Kinderwunsch: Paare mit Down-Syndrom als Eltern?

Schon als ganz junges Mädchen schaute Carina Kühne in jeden Kinderwagen und war ganz verrückt nach kleinen Kindern. Für sie war klar: Irgendwann wird sie auch mal ein Baby haben. Doch je älter sie wird, desto nachdenklicher wird sie auch. Schließlich hat sie das Down Syndrom, eine Chromosomen-Anomalie, die sie vererben kann.
 

„Bei Paaren mit 46 Chromosomen kann es zu einer freien, nicht erblichen Trisomie 21 beim Kind kommen“, sagt Carina Kühne. Für sie ist es keine Frage, dass diese Kinder ein Recht auf Leben haben – und es macht sie traurig, dass so viele Babys abgetrieben werden. „Wenn Eltern sich heute für ein behindertes Kind entscheiden, haben sie es nicht leicht in der Gesellschaft“, sagt sie.

Und sie fragt sich: Wie reagieren unsere Mitmenschen eigentlich, wenn Paare mit Down-Syndrom Kinder bekommen? „Männer mit Down-Syndrom galten lange als unfruchtbar. Inzwischen gibt es Einzelfälle, die das widerlegen. Und es gibt einige Frauen mit Down-Syndrom, die ein Kind geboren haben. Vielleicht gibt es auch Paare mit einer Trisomie 21, die ein Kind haben? Ich weiß es nicht.“

Carina Kühne denkt viel über dieses Thema nach.

„Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Chancen für ein Paar mit Down-Syndrom, ein Kind zu bekommen, recht niedrig sind und die Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen, auch. Früher wurden Menschen mit Behinderung oft zwangssterilisiert. Ich finde es gut, dass dies nun nicht mehr möglich ist“, sagt sie. „Ich persönlich frage mich schon, ob ich es verantworten könnte, schwanger zu werden. Schließlich haben alle Zellen ein zusätzliches Chromosom und die Möglichkeit, dieses zu vererben, ist doch recht groß.“ Doch Carina ist sich sicher, dass Kinder mit Down-Syndrom mit einer guten Förderung viel erreichen können. „Andererseits sind Eltern mit Handicap oft schon bei einem nicht behinderten Kind überfordert und sollten deshalb unbedingt jede Unterstützung bekommen, die möglich ist.“

Wenn Paare mit Handicap ihren Kinderwunsch verwirklichen, übernehmen sie eine große Verantwortung – so viel ist Carina klar. Deshalb findet sie auch, dass diese Paare vor ihrer Entscheidung gut beraten werden sollten. „Ich habe gelesen, dass eine Frau mit Down-Syndrom, die mit einem Mann mit 46 Chromosomen verheiratet war, auch einen Abbruch vornahm, weil sie kein Kind mit Down-Syndrom haben wollte. Ihr Wunsch nach einem nicht behinderten Kind ging dann doch in Erfüllung.“

Aufgeschrieben von Carina Kühne

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