Daddeln, steuern, talken
Innovationen, die Menschen einander näherbringen – darum geht es im neuen Kampagnenfilm der Aktion Mensch. Was genau bei den Dreharbeiten geschehen würde, war nicht wirklich vorauszusehen. Am Ende wurde es ein Film mit verblüffenden, witzigen und rührenden Momenten.
Hedda Schreiner mit Handprothesenträger Bertolt Meyer bei einem Geschicklichkeitsspiel.
Text Astrid Eichstedt
Fotos Henrik Hühnken und Zacharias Zitouni
Louis von Kistowski (links) mit André van Rüschen
Apps, Playstation und immer smartere Geräte – neue digitale Technologien und Erfindungen begleiten uns im Alltag und ziehen uns in ihren Bann. Bionische Körperteile und Roboter kennen wir aus Science-Fiction-Filmen und finden sie vielleicht eher unheimlich. Dass aber schon heute viele Technologien dazu beitragen, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu verbessern, ist uns weniger bewusst. Mit einem neuen Kampagnenfilm möchte die Aktion Mensch das ändern und für mehr Selbstverständlichkeit beim Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung werben.
Aufgeweckte Kinder
Zum Dreh in die Hamburger Briese Studios hatte die Aktion Mensch deshalb einige aufgeweckte Jungen und Mädchen zwischen fünf und elf Jahren sowie auch Menschen mit Behinderung eingeladen, die verschiedene technische Hilfsmittel nutzen.
Ferdinand von Trott (links) mit Julia Nickel, Kameramann und Regisseur
Zunächst konnten die Kinder Geräte wie etwa einen Talker oder ein Exoskelett erkunden und überlegen, wozu die Gegenstände dienen. Anschließend kamen die Menschen hinzu, die die Hilfsmittel nutzen. Nachdem sie den Kindern gezeigt hatten, wie man sie anwendet, ging es richtig los: Jungen und Mädchen daddelten, steuerten und talkten begeistert gemeinsam mit den Erwachsenen mit Behinderung. Die Kamera fing Szenen ein, die nicht gestellt und nur sehr behutsam inszeniert sind. „Wow, ein richtiger Roboter!“, sagt ein Junge beeindruckt, als ein Mann mithilfe eines Exoskeletts auf ihn zukommt. „Krass“, findet ein Mädchen die bionische Hand eines Mannes. Die Begegnungen sind geprägt von echtem Interesse, manchmal auch von Skepsis, von Spontaneität und spielerischer Freude. Fünf Minuten lang erleben die Zuschauer, wie Technik nicht nur als solche fasziniert, sondern, wie sie Menschen einander näherbringt und die Behinderung in den Hintergrund treten lässt.
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