Eine herausragende Persönlichkeit

Der Tenorsaxofonist Klaus Kreuzeder war eine herausragende Persönlichkeit. Als Künstler wie auch als Mensch. Er spielte mit Sting, Eric Clapton und Stevie Wonder. Er begleitete Udo Lindenberg und Gianna Nannini. Und er setzte sich sehr engagiert für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein. Am 3. November ist der Ausnahmemusiker im Alter von 64 Jahren in München gestorben.

Text: Astrid Eichstedt

„Ohne Sax will er nicht sein, es ist sein Leben“, steht auf der Website seiner Plattenfirma. Als Klaus Kreuzeder vor knapp zwei Jahren nach einigen lebensgefährlichen gesundheitlichen Rückschlägen schweren Herzens mit dem Saxofonspiel aufhören musste, gab er dennoch nicht auf, sondern hoffte, dass es wieder aufwärts gehen würde.

„Glück gehabt“, der Titel seiner 2010 erschienenen Autobiografie, macht seine Sicht der Dinge deutlich: Er, der seit einer Erkrankung an Polio mit eineinhalb Jahren im Rollstuhl saß, empfand sich als privilegiert, weil er seinen Lebensweg selbst bestimmen konnte. „Die Musik ist das Schönste, was ich mir vorstellen kann. Sie hat dazu geführt, dass ich ein traumhaftes Leben führen kann“, sagt er in der TV-Dokumentation „Aus Leidenschaft am Leben“, die der Bayerische Rundfunk im Sommer dieses Jahres erstmals ausstrahlte.

Genau genommen war es seine gesundheitliche Störung gewesen, die Klaus Kreuzeder als Heranwachsenden zum Saxofonspiel brachte. Das Üben mit diversen Blasinstrumenten stärkte die geschwächte Lungenmuskulatur. Auf diese Weise lernte er auch das Saxofon kennen und lieben, mit dem er sich auf so differenzierte und abwechslungsreiche Weise ausdrücken konnte: Mal laut, mal leise, mal hart, mal weich, mal schwungvoll, mal zart, mal ernst, mal ausgelassen – so wie das Leben.

Klaus Kreuzeder, der begnadeter Musiker und engagierte Bürger, setzte sich für das gleichberechtige Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap ein, lange bevor der Begriff der Inklusion geläufig wurde. So ist es zum Beispiel seinem Engagement zu verdanken, dass die Freilichtbühne Theatron im Münchner Olympiapark auch für Rollstuhlfahrer zugänglich ist. Auf Wunsch der Bayerischen Grünen gehörte Klaus Kreuzeder 2009 und 2010 zu den Delegierten der Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählen. Er selbst wuchs in Altdorf bei Nürnberg auf, besuchte die Volksschule, später das Gymnasium. Sein Jurastudium gab er nach vier Semestern auf – zugunsten der Musik. Eine Entscheidung, die, wie sich herausstellen sollte, die richtige war.

Freunde und Kollegen, die ihn gut gekannt haben, heben stets Klaus Kreuzeders positive Energie und unbändige Lebenslust hervor. Laut eigenem Bekunden sind sie es, die ihn in den letzten Jahren mehrere schwere gesundheitliche  Einschnitte überleben ließen. Nun ist er doch gegangen. Seine Musik wird weiterleben.

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