Star mit Prothese bei "Let's Dance"

"Erkenne Deine Chance" ist der Leitspruch auf der Internetseite von Heinrich Popow. Ab Freitag, den 17. März 2017, tritt er zusammen mit der Profi-Tänzerin Kathrin Menzinger bei der RTL-Show "Let's Dance" an. Ziel des Paares: Sie wollen den Pokal gewinnen.
 

RTL/Stefan Gregorowius

Heinrich Popow tritt mit Kathrin Menzinger bei der RTL-Show "Let's Dance" an.

Text: Marion Theisen

Als großer Tänzer war Heinrich Popow bislang der Öffentlichkeit noch nicht bekannt. Das wird sich nun ändern, wenn der aktuell weltbeste Weitspringer mit Beinprothese in der RTL-Show "Let's dance" zu sehen ist. Wie erfolgreich er sich in dieser Disziplin schlagen wird, bleibt abzuwarten. Gute Voraussetzungen bringt er jedenfalls mit: Er ist ehrgeizig und hat den Willen zum Durchhalten. 2016 hat er Gold bei den Paralympics in Rio geholt, als er im Weitsprung mit 6,70 Metern einen neuen Weltrekord aufstellte. Und das nach einer mehrjährigen Verletzungspause.

RTL/Stefan Gregorowius

Mit sieben Jahren kam Popow mit seiner Familie aus Kasachstan nach Deutschland. Zwei Jahre später stellten Ärzte einen Tumor in der linken Wade fest; der Unterschenkel musste amputiert werden. Laufen wurde damals für ihn zum Mutmacher, sagt er selbst. Mittlerweile kann er mit seinen Prothesen fast alles machen. "Wenn mich einer fragt, wie das Leben mit Prothese ist, sage ich: Völlig normal, fühlt sich so an wie ein gut sitzender Schuh," schreibt Popow auf seiner Internetseite

"Perfektion der Bewegung"

Seine Tanzpartnerin, die 28-jährige Kathrin Menzinger, hat vor zwei Jahren schon einmal den begehrten Pokal von "Let's Dance" gewonnen. Damals zusammen mit dem Fußballer Hans Sarpei. Und – ganz klar – Heinrich Popow und sie wollen auch dieses Jahr zusammen "Dancing Star 2017" werden. "Tanzen ist für mich die Perfektion der Bewegung", sagt Popow. "Dieser Herausforderung möchte ich mich mit meiner Behinderung stellen und damit andere Menschen motivieren."

Mit Heinrich Popow holte die Sendung „Let´s Dance“ bereits zum zweiten Mal einen Teilnehmer mit Behinderung ins Scheinwerferlicht: 2012 machte die blinde Sängerin Joana Zimmer mit und tanzte sich erfolgreich bis ins Viertelfinale.


Tanzen - einfach mitmachen!

Tanzen ist eine wunderbare Möglichkeit, um Brücken zu schlagen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. Jede und jeder kann sich mit seiner Persönlichkeit und seiner Ausdrucksform einbringen. Wer seine Hemmung überwindet, erlebt auf dem Parkett viel Schönes. Zum Beispiel, wie poetisch Tanzen wird, wenn man nichts sieht, nichts hört oder sich auf Rädern fortbewegt. Es entsteht eine neue Dimension. Das zeigen auch folgende Beispiele von Profis und Amateuren:

Jo Kirchherr

DIN a 13 tanzcompagny

Die DIN A 13 tanzcompany wurde 1995 von der Choreografin Gerda König gegründet und ist international eines der wenigen professionellen Tanzensembles, deren Mitglieder sich aus Tänzern mit und ohne Behinderungen zusammensetzt. Der künstlerische Ansatz der Kompanie liegt in der Erforschung und Sichtbarmachung der Bewegungsqualität „anderer Körper“, die in ihrer Diversität für die choreografische Arbeit genutzt wird. „Gerade diese Bewegungen sind es, die begeistern und faszinieren, da sie die Sehgewohnheiten und Normideale des zeitgenössischen Tanzes hinterfragen und ihn gleichzeitig durch neue Impulse bereichern“, beschreibt das Ensemble seinen Ansatz auf seiner Homepage.
www.din-a13.de


Valerie Schmidt

B-Boy Junior

Junior Bosila Banya gehört zu den bekanntesten Breakdancern der Welt. Ein Erfolg, der so nicht absehbar war. Denn der Künstler hatte als Kind Polio. Der Frankokongolese gehört zu den bekanntesten Tänzern seiner Zunft. Seine Tanzvideos auf YouTube gehören zu den Rennern der Szene, werden millionenfach angeklickt. Was man in diesen Videos zu sehen bekommt, ist spektakulär. Junior beherrscht nicht nur die typischen artistischen Einlagen seiner Disziplin. Längst hat er einen eigenen Stil geprägt, der von seinem Rhythmusgefühl, seiner enormen Kraft, Beweglichkeit und seiner Bodenarbeit bestimmt wird.
B-Boy Junior im Porträt


Kassandra Wedel, Siegerin bei "Deutschland tanzt"

Kassandra Wedel ist gehörlos und als Hip-Hop-Tänzerin und Tanzlehrerin sehr erfolgreich. Im Herbst 2016 gewann Sie bei der ProSieben-Show "Deutschland tanzt". Etwa ein Jahr vor diesem Erfolg hat die Münchnerein in einem Gebärdensprach-Interview für "MENSCHEN. das magazin" über ihre Tanz-Leidenschaft gesprochen und wie sie übers Tanzen Brücken schlägt.

Hier können Sie das untertitelte Interview ansehen.

 


Thilo Schmuelgen

Rollen im Dreiviertel-Takt

In Hemer treffen sich regelmäßig Tanzschüler mit und ohne Räder, um gemeinsam Gesellschaftstänze zu lernen. Dabei ist es völlig egal, ob zwei Rollstuhlfahrer zusammen tanzen oder ob auch ein Fußgänger dabei ist. Das Miteinander kommt dabei ganz von selbst.
Mehr zum Rollstuhltanz Hemer


Angela Rezé

Fernanda Bianchini, blinde Ballettlehrerin

200 Schülerinnen hat Fernanda Bianchini in Sao Paolo, viele von ihnen sind blind oder sehen stark eingeschränkt. Um Bewegungen nachvollziehen zu können, berühren sie ihre Lehrerin. Für mehr Anmut in den Armen schwört die Ballettmeisterin auf Palmwedel.
Fernanda Bianchini bei JAM! - Junge Aktion Mensch
 


Romano, Halbfinalist "Got to Dance" 2015

Seit dem er fünf Jahre alt ist, tanzt Romano. Seit seiner Geburt fehlt ihm der linke Arm. Beim Tanzen – und auch sonst – ist das selten ein Problem. Auch für schwierige Hebefiguren findet sich eine Lösung. Neben seinem Beruf als Logistiker arbeitet er als Tanzlehrer.
Bei JAM! - Junge Aktion Mensch gibt es ein Tutorial mit Romano

 


Caritas Zentrum, Mendig

Tanzen mit und ohne Räder

Die "Konfetti Dancers" sind eine inklusive Rollstuhl-Tanzgruppe aus Mendig in der Eifel. Sie treten bei Veranstaltungen und Festen in der Region auf. Die Tanzpaare bestehen dabei aus je einem Fußgänger und einem Rolli-Fahrer und proben im Caritas-Zentrum.
Mehr zu den "Konfetti Dancers"


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