Gute Beispiele aus aller Welt

Die Probleme und Herausforderungen, vor denen die Städte weltweit stehen, sind gewaltig – aber es gibt positive Entwicklungen. Auf welche Weise inklusive Projekte Impulse für eine Stadt setzen können, zeigen diese Beispiele.

 

Äthiopien: Barrierefreie sanitäre Anlagen

Der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen ist für viele Menschen in Äthiopien auch in den Städten keine Selbstverständlichkeit. 40 Prozent der Bevölkerung sind gezwungen, Wasser aus unsicheren Quellen zu beschaffen – oft verbunden mit weiten Wegen. Für Menschen mit Behinderung ist diese Situation noch herausfordernder. Ein Projekt verschiedener Organisationen in Butajira Town hatte das Ziel, Menschen mit Behinderung eine bessere Versorgung mit Wasser und sanitären Anlagen zu bieten. Die Einrichtung mit barrierefreien Toiletten können auch Menschen ohne Behinderung gegen eine Gebühr nutzen. Dadurch konnten in der Einrichtung Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen werden. Mit dem kleinen Projekt gelang es, die Wasserversorgung in der Stadt Butajira Town barrierefrei zu machen, über das Thema aufzuklären und andere Akteuren zu ermuntern, ähnliche Projekte zu starten.

Brasilien: RIOinclui für Kinder und Jugendliche

Das Projekt RIOinclui unterstützt Kinder und Jugendliche mit Behinderung und ihre Familien in Rio de Janeiro. Es geht sowohl darum, die Wohnungen der Familien barrierefrei zu machen, als auch darum, sie bei der Einforderung ihrer Rechte auf Bildung und Teilhabe zu unterstützen. Durch das durch Spenden finanzierte Projekt konnten bisher mehr als 300 Wohnungen barrierefrei gemacht werden.Sozialarbeiter beraten die Familien dar­über hinaus zu Themen wie Schulbesuch und Zugang zu Sozialsystemen.

Kanada: Mapathons für inklusive Städte

„Finde, bewerte und teile barrierefreie Orte!“, lautet die Botschaft von AXS Map (Access Map). Das von Forschungseinrichtungen in Kooperation mit Aktivisten gestartete Crowdfunding-Projekt ist ein Onlinetool aus Kanada, um barrierefreie Orte und Unternehmen auf einer Landkarte zu markieren. Jeder kann sich online beteiligen. Darüber hinaus veranstalten Studenten, ausgehend von Ontario (Kanada), sogenannte Mapathons für Schulkinder. Diese spüren barrierefreie Orte auf und tragen sie in eine Datenbank ein. Zugleich sorgen die Initiatoren seit 2012 mit verschiedenen Veranstaltungen für ein wachsendes Bewusstsein über das Thema Inklusion in den Städten. Einen Mapathon kann man übrigens auch selbst organisieren. Auf den Webseiten des Projekts erfährt man, wie es geht. Eine ähnliche Initiative wie AXS Map gibt es auch in Deutschland. Der Verein „Sozialhelden“ sammelt und veröffentlicht auf www.wheelmap.org rollstuhlgerechte Orte weltweit.

Mexiko: Pocket-Parks auf ungenutzten Flächen

Der Bezirk Azcapotzalco in Mexiko-Stadt ist geprägt von der dort ansässigen Industrie. Fast 40 Prozent der Fläche nehmen die Unternehmen ein, der Rest ist vorwiegend mit Wohnungen bebaut. Die Infrastruktur lässt insgesamt zu wünschen übrig, und grüne Flecken gab es bisher kaum. Mit der Eröffnung des Pocket-Parks in Mexiko-Stadt auf einem bislang ungenutzten Stück Land hat sich das jetzt geändert. Der Park im 400.000 Einwohner umfassenden Bezirk ­Azcapotzalco kann von Menschen mit und ohne Behinderung genutzt werden. Neben erwachsenen Besuchern kommen auch jugendliche Skater und spielende Kinder auf ihre Kosten. Der Park, in dem auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden, ist für Rollstuhlfahrer zugänglich und mit einem taktilen Leitsystem ausgestattet. Eine Energieversorgung mit Solarlampen und eine intelligente Bewässerung der Grünflächen machen die grüne Oase in der Stadt außerdem besonders nachhaltig. Initiator war die Stadtverwaltung, die den Park mit Bürgerbeteiligung plante.

Singapur: Masterplan für die bestehende Bebauung

Seit den 1950-er Jahren ist der Stadtstaat Singapur rasant gewachsen. Wegen seiner begrenzten Fläche entstand für die rund 5,5 Millionen Einwohner und die wachsende Wirtschaft eine dichte Bebauung mit vielen Hochhäusern. Barrierefreiheit und Inklusion wurden dabei zunächst kaum mitgedacht. Wegen einer älter werdenden Gesellschaft und eines wachsenden Bewusstseins für das Thema Inklusion stellte Singapur 2006 einen Masterplan auf, um die bestehende Bebauung nutzerfreundlich für alle umzugestalten. Nach einer Bestandsaufnahme wurden vorbildliche Orte auf einem Portal veröffentlicht. Die Regierung legte Programme auf, um Besitzer zu motivieren, ihre Gebäude barrierefrei zu machen. Zehn Jahre später kann Singapur durchaus Erfolge vorweisen. Das Bewusstsein für das Thema stieg, und die Barrierefreiheit von Straßen, öffentlichen Gebäuden und Verbindungen zwischen wichtigen Gebäudeblocks wurde verbessert. Zudem hat sich Singapur verpflichtet, bis 2020 alle Busse und Bahnen für Rollstuhlfahrer zugänglich zu machen.

Südafrika: Öffentlichen Personennahverkehr zugänglich machen

Südafrika hat ein Programm aufgelegt, um ein integriertes öffentliches Transportnetzwerk zwischen den Städten Johannesburg, Kapstadt und Tshwane zu etablieren. Nach und nach soll das bestehende Nahverkehrssystem barrierefrei werden. Den öffentlichen Personennahverkehr bezahlbar, effektiv, barrierefrei, sicher und zugänglich für alle zu machen, ist eine riesige Herausforderung – zumal die finanziellen Mittel der beteiligten Städte begrenzt sind. Trotzdem hat sich durch das von der Regierung Südafrikas angestoßene Projekt einiges getan. Kapstadt zum Beispiel führte MyCiti ein, ein öffentliches Bussystem mit knapp 400 barrierefreien Fahrzeugen. Auch Busbahnhöfe und Wege zu Bushaltestellen wurden entsprechend umgerüstet.

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