Mario Parade ist einer der Gründer des Wissenschaftsladens und der machBar in Potsdam. Hier können Menschen Produkte entwickeln und selbst herstellen. Das nächste Projekt: Menschen mit ­Behinderung machen ihre Hilfsmittel selbst.

Marina Rosa Weigl

Mario Parade, Potsdam

Ich bin Physiker und habe lange an der Uni gearbeitet. Aber irgendwann passten die Arbeitsbedingungen dort nicht mehr für mich. Deshalb habe ich zusammen mit ein paar Kollegen vor rund sechs Jahren den Wissenschaftsladen in Potsdam gegründet. Wir wollten Forschung mit gesellschaftlichem Bezug machen.

Sehr schnell sind wir auf das sogenannte Maker Movement aufmerksam geworden, die weltweite Bewegung also, bei der es darum geht, in offenen Werkstätten selbst Dinge herzustellen und sein Können und Wissen mit anderen zu teilen. Das geschieht mit traditionellen Materialien und Werkzeugen, aber auch mit Hightechgeräten und Maschinen, die man sonst nur in Labors oder Fabriken findet.

Eine solche Werkstatt haben wir in Potsdam eingerichtet. In unserer machBar kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen und verwirklichen ihre Ideen – von der ersten Inspiration bis zum fertigen Produkt. Dass man diesen ganzen Prozess selbst durchführen, sich das notwendige technische Wissen und handwerkliche Können aneignen kann, ist für viele eine wichtige Erfahrung.

Ich arbeite auch als Lehrer an einer inklusiven Schule. Dabei erlebe ich oft, dass Kinder Hilfsmittel nutzen, die nicht wirklich praktisch für sie sind und außerdem noch sehr teuer. Mit etwas Tüftelei, Know-how und den richtigen Werkzeugen kann man in vielen Fällen bessere Lösungen schaffen. Aus dieser Erfahrung heraus ist ein Projekt entstanden, das wir bald mit verschiedenen lokalen Partnern angehen werden: Menschen mit Behinderung entwickeln ihre eigenen Hilfsmittel und produzieren sie auch selbst.

Mit im Boot sind Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die Uni Potsdam, aber auch mittelständische Sanitätshäuser. Wir wolllen gute, günstige und nachhaltige Lösungen finden, ohne dass die Existenz etablierter Anbieter dadurch bedroht wird. Oft geht es auch gar nicht darum, etwas ganz neu zu erfinden, sondern zum Beispiel einen sicheren, zertifizierten Rollstuhl nutzerfreundlicher zu machen – vielleicht durch USB-Schnittstellen, an die man alles Mögliche anschließen kann.

Ideen wie unsere sind in einem städtischen Umfeld sicher leichter umzusetzen als auf dem Land. Aber wir tüfteln schon an Konzepten, die das ändern könnten. Mal sehen, was uns noch so alles einfällt.

Zurück zur Übersichtsseite

Was du tun kannst

Gutes tun und gewinnen

Mit einem Los der Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

Lust auf
EXTRA-
Gewinne?

Sonderverlosung am 7.11.