„Es gibt keine Berührungsängste“

Werner Hösler, Referent für Behindertensport im Judoverband Rheinland e.V., über Integrationsmöglichkeiten und Entwicklungen im G-Judo

Herr Hösler, was genau ist G-Judo?

Der Begriff G-Judo stammt aus den Niederlanden, wo man Behinderung „Gehandicapten“ nennt, daher das „G“. In Deutschland steht das „G“ für geistige Behinderung. Holland ist neben Belgien übrigens Vorreiter auf dem Gebiet des G-Judo. Es hat dort schon lange Tradition, behinderte Judokas können sogar ihren schwarzen Gürtel, also den höchsten Meistergrad, machen – etwas, das, wie es zurzeit aussieht, wohl nun auch endlich bald in Deutschland möglich sein wird.

Wie steht es ansonsten um G-Judo hierzulande?

In den letzten Jahren hat sich auch bei uns sehr viel getan. Der Sport hat sich professionalisiert und Wettkampfstrukturen haben sich herausgebildet: Es gibt mittlerweile Deutsche Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften sowie internationale Turniere.

Gibt es Unterschiede in den Prüfungen und Wettkämpfen im G-Judo im Vergleich zum regulären Judo?

Man versucht, ein wenig Rücksicht auf die Behinderung zu nehmen: So verzichtet man größtenteils auf das Abfragen der japanischen Begriffen, das sonst zur Prüfung gehört. Ansonsten halten sich aber auch die G-Judokas in weiten Teilen an die aktuellen Regeln, die gemeinsam von der Internationalen Judoföderation, dem Deutschen Judo-Bund und dem Deutschen Behinderten-Sportverband festgelegt wurden: Die Kampfzeit beträgt drei Minuten effektiv, Hebel- und Würgetechniken sind verboten, ebenso wie die Umklammerung des Genicks, also der sogenannte Schwitzkasten.

Warum ist Judo für Menschen mit einer Behinderung so beliebt?

Da der Sport eine besonders gute Möglichkeit für Inklusion bietet. Im Judo gibt es kaum Barrieren: Das „Trainingsgerät“ ist der eigene Partner, da kommen keine Berührungsängste auf. Die soziale Komponente ist somit sehr groß: In den deutschen Vereinen trainieren sehr häufig Sportler mit und ohne Handicap gemeinsam. Ich verfolge diese Entwicklung seit den 80er-Jahren und beobachte, dass es immer mehr gemeinsame Trainingsmöglichkeiten gibt. In der bayerischen Bezirksliga gibt es sogar ein gemischtes Team, in dem behinderte und nicht behinderte Judokas zusammen bei Wettkämpfen antreten.

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