Es hat sich viel gebessert

Seit drei Jahren wirkt Rudi Cerne ehrenamtlich als Botschafter der Aktion Mensch. Es ist Zeit, den Fernsehmoderator und Familienvater nach seinen Erfahrungen zu befragen.
 

© Aktion Mensch/Dominik Buschardt

Beim Besuch in der Küche der integrativen Cook Company in Frankfurt stellte Rudi Cerne seine Kochkünste unter Beweis.

Interview  Astrid Eichstedt

Mehr als 50 Ziehungssendungen pro Jahr erfordern einiges an Einsatz beziehungsweise kosten Zeit. Was bekommen Sie im Gegenzug zurück?
Ich erlebe sehr intensive und emotionale Begegnungen mit Menschen.

Als Botschafter der Aktion Mensch besuchen Sie regelmäßig inklusive Projekte. Hatten Sie dabei ein Erlebnis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Es gab so viele Begegnungen. Da ist es schwierig, eine herauszustellen. Ich erinnere mich zum Beispiel an ein Projekt in Essen, wo Waldorfschüler mit und ohne Behinderung gemeinsam Kunsthandwerk herstellten. Als ich ging, sagte eine junge Frau zu mir: „Das war jetzt so nett mit Ihnen, können Sie nicht noch ein bisschen bleiben?“ Das hat mich schon berührt.

Sie haben einmal gesagt, Ihr Engagement als Botschafter der Aktion Mensch sei auch eine emotionale Herausforderung. Können Sie das erläutern?
Das war am Anfang, als ich nicht wusste, was auf mich zukommt. Tatsächlich ist gar keine so große Hürde zu überwinden. Viele Menschen haben noch immer Angst vor einer Begegnung mit Menschen mit Behinderung. Für mich ist das mittlerweile etwas völlig Selbstverständliches. Diese Menschen gehören zu uns, zur Gesellschaft, sind mittendrin, und so nehme ich sie auch wahr.

Hat sich Ihr Blick auf Menschen mit Behinderung in den letzten drei Jahren geändert?
Ja, natürlich. Ich bin sensibilisiert worden und werde immer wieder positiv überrascht von den Einrichtungen, die gefördert werden, und den Menschen, die darin arbeiten. Zum Beispiel ein gastronomischer Betrieb auf der Vilbeler Landstraße in Frankfurt, eine der umsatzstärksten Straßen Deutschlands. Da habe ich eine Küchenhilfe getroffen, die gehörlos ist und perfekt in den Arbeitsalltag eingebunden war. Wie Menschen mit Behinderung in diesen Betrieben arbeiten und etwas Produktives leisten, das finde ich gut.

Gibt es Barrieren für Menschen mit Behinderung, über die Sie sich besonders ärgern?
Ich finde es im Gegenteil bemerkenswert, was sich in den letzten Jahren gebessert hat. In meiner Jugendzeit gab es keine Behindertenparkplätze. Es gab auch kaum Rampen. Heute ist sicherlich auch nicht alles optimal gelöst, da ist noch viel zu tun, aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg.  


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