Die Organisatoren

„Wir feiern uns so, wie wir sind.“ Sven, Aaron und Matej gehören zum Organisationsteam der Pride Parade Berlin, die 2017 zum vierten Mal stattfindet.

Marina Rosa Weigl

Sven, Aaron und Matej, Berlin

Die Pride Parade Berlin gibt es seit 2013. Damals war sie die einzige in Europa. Und die erste überhaupt, bei der Menschen mit Behinderung und mit häufig sogenannten psychischen Erkrankungen gemeinsam auf die Straße gegangen sind, um zu demonstrieren und zu feiern.

Unser Umzug führt durch eine sehr belebte Gegend. Viele Passanten bleiben stehen und schauen zu, wenn wir mit mit unseren Transparenten und Wagen vorbeilaufen, -rollen, und -tanzen. Sich dem auszusetzen, verlangt schon Mut. Es ist aber auch ein tolles Gefühl, zu zeigen: Wir sind gut, genau so, wie wir sind, stolz auf uns und feiern uns mit unseren vermeintlichen Mängeln. Aber es ist uns genauso wichtig, zu zeigen,  ­welche Barrieren uns behindern.

Hinter der Pride Parade stehen ganz verschiedene Menschen. Behindertenpolitische und psychiatriekritische Gruppen sind dabei, aber auch engagierte Feministinnen und viele andere, die die Parade unterstützen möchten. Gemeinsamer Nenner ist der Wunsch, gegen die Dominanz der Norm zu protestieren und dabei Spaß zu haben.

2017 findet die Demo am 15. Juli statt. Die heiße Vorbereitungsphase für die Veranstaltung beträgt etwa vier bis fünf Monate. Wir verteilen die Aufgaben auf verschiedene Arbeitskreise im Organisationsteam, denn der Aufwand ist schon hoch. Genehmigungen beantragen, Finanzierung regeln, Technik organisieren, Öffentlichkeitsarbeit machen, Barrierefreiheit sicherstellen – und natürlich das rauschende Bühnenprogramm organisieren. Dabei verleihen wir übrigens auch dieses Jahr wieder die Glitzerkrücke, unseren Negativpreis für die speziellsten behindertenpolitischen Errungenschaften.

Man braucht eine kritische Masse von Leuten, die ähnlich ticken, um eine solche Veranstaltung anzuschieben und regelmäßig zu stemmen. Berlin ist dafür ein ideales Umfeld. Viele hier sind politisch engagiert, es gibt eine große Offenheit für unser Thema. Man kommt auch mit Behinderung gut durch die Stadt. Und es gibt offizielle Stellen, die sich mit Demos auskennen. All das macht die Sache leichter.

Natürlich könnten wir auch einfach „nur“ demonstrieren. Aber das Feiern unterstreicht unser Selbstbewusstsein und unsere positive Botschaft. Ein unbeschwerter Umgang mit Behinderung und Krankheit überrascht viele und steigert die Aufmerksamkeit für die Parade. Der wichtigste Grund ist ein anderer: Demonstrieren und dabei feiern macht einfach mehr Spaß.

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