Per App Gebärden lernen

Mit der App Gebärdensammlung können Nutzer Gebärdenunterstützte Kommunikation durch Bilder und Videos lernen und direkt anwenden. Medienkulturwissenschaftlerin Viola Görgen hat die App getestet. Hier ihr Bericht.
 

Neue Sprachen zu lernen, fällt mir nicht besonders leicht. Vor allem, wenn ich nicht mit dem Mund, sondern mit den Händen sprechen muss. Aber: Ich nehme die Herausforderung an, mit der App des Bundesverbands evangelische Behindertenhilfe e. V. Gebärden-unterstützte Kommunikation (GuK) zu lernen.

Ungewohnt kommen mir die kurzen Videos mit Gebärden vor, die ich unter der Rubrik „Alphabet“ oder in Kategorien eingeteilt aufrufen kann. 2.000 Begriffe umfasst die App. „Bagger“ kann ich mir dank der schaufelnden Bewegung gut einprägen. Aber oftmals bin ich auf das Lippenlesen angewiesen, um auch ab­strakte Begriffe des Gebärdenwortschatzes auf Anhieb zu verstehen.

Zunächst informiere ich mich, worum genau es sich bei der App handelt: Unter „Hintergrund“ erfahre ich, dass hinter der App das Projekt „Schau doch meine Hände an“ steht. Ziel des Projekts und der App ist die bes­sere alltägliche Verständigung für Menschen mit und ohne Behinderung. Denn GuK richtet sich vor allem an Erwachsene und Kinder mit geistiger Behinderung, denen Handbewegungen die sprachliche Kommunikation erleichtern sollen.

Ob meine ersten 20 Minuten mit der App schon Lernerfolge brachten, teste ich zum Schluss mit der Quizfunktion: Nacheinander werden mir Gebärden gezeigt, und ich wähle jeweils aus drei vorgeschlagenen Begriffen die zugehörige Vokabel aus. Das Ergebnis: Ich habe fast alle Begriffe richtig erraten!

Fazit: Ein Plus ist die hohe Benutzerfreundlichkeit der App. Der Preis von circa 15 Euro deutet bereits an, dass es sich hier mehr um eine Alltagshilfe statt um eine kurzlebige Spiele-App handelt. Die App richtet sich an Nutzer, die im Alltag mit GuK in Berührung kommen oder diese gern lernen würden. Die Quizfunktion macht aber auch Neulingen Spaß.


Weitere Apptests

Literatur fürs Ohr

Für Sehbehinderte bietet die Deutsche Zentralbücherei eine App mit kostenlosen Hörbüchern an. Domingos de Oliveira hat sie ausprobiert.

DZB App
Sprechen mit Symbolen

Die App LetMeTalk ermöglicht Menschen mit Sprachschwierigkeiten, durch Symbole zu kommunizieren. Den Praxistest hat Stefanie Brüwer gemacht.

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Browser für Geduldige

Der Browser eSSENTIAL Accessibility hilft Menschen mit Bewegungs-einschränkungen bei der Navigation im Internet. Test von Patrick Anders.

eSSENTIAL Accessibility im Test

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