Unterwegs in Berlin

Berlin ist für mich das perfekte Chaos. Man braucht keinen Plan, um etwas zu erleben. Berlin ist für mich schlechte Laune mit gutem Herzen. Man sagt oder schreit, was man denkt, und am Ende geht jeder glücklich und zufrieden nach Hause. Vor fünf Jahren kam ich aus Düsseldorf über die Niederlande nach Berlin. Für die Liebe und für die Arbeit. Die Liebe endete schmerzvoll, aber es kam schnell eine neue: die Stadt Berlin. Sie nimmt mich so, wie ich bin, und fordert mich ständig heraus, Neues zu entdecken.

Fotos Andi Weiland

Touribusse waren gestern

Der Berliner Winter ist hart und lang. Auf dem Weg zur U-Bahn-Station „Warschauer Straße“ überquere ich heute die Warschauer Brücke ein bisschen schneller, um der eisigen Kälte zu entfliehen. Mit der U1 fahre ich über das Wahrzeichen der Bezirke Friedrichshain und Kreuzberg, der Oberbaumbrücke. Mein Blick wandert die Spree hinunter, und in der Ferne entdecke ich den Berliner Fernsehturm. Ein Ausblick, der mich die Kälte vergessen lässt und mein Herz erwärmt.

 

U-Bahnhof Warschauer Straße, U1

Richtung Uhlandstraße, Tagesticket

Berlin AB: 6,70 Euro (gültig bis 3 Uhr)

 

Moin, moin, ihr Seebären!

Mein Weg führt mich in die ­Ankerklause, eine kleine Hafenbar ohne Hafen am Landwehrkanal. Mit einem freundlichen „Ahoi“ werde ich begrüßt, nehme Platz an einem der typischen Bootstische und nehme mir die riesige Frühstückskarte zur Hand. Ich bestelle mir Toast mit Spinatrührei und Petersilie. Aus der Jukebox singen die Beatles meinen Song, und ich bin froh, dass ich hier heute meinen Anker geworfen habe.

 

Ankerklause, Kottbusser Damm 104. Mo. ab 16 Uhr, Di. bis So. ab 10 Uhr. www.ankerklause.de

 

Tanz und Tee mit Hinz und Kunz

Ich habe Lust zu tanzen und mache mich auf zu Clärchens Ballhaus, einem Tanzlokal mit Restaurant im Stil der 20er-Jahre. Täglich werden hier Kurse in ­Salsa, Cha-Cha-Cha, Swing, Walzer und Tango angeboten. Mit Rollstuhl tanze ich so, wie es mir möglich ist. Wer sich nicht traut, hat beim Zuschauen und Teetrinken mindestens genauso viel Spaß. Und keine Angst vor zu viel Tee. Eine barrierefreie Toilette gibt’s hinten!

 

Clärchens Ballhaus, Auguststraße 24. Täglich ab 11 Uhr. Tische vorher reservieren. www.ballhaus.de

Und jetzt die Arme in die Luft!

Das Badehaus Szimpla steht für gute Livemusik. Je

nach Wochentag stehen Rock-, Swing-, Boogie-Woogie-

oder Jazz-Jamsessions auf dem Programm. Heute tanze

ich zu Balkan Beats und hebe die Gläser mit frisch

gezapftem böhmischem Bier. Nach schweißtreibendem

Tanzen, mehreren kleinen Kletteraktionen auf die enge

Toilette, rolle ich um 3:46 Uhr die mobile Rampe am

Eingang hinunter. Schön war’s!

 

Badehaus Szimpla, Revaler Straße 99 (auf dem RAW-Gelände).

Programm unter: www.badehaus-berlin.com

Eine Pizza am Morgen ...

Als Absacker bezeichne ich nach einer Partynacht ein deftiges und gesundes Essen. Das Bistro Zeus bietet sich mit seiner breiten Auswahl an veganen Pizzen oder Pide perfekt dafür an. Für Nichtveganer, so wie mich, gibt es ebenfalls ein großes, leckeres Angebot an Pizzen, Falafel oder Döner. Und wer um 4:00 Uhr noch in der Lage ist zu schreiben, der klebt eine Liebeserklärung an das gute Essen an die „Liebeszettelwand“.

 

Bistro Zeus, Boxhagener Straße 29–30. Telefon: 030 29 00 91 00

facebook.com/zeuspizzeria


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