Kleine Projekte mit großer Wirkung

Jeden Monat fördert die Aktion Mensch Projekte, die zu einer höheren gesellschaftlichen ­Akzeptanz und einer stärkeren sozialen Teilhabe beitragen – darunter viele kleine Initiativen, die unbürokratisch mit bis zu 5.000 Euro unterstützt werden. Wir stellen fünf Beispiele vor.

Clownsnasen: Alle Akteure von Clownical Zwo setzen bei Probe und Spiel rote Nasen auf - so sind alle gleich.

Klassisch gescheitert?

Fehler zu machen, ist gut, vor allem, wenn man ein Clown ist. Denn: „Der Clown schöpft seine Kraft aus dem Scheitern.“ Dieser Meinung ist zumindest die Theatergruppe Clownical Zwo. Die 80 Schauspieler mit und ohne Behinderung entwickeln ihre Stücke beim Spiel. Auf der Bühne geben sie den Mephisto, Wilhelm Tell oder Don Quichote. Das Projekt zeigt, dass jeder Mensch eine besondere Fähigkeit mitbringt. Es ermöglicht den Akteuren, gemeinsam zu lernen, die eigenen Stärken auszubauen und zusammen Spaß zu haben. Mit dem aktuellen Stück „Klassisch gescheitert“ beweisen die Clowns, wie gut das funktioniert.

www.clownical.de

Gemeinsam etwas erreichen und dabei viel Spaß haben. Das erleben Kinder beim Zirkus in Limeshain.

Manege frei für Inklusion

Sie jonglieren mit Tellern, tanzen auf dem Seil und vollführen Kunststücke auf Trapezschaukel, Laufkugel oder Einrad. Wenn die 15 Kinder und Jugendlichen vom Zirkus Limeshain auf der Bühne stehen, heißt es: Manege frei für Inklusion. Fünf der kleinen Artisten haben eine Behinderung. Seit Sommer 2012 treffen sie sich einmal wöchentlich zur Probe und gehen immer wieder ein Stück über die eigenen Grenzen hinaus. „Dabei lernen die Kinder, aufeinander zu achten und ein Gefühl dafür zu entwickeln, dass jeder seinen Platz hat in der Gruppe“, sagt Tanja Felten, Theaterpädagogin und die Leiterin des Projekts.

www.yourplace-wetterau.de

 

 

Fait Play: Um gleiche Bedingungen für alle zu schaffen, setzen sich die Fußgänger zum Spielen in einen Rollstuhl.

Sport auf Augenhöhe

In der Rolligang vom fränkischen SC Wernsbach-Weihenzell treiben junge Leute mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport. Die 13-köpfige Gruppe aus sportbegeisterten Jugendlichen zwischen zehn und 21 Jahren besteht aus sechs Rollstuhlfahrern und fünf sogenannten Fußgängern. Gemeinsam  spielen sie Torball, Basketball, Fußball, Hockey oder absolvieren Hindernisparcours. Gespielt wird immer im Rollstuhl. Kerstin Wolf, Initiatorin des Projekts und selbst Rollstuhlfahrerin, sagt: „Sport muss allen möglich sein und Spaß machen. Nur so wird daraus ein Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und Barrieren.“

www.sc-ww.de

 

Entdeckungstour: Beim Spiel „Ich höre was, was du nicht siehst“ erleben die Kinder ihre Umgebung ganz neu.

Geschichten vom Blindsein

Berührungsängste überwinden und für die Anliegen von Blinden sensibilisieren – das sind die Ziele vom Projekt „Das mache ich doch blind“. Blinde Vorleserinnen besuchen Offenburger Kindergärten und lesen den kleinen Zuhörern mithilfe der Brailleschrift vor, zum Beispiel „Wir verstehen uns blind“, eine Geschichte über einen Blinden, der anderen das Sehen lehrt. Im Anschluss können die Mädchen und Jungen alles fragen, was ihnen auf dem Herzen liegt, oder mit Blindenstock und Augenbinde auf Entdeckungstour gehen. Die Kinder lernen so auf unkomplizierte Weise, wie Menschen mit Behinderung die Welt erleben.

www.lesewelt-ortenau.org

Auf dem Gelände: In dem selbst entworfenen Parcours üben die Kinder und Jugendlichen ihre Dirtjump-Tricks.

Tricksen erlaubt

Durch den Schlamm, rauf auf den Hügel, ab in die Luft, Trick vollführen, zurück auf den Boden und dann noch einmal von vorn. Das ist Dirtjump – eine Funsportart, bei der man mit einem sogenannten Dirt Bike über Rampen und Hindernisse durchs Gelände fährt. In Weißen­thurm haben Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft selbst zur Schaufel gegriffen und gemeinsam eine Dirt-Bike-Strecke nach eigenen Vorstellungen geschaffen. Bei der Umsetzung ihrer Pläne wurden die Elf- bis 19-Jährigen von fachmännischem Personal unterstützt. Beim Projekt haben sie vor allem eines erfahren: Teamarbeit macht stark.

www.aktion-mensch.de/dirt-bike


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