Ran an die Bouletten

Auch Behinderte können auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich sein. Sie müssen nur ihre Talente besser nutzen. Hier ein paar Ideen.

Illustration zeigt Blinde, die Koffer untersuchen, und Gehörlosen, der als Aufklärungsdrohne fliegt
Illustration zeigt Rollifahrer als Risckscha-Fahrer

Sollen Behinderte überhaupt arbeiten? Dafür spricht zuerst einmal die alte Weisheit: „Wer essen will, muss auch arbeiten.“ Außerdem verlieren Behinderte beim Arbeiten Energie, die sie sonst für Unsinn wie Sex oder Terrorismus verschwenden würden.

Dagegen spricht allerdings, dass sie immer alles kaputt machen. Und dass sie Betreuer brauchen, die in derselben Zeit allein dreimal mehr schaffen könnten. Und wenn sie dann mal arbeiten, dann machen sie oft auch noch Quatsch: Für eine britische Rüstungsfirma Bauteile für militärische Leuchtkörper herstellen oder so … Dabei haben wir Behinderte doch so tolle Fähigkeiten. Jeder von uns bekommt ja automatisch von der Natur als Ausgleich eine andere tolle Fähigkeit reingezockt.

Wir müssen innovativ sein. Lasst uns flächendeckend gegen demütigende Minijobs für Kleinwüchsige demonstrieren. Wir haben es selbst in der Hand, neue Arbeitsfelder zu entdecken.

Also wenn man blind ist, kann man besser riechen. Faktisch wären Blinde ein idealer Ersatz für Drogenhunde am Flughafen, wenn die Hassos und Bellos mal im Urlaub sind. Gehörlose können besser sehen. Ideal einsetzbar als Aufklärungsdrohnen in Krisengebieten. ­

URSULA, jetzt kommst du. Rollstuhlfahrer könnten als Rikschataxi den ökologischen Umbau der Gesellschaft vorantreiben. Contergan-Geschädigte könnten ideale ­Politessen sein. Da gäbe es kein Murren. Der Parksünder würde freiwillig sein Auto abfotografieren und das Knöllchen unter seinen Scheibenwischer klemmen. Menschen mit Tourettesyndrom könnten als Grabredner mal eindeutige Worte für den Verblichenen finden. Und wie oft würden viele Anwesende zustimmend nicken. Geistig Behinderte könnten als Bundesliga­schiedsrichter fungieren und die Beschimpfungen „Ey, Schiri bist du behindert?“ aus der Kurve mit einem lässigen „Ja. Und mir geht es gar nicht schlecht dabei. Und Ihnen?“ kontern.

Heutzutage wird per Gesetz geregelt, dass ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl ein Behinderter eingestellt werden muss. Von dieser gesetzlichen Verpflichtung wird sich gern freigekauft. Mein Vorschlag: gesetzliche Quote für Frauen in Vorständen von DAX-Unternehmen: 50 Prozent. Aber man kann sich davon freikaufen. Den Aufschrei möchte ich hören.

Noch besser, wir werden einfach selber Chef!! Und wir entrichten gern eine Ausgleichsabgabe für Nichtbehinderte. Fangt schon einmal an zu schreien.     


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