"Inklusion gelingt mit starken Akteuren"

Mit der Initiative Kommune Inklusiv unterstützt und begleitet die Aktion Mensch die Schaffung inklusiver Sozialräume in Erlangen, Nieder-Olm, Rostock, Schneverdingen und Schwäbisch-Gmünd. Carolina Zibell, Projektleiterin bei der Aktion Mensch, über Hintergründe und Ziele der Initiative.
 

Thilo Schmülgen

Carolina Zibell

Die Aktion Mensch fördert seit vielen Jahren Projekte, die das Leben in Deutschland inklusiver machen sollen. Was ist bei der Initiative Kommune Inklusiv neu?

Es geht diesmal nicht darum, einzelne Projekte zu unterstützen. Die Aktion Mensch möchte Inklusion in den Gemeinden fördern. Dazu sollen sich lokale Akteure zusammenfinden und auf gemeinsame Ziele verständigen. Wir schauen uns vor Ort die Situation an. Anschließend erarbeiten die Netzwerkpartner gemeinsam einen Plan, wie man Inklusion in ihrer Stadt besser umsetzen kann. Die Aktion Mensch begleitet und berät sie dabei. Außerdem bieten wir Fortbildungen und Erfahrungsaustausch an. Das ist neu. Die Netzwerkkoordinatoren vor Ort bekommen zusätzlich finanzielle Unterstützung.     

Wie viele Kommunen hatten sich beworben? Und wie wurden die fünf ausgewählt, die die ­Aktion Mensch seit Februar 2017 fünf Jahre lang begleiten wird?

Rund 130 Städte und Gemeinden hatten sich beworben. Anhand der Unterlagen haben wir zunächst zehn in die engere Wahl genommen. Nach vielen Gesprächen und Besuchen vor Ort haben wir uns dann für fünf entschieden, wobei wir auf die Mischung geachtet haben: unterschiedliche Größen und die geografische Verteilung waren für uns ebenfalls wichtig.

Es sollen inklusive Sozialräume geschaffen werden. Wie definieren Sie „Sozialraum“?

Bei Kommune Inklusiv meinen wir mit Sozialraum das Lebensumfeld der Bürger im räumlichen und sozialen Sinne. Dazu gehören alle Orte, an denen Menschen aufeinandertreffen, sich austauschen und zusammenwirken: kommunale oder private öffentliche Einrichtungen, Vereine, Geschäfte, aber auch Firmen und Betriebe. Insofern ist die Kommune als Ganzes für uns der Sozialraum.

Welche Akteure bringen Inklusion voran?

Inklusion gelingt nur, wenn die kommunale Verwaltung sie mitträgt. Genauso wichtig sind starke Akteure aus der Gemeinde: Vereine, Wirtschaftsunternehmen, Wohlfahrtsverbände und Bürger. Sie müssen sich austauschen und an gemeinsamen Zielen arbeiten. Der Netzwerkkoordinator organisiert Austausch und Zusammenarbeit.

Wie stellen Sie fest, ob die Initiative Kommune Inklusiv etwas bewirkt?

Wissenschaftler des Instituts für Sonderpädagogik der Goethe-Universität Frankfurt am Main halten zunächst den Inklusionsstand in den fünf Gemeinden fest. Sie untersuchen, wie die Kommunen Inklusion bei sich umsetzen. Und natürlich, ob und wie sich die Sozialräume verändern und wie sich die Situation von Menschen entwickelt, die von Ausgrenzung bedroht sind.

Und wenn die fünf Jahre um sind?

Ist Deutschland hoffentlich ein Stück weit inklusiver! Die fünf Städte und Gemeinden bezeichnen wir nicht umsonst als Modellkommunen: Sie werden ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitertragen.

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