Kulturwerkstatt Reutlingen

Mit anderen zusammen ein Instrument spielen zu lernen, eine eigene Band auf die Beine zu stellen, ein Video zu drehen und ins Netz zu stellen – mit solchen Angeboten trifft die Kulturwerkstatt in Reutlingen den Nerv ihrer Zielgruppe.
 

Christoph Püschner

Text: Miriam Moser

Es sind Kinder und Jugendliche ab acht Jahren bis ins junge Erwachsenenalter hinein, besonders solche, die benachteiligt sind – sei es materiell, wegen ihrer Herkunft oder wegen einer Behinderung, die bei der Kulturwerkstatt Reutlingen mitmachen.

Seit der Gründung des Vereins vor über 30 Jahren haben über diesen Zugang die unterschiedlichsten Kinder und Jugendlichen ihren Platz in der Kulturwerkstatt gefunden. Beispielsweise in der Musikwerkstatt des Vereins, wo sie – auch ohne eigenes Instrument und ohne Vorkenntnisse – alles Nötige erlernen können, um miteinander eine eigene Band zu gründen, ganz egal, ob als reine Girl- oder Boygroup oder gemischt. Auf diese Weise entdecken die Mädchen und Jungen ihr kreatives Potenzial und schaffen sich nicht nur eine musikalische, sondern oft auch eine emotionale Heimat. Ein Paradebeispiel dafür ist die inklusive Band „Soulhossas“, die bereits seit 17 Jahren besteht und mittlerweile weit über Reutlingen hinaus bekannt ist.

Integration geflüchteter Jugendliche

Aktuell steht die Integration geflüchteter Jugendlicher im Fokus. Musik ist ein starkes Medium, das Menschen verbindet und Begegnung ermöglicht. Deshalb wurde im Herbst 2016 das Projekt „Du klingst so gut“ initiiert. Zusammen mit dem Berufsschulzentrum Reutlingen wurden zwei Trommelgruppen ins Leben gerufen, unterstützt durch die Aktion Mensch. Geprobt wird im schulischen Musiksaal. Das Feedback ist toll. „Wir lachen viel“, „Es macht den Kopf frei und hilft zu vergessen“ oder „Es ist schön, neue Leute kennenzulernen und sich gegenseitig zu helfen“, sind Rückmeldungen, die die Gruppenleiter oft hören. Anfragen für erste Auftritte gibt es bereits. Elf der Trommlerinnen und Trommler kommen inzwischen auch in die Musikwerkstatt des Vereins mitten in der Stadt. Als weitere Jungs- beziehungsweise Mädchenband üben sie dort Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug, bis die Finger schmerzen. Die Mädels haben bereits ihren ersten Songtext geschrieben. Er beginnt mit den Zeilen:

„Gib die Hoffnung nicht auf, das Leben geht weiter Hand in Hand, zusammen in ’nem neuen Land, wir sind mutig, wir sind stark!“


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