischen Teil der Ausbildung teilnehmen kann. Mein Idol Colin Bell, der Trainer der irischen Frauennationalmannschaft, den ich noch aus seiner Zeit in Koblenz kenne, ermunterte mich, stattdessen eine Ausbildung zum Vereinsmanager zu machen.

Zu Beginn des Lehrgangs hatte der Sportbund Rheinland in Koblenz nicht mal einen barrierefreien Haupteingang. Bei meinem Abschluss 2013 stand dort eine fest installierte Rampe.

Mit meiner Lizenz als Vereinsmanager engagiere ich mich bei der SG Eintracht Mendig/Bell. Ich gestalte die Stadionzeitung, kümmere mich um den Internetauftritt und die Öffentlichkeitsarbeit. Alles ehrenamtlich. Mit den Spielern gucke ich mir auch mal andere Begegnungen an, oder wir gehen nach einem Spiel etwas trinken.

Erfüllung eines Traumes

Der Verband hat mich inzwischen doch noch für die Trainerausbildung zugelassen. Im Moment büffle ich für die schriftliche Prüfung. Als Trainer muss man ein guter Taktiker sein und ein Gespür für seine Mannschaft haben. Da steht meine Behinderung nicht im Weg. Die praktischen Übungen muss der Co-Trainer übernehmen. Meine Beharrlichkeit hat sich gelohnt.

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