Zwei besondere Freundschaften

Freundschaften können so unterschiedlich sein: Die einen wollen zusammen abhängen,Fußball gucken und Spaß haben - für die anderen sind tiefgründige Gespräche und gemeinsame Erinnerungen wichtig. So haben Freundschaften in jedem Lebensabschnitt etwas besonderes. Hier stellen wir euch zwei vor.

Einfach Spaß haben: Fatih Kan und Hanny Testay

Die Hamburger Fatih und Hanny lernten sich vor vier Jahren nach einer langen Partynacht kennen und wurden Freunde.

Fatih Kan und Hanny Testay

© Maurice Kohl

"Hanny habe ich vor einem Club auf der Reeperbahn kennengelernt. Ich war echt gut drauf. Irgendwie hab ich Hanny mit meiner Laune angesteckt, wir sind ins Gespräch gekommen und haben uns direkt gut verstanden. Jetzt ist Hanny fast jeden Tag bei mir, wir hängen zusammen ab, schauen Fußball und gehen zusammen feiern.

Natürlich ist es nicht so, dass wir uns immer nur gut verstehen und grinsend durch die Straßen spazieren. Abgesehen davon, dass wir eigentlich eh nie spazieren – Hanny setzt sich hinten auf meinen Rollstuhl und ab geht’s. Zu einer echten Freundschaft gehört zwischendurch ein ordentlicher Streit. Dann werden wir auch mal etwas lauter, aber das ist ganz normal und eigentlich immer schnell vorbei. Wir sagen unsere Meinung, ohne viel drum herumzureden, und vertragen uns ohne große Entschuldigungen und Erklärungen – das macht unsere Freundschaft aus. Wir sind halt wie Brüder."

Aufgeschrieben von Katharina Hovestädt

200 Jahre Lebenserfahrung: Schwester Gertrudis und Christine Hohscheid

Gertrudis Heitmann ist Schwester im Orden vom Göttlichen Herzen Jesu. Zusammen mit Christine Hohscheid genießt sie das Leben im St. Ritastift in Düren.

Schwester Gertrudis (r.) und Christine Hohscheid

© Sandra Stein

"Christine und ich haben uns hier im Ritastift kennengelernt und auf Anhieb verstanden. Sie ist 1907 geboren, ich im Jahr 1913. Da haben wir natürlich einiges erlebt – Gutes wie Schlimmes. Aber wir sind zufrieden und hadern nicht mit dem Schicksal. Wir sind nie vor den Aufgaben davongerannt, die uns das Leben gestellt hat.

Wir interessieren uns für vieles, und der Gesprächsstoff geht uns nie aus. Gemeinsam machen wir, was uns Spaß macht. Christine freut sich jeden Tag auf die morgendliche Zeitung. Sie liebt Tiere und die Natur. Gerne sitzt sie mit ihrer Nichte auf der Terrasse und genießt den Blick in den Garten. Außerdem liest sie unheimlich viele Bücher. Christine hat ein sehr gutes Gedächtnis und lernt Gedichte auswendig.

Ich bin am glücklichsten, wenn ich einen Pinsel in der Hand halte und mich auf einer Leinwand austoben kann. Mit bunten Farben kann ich mich ausdrücken und meiner Fantasie freien Lauf lassen. Hier im Rita­stift gibt es einen Malkurs, da habe ich die Lust am Malen entdeckt, vor allem an abstrakter Kunst. Meine gelungensten Werke verschenke ich am liebsten.

Christine und ich erfreuen uns an der Gegenwart. Ich finde, es ist ganz wichtig, Ja zu sagen, zu dem, was ist und wie es ist. Und es ist schön, immer wieder zu entdecken, wie viel Grund man zum Danken hat."

Aufgeschrieben von Elisabeth Wicher

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